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Wöchentliche Marktberichte

Jul 08, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Beschäftigungswachstum steigt

USD

EUR USD (1,1220)
Blickt man auf den am Freitag veröffentlichten US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht, scheint es, als wären die Rezessionsängste um die größte Volkswirtschaft der Welt, doch ein klein wenig übertrieben gewesen zu sein. Nach einem enttäuschenden Vormonat, zieht die Beschäftigung wieder stark an und vermerkt einen Anstieg von 224,00 Tausend Jobs, den größten Anstieg in fünf Monaten. Bei einigen Marktteilnehmern hält die Skepsis jedoch weiterhin an, insbesondere da die Beschäftigung im Mai deutlich zurückging und der Juni somit nur den schlechten Vormonat kompensieren konnte. Nimmt man das durchschnittliche Beschäftigungswachstum in den ersten sechs Monaten des Jahres, bleibt der Arbeitsmarkt weiterhin weit unter dem langfristigen Durchschnitt der USA. Trotz der Skepsis, blieb der Einfluss dieser positiven Datenveröffentlichung auf die impliziten Wahrscheinlichkeiten einer US-Zinssenkung nicht aus. Geldmärkten zufolge, bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Lockerung der Geldpolitik im Juli weiterhin bei 100 Prozent, wobei Marktteilnehmer die Chancen einer Senkung im Wert von 50 Basispunkten nun nur noch mit 7 Prozent notieren. Somit scheint das wahrscheinlichste Szenario eine Reduktion von 25 Basispunkten zu sein. Diese Neukalkulation der Haltung der US-amerikanischen Notenbank, gekoppelt mit den enttäuschenden deutschen Werkaufträgen, ließen die Investoren wieder nach einer sicheren Anlage suchen und trieben die Nachfrage nach dem Dollar nach oben. Es half dem Euro natürlich nicht, dass die Woche mit einem negativen Datenfluss für die deutsche Wirtschaft endete. Die am Freitag veröffentlichten Werkaufträge fielen auf Monatsbasis um 2,2 Prozent, wobei Neuaufträge einen Verlust von 8,6 Prozent verschmerzen mussten. Dies markiert den größten Fall seit 2009 und fügt sich in ein breites Bild einer allgemeinen Schwäche.

Aufgrund einer relativ schwachen europäischen Datenlage für diese Woche bleibt die US-amerikanische Notenbank womöglich Haupttreiber weiterer Kursbewegungen. Insbesondere mit den nun abgeschwächten Erwartungen großer Zinssenkungen im Juli. Im Fokus stehen dabei die Veröffentlichung der Protokolle des letzten Offenmarktausschusses am Mittwoch, welche neue Aufschlüsse über die letzte Zinsentscheidung geben könnten. Ebenfalls von Interesse sind die diversen Reden einiger Zentralbankmitglieder, einschließlich des Präsidenten Jerome Powell am Dienstag. Größtes Potenzial signifikante Wechselkursbewegungen auszulösen, hält die heutige deutsche Industrieproduktion inne, von welcher eine weitere Reduktion erwartet wird.

Somit scheinen sich die Abwärtstendenzen für den Euro mit letzter Woche nochmal deutlich erhöht zu haben. Mit dem Fall unter die Unterstützungen 1,1300 und 1,1270 scheint sich ein Potenzial für Bewegungen in Richtung 1,1190 entfaltet zu haben. Enttäuschen die heutigen deutschen Daten erneut, könnte es zu weiteren Abwärtsbewegungen kommen.

CHF

EUR CHF (1,1120)
Obwohl sich der Euro in der letzten Woche gegenüber dem Schweizer Franken leicht stärken konnte, dominiert mittelfristig weiterhin der Abwärtstrend. Die seit längerer Zeit anhaltend schwachen Zahlen der deutschen Industriebranche, scheinen dem Euro jegliches Potenzial einer Erholung zu verbieten. Dabei wird die derzeitige Schwäche der Gemeinschaftswährung durch die Erwartungen einer Zinssenkung der EZB nur noch gefestigt. Wie stark diese lockere Geldpolitik ausfällt, bleibt weiterhin eine offene Frage. Marktteilnehmer wie Goldman Sachs und JP. Morgan, scheinen eine Zinssenkung von 20 Basispunkten bis Ende des Jahres für ein wahrscheinliches Szenario zu halten, welches bei einem tatsächlichen Eintritt, weiter auf dem Euro lasten wird.

Betrachtet man den Freitag im Gesamten, scheinen sich die robusten US-Arbeitsmarktdaten in keiner negativen Bewegung des Euro bemerkbar gemacht zu haben. Somit entfernt sich der EURCHF weiter von dem knapp zweijährigen Tief bei 1,1050 und könnte Fahrt in Richtung 1,1160 entfalten. Die ersten signifikanten Barrieren befinden sich bei 1,1220 und 1,1310, wobei eine längerfristige Erholung der Gemeinschaftswährung nur durch eine Verbesserung der europäischen Industrie gerechtfertigt werden kann.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Der Brexit scheint die Ursache aller derzeit bestehenden Sorgen zu sein und treibt das Pfund, nach der neunten wöchentlichen Abwertung in Folge, auf ein fünfmonatiges Tief. Anfang des Jahres sah es noch danach aus, als zeigte die britische Wirtschaft eine Resistenz gegenüber den Brexit-Unsicherheiten auf. Diese Tatsache minderte die Schwäche des Pfunds ab und führte gekoppelt mit den ersten Anzeichen einer Verlangsamung in Deutschland zu Abwertungen des EURGBP. Mit den Datenveröffentlichungen des zweiten Quartals wurden die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Brexits jedoch immer deutlicher und mit Ihnen die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Bank of England. Geldmärkte preisen seit knapp einem Monat eine Lockerung der Zinssätze in den nächsten 12 Monaten ein, nachdem sich der taubenhafte Zentralbankpräsident Mark Carney über die globalen und heimischen Risiken äußerte. Verschlechtert wird das Bild durch die enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes, welche laut britischen Managern, auf eine Rezession der Wirtschaft Großbritanniens im zweiten Quartal verweisen. Somit fällt der Blick auf die neuen Datenveröffentlichungen für diese Woche, um nach einer Bestätigung dieser Sorgen zu suchen. Den Höhepunkt der Woche stellt der Mittwoch dar, an dem das Bruttoinlandsprodukt, Handelsdaten und Daten zur Industrieproduktion/ Produktion des verarbeitenden Gewerbes anstehen. Gefolgt wird der ereignisreiche Mittwoch von dem Finanzstabilitätsbericht der Bank of England am Donnerstag, welcher die Lage der britischen Finanzbranche verbildlichen wird.

PLN

EUR PLN (4,2520)
Obwohl sich in den letzten Monaten nicht viel an der Lage der polnischen Wirtschaft verändert hat, scheint die Nachfrage nach dem Zloty seit Anfang Mai rasant angestiegen zu sein und führt das Währungspaar auf ein dreizehnmonatiges Hoch. Grund dafür lag in den weitverbreiteten Hoffnungen einer lockeren Geldpolitik bei der Europäischen Zentralbank, welche die osteuropäischen Währungen stärkte. Die alleinige Spekulation einer potenziellen Zinssenkung, von manchen sogar auf 20 Basispunkte geschätzt, und die Weiterführung des Quantitative Easing Programms, welches 2,6 Billionen Euro in das Finanzsystem pumpte, schwächte den Euro gegenüber risikoreicheren Währungen ab. Ersichtlich wird dies ebenso an den neu veröffentlichten Währungsprognosen von Reuters. Diese sehen den Zloty in 12 Monaten bei einem Wert von 4,2300, wobei in dem Zeitraum der nächsten drei Monate mit einer leichten Korrektur in Richtung 4,2700 zu rechnen ist. Die langfristige Stärke kann speziell durch die Bereitschaft der polnischen Zentralbanker erklärt werden, das Inflationsniveau weiter steigen zu lassen, ohne geldpolitisch aktiv zu werden. Derzeit befindet sich die allgemeine Inflation bei einem Wert von 2,6 Prozent, knapp oberhalb des angestrebten Mittelwertes von 2,5 Prozent, jedoch deutlich unter dem oberen Inflationsziel von 3,5 Prozent.

Der EURPLN verzeichnet am Freitag trotz der schwachen deutschen Werkaufträge, die größte Aufwertung seit dem 24. April und entfernt sich weiter von dem neulich gesetzten Tief. Eine kurzfristige Bodenbildung, ebenfalls durch die kürzlich veröffentlichten Reuters Prognosen ersichtlich, scheint nun ein plausibles Szenario zu sein. Erste Barrieren eines Aufwärtstrends stehen derzeit bei 4,2600 und 4,2700.

HUF

EUR HUF  (324,00)
Der Kontrast zwischen der europäischen und ungarischen Wirtschaft wird immer größer. In Ungarn scheinen sich die stetig wachsenden Löhne in einem rasanten Anstieg der Inflation manifestiert zu haben, wobei die ökonomische Verlangsamung in der Eurozone immer deutlicher wird. Die Veröffentlichungen am Freitag scheinen diese Annahme nochmals beträchtlich verstärkt zu haben. Die deutschen Auftragseingänge verzeichnen einen drastischen Fall und verweisen weiterhin auf eine Rezession in der Industriebranche der größten Volkswirtschaft der Eurozone. Inzwischen scheint die ungarische Wirtschaft noch keine Zeichen einer wirtschaftlichen Schwäche ersichtlich zu machen und so steigen die Industrieerträge auf Jahresbasis im Mai um 8,7 Prozent an. Eine längerfristige geopolitische Anspannung könnte sich auf die exportorientierte ungarische Volkswirtschaft abzeichnen. Derzeit ist von dieser Unsicherheit jedoch nichts zu spüren.

Trotz des positiven Nachrichtenflusses konnte der Forint seine leichten Erholungsversuche nicht ausbauen und so wertet der EURHUF den zweiten Tag in Folge auf und steigt über die Barriere 323,70. Ein Durchstoßen des Niveaus 324,60 (Hoch 25. Juni) könnte zu weiteren Aufwärtsbewegungen führen, wobei 322,20 einen größeren Fall des Paares verhindern.

CZK

EUR CZK  (25,500)
Der US-amerikanische Arbeitsmarktbericht scheint die Rezessionsängste in der größten Volkswirtschaft der Welt fürs Erste aufs Eis gelegt zu haben und mit Ihnen die Erwartungen einer zu drastischen Zinssenkung der FED. Die dadurch ausgelöste und breit angelegte Schwäche in der Region spiegelt sich auch in der tschechischen Krone wider. Diese verzeichnet am Freitag die zweite Abwertung in Folge und löst sich aus der engen Bewegungsspanne zwischen 25,410 und 25,460. Somit scheint die Erholung des Euro auf kurze Sicht wieder deutlich wahrscheinlicher, bleibt jedoch weiterhin von der Datenlage abhängig. Signifikante Veröffentlichungen stellen für die tschechische Ökonomie die Industrieproduktion (Dienstag) und die Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) dar. Den absoluten Höhepunkt bildet jedoch der Verbraucherpreisindex am Donnerstag, welcher neue Aufschlüsse über die unmittelbaren Inflationsentwicklungen geben wird.


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