Wöchentliche Marktberichte

Jul 05, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Arbeitsmarkt im Visier

USD

EUR USD (1,1280)
US-amerikanische Märkte blieben gestern aufgrund des Unabhängigkeitstages geschlossen und so diktierten, aufgrund fehlender Daten, die Zinssenkungserwartungen weiterhin das Marktgeschehen. Insbesondere wird dies in der gegenwärtig steigenden Nachfrage nach Bundesanleihen deutlich, welche die Renditen auf neue Tiefpunkte fallen lassen. Gekoppelt mit der weiterhin relativ unsicheren geopolitischen Lage, scheinen die Spekulationen über neue Stimulus Pakete der Europäischen Zentralbank stark auf die Renditen der europäischen Staatsanleihen zu wirken und lassen die Rendite des deutschen Bundes (10-jährige Staatsanleihe) auf Minus 0,403 fallen. Erhöht wird die Nachfrage nach sicheren Anlagen derzeit nicht nur durch die Zentralbanken und die Nomination von Christine Lagarde als nächste EZB-Präsidentin, sondern ebenso durch die durchwachsenen Wirtschaftsdaten für die Union.

Den Höhepunkt dieser Handelswoche stellt ohne Zweifel der offizielle US-amerikanische Arbeitsmarktbericht am Freitag dar. Dieser fiel im Mai durchwachsen aus und weckte Spekulationen einer drastischen US-Zinssenkung beim anstehenden Zentralbanktreffen gegen Ende Juli. Dabei bot der ADP-Bericht am Mittwoch einen ersten Vorgeschmack auf den Freitag. Dieser zeigt eine leichte Erholung in der Beschäftigung, wobei das erwartete Jobwachstum von 140 Tausend nicht getroffen wurde (102 Tausend). Somit bleibt ein leicht negativer Nachgeschmack zurück, wobei drastische Bewegungen des Paares voraussichtlich erst kurz vor der Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls wieder an Fahrt gewinnen könnten. Marktteilnehmer gehen von einem Jobwachstum von 160 Tausend aus, wobei jegliche Abweichung dieser Annahme, zu Volatilitätssprüngen vor dem Wochenende führen könnte. Da die US-amerikanische Notenbank neben der Preisstabilisierung das Vollbeschäftigungsmandat innehat, genießen Daten bezüglich des Arbeitsmarktes einen deutlich höheren Stellenwert als in der Eurozone und werden heute das Gesprächsthema Nummer eins bleiben. Erste Zeichen über das heutige Momentum könnten jedoch die deutschen Werkaufträge liefern, welche sich auf jährlicher Basis weiterhin im negativen Bereich befinden und bei fehlenden Erholungsanzeichen, den Druck auf den Euro erhöhen könnten.

Somit bleibt das heutige Momentum des Währungspaares von den US-Veröffentlichungen abhängig, wobei die langfristige Tendenz von der Frage getrieben wird, welche Zentralbank als erste den Zinssatz senkt. Nachhaltige Aufwärtsbewegungen werden derzeit von 1,1400 limitiert, wobei ein potenzieller Fall, Unterstützung bei 1,1220 und 1,1990 finden würde.

CHF

EUR CHF (1,1110)
Die Aussichten auf eine lockere Geldpolitik in den USA und der Eurozone, scheinen die Stärke im Franken wieder geweckt zu haben und so verzeichnet der EURCHF die dritte Abwertung in Folge. Der leichte, nur wenige Tage anhaltende Erholungsversuch des Euro, fand diese Woche ein vorzeitiges Ende, wobei die Bewegungsspanne zwischen 1,1050 und 1,1160 weiterhin aufrechterhalten bleibt. Eine schlechte Lesung der heutigen US-Arbeitsmarktdaten und der europäischen Industrieproduktion in der nächsten Woche könnten die Währungshüter in ihren Verlangsamungsannahmen bestätigen und die Wahrscheinlichkeiten mehrerer Zinssenkungen in diesem Jahr nach oben treiben. Dies würde den Höhenflug des Franken natürlich stützen und die Kaufnachfrage nach der sicheren Währung deutlich erhöhen.

Dabei scheinen Marktteilnehmer die Veröffentlichung der Schweizer Inflationsdaten mehr oder weniger ignoriert zu haben. Auf Jahresbasis steigt der Verbraucherpreisindex 0,6 Prozent, wobei die Kerninflation ein Wachstum von 0,7 Prozent verzeichnen konnte. Inflationäre Überhitzungserscheinungen scheinen somit kein Problem der Schweizer Zentralbank darzustellen, welche sich weiterhin mit der Frage beschäftigt, wie stark der Franken wirklich sein sollte.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Die feiertagsbedingte Ruhe in den Märkten lässt das Pfund weiterhin ohne Impulse im Bereich des viermonatigen Hochs bei 0,8990 verweilen. Unsicherheiten bezüglich des potenziellen Austrittsszenarios aus der Europäischen Union, scheinen sich in einer Schwäche der britischen Währung bemerkbar zu machen. Verstärkt wird die Abwärtsbewegung durch die zuletzt pessimistische Rede des Bank of England Präsidenten Mark Carney, welcher die strukturelle Schwächung der globalen Wirtschaft anerkennt und eine potenzielle Zinslockerung in den Raum stellt. Erwartungen dieses Szenarios bleiben weiterhin auf dem höchsten Niveau im Jahr 2019 und stärken Marktteilnehmer in dem neuerlichen Verkaufsdruck gegenüber dem Pfund. Die Bank of England fügt sich mit diesem vorerst rein informellen Richtungswechsel, hin zu einer expansiven Geldpolitik, in die Reihe der taubenhaften Zentralbanken, welche auf eine Weiterführung der Niedrigzinspolitik deuten. Eine definitive Bewegung, jenseits des derzeitigen Bewegungsbandes zwischen 0,8870 und 0,8990, könnte erst mit der endgültigen Entscheidung über den Nachfolger Theresa Mays entfaltet werden, wobei beide Kandidaten die Möglichkeit eines Austritts ohne Abkommen in Erwägung ziehen. Das finale Urteil wird am 23. Juli verkündet werden, wobei die Chancen des ex-Außenministers Boris Johnson weiterhin gut stehen.

PLN

EUR PLN (4,2440)
Das Phänomen hoher Wachstums- und Inflationsraten scheint in den letzten Monaten in der osteuropäischen Region weitverbreitet zu sein. Von allen Ländern der Eurozone, konnte die polnische Inflation den höchsten Anstieg vermerken und wächst in den ersten sechs Monaten des Jahres rekordverdächtige 1,9 Prozent an. Diese Tatsache ließ die Währungshüter bei dem Treffen am Dienstag relativ kalt und so verbleibt das Zinsniveau weiterhin bei 1,5 Prozent. Allzu negativ fiel der unmittelbare Einfluss auf den Zloty nicht aus, zumal sich Spekulationen über eine potenzielle Zinssenkung im Vorhinein breit gemacht hatten. Diese Annahmen folgten dem neuerlichen Richtungswechsel der Europäischen Zentralbank, welche nun osteuropäische Währungshüter in eine verzwickte Lage bringt.

Die Toleranz gegenüber einem hohen Zinsniveau bleibt für den Zloty längerfristig von Vorteil. Auf kurzfristige Sicht könnte sich die charttechnische Bodenbildung bei 4,2370 als Barriere für weitere Aufwärtsbewegungen der polnischen Währung bemerkbar machen.

HUF

EUR HUF  (322,80)
Die gestrige Schwäche der Region spiegelt sich auch in der Abwertung des ungarischen Forint wider. Dazu beigetragen haben wahrscheinlich auch die durchwachsenen Einzelhandelsumsätze, welche auf Jahresbasis nur 2,6 Prozent wachsen und somit deutlich unter dem Vormonat (7,3 Prozent) liegen. In Verbindung mit den am Montag ebenso unter den Erwartungen liegenden Einkaufsmanagerindizes (PMI), weist die ungarische Wirtschaft erste Zeichen einer leichten Verlangsamung auf. Zu früh sollte man die Rezessionsängste, welche für die USA und die Eurozone immer stärker werden, jedoch nicht aufkommen lassen. Insbesondere da der ungarische PMI mit einem Wert von knapp über 54 weiterhin auf eine expansive Wirtschaftsaktivität deutet.

Mit der gestrigen Abwertung des Forint, bleibt der Aufwärtstrend des EURHUF weiterhin aufrechterhalten und sieht sich bei 323,70 dem ersten Widerstand entgegen. Eine richtungsdefinierende Bewegung könnte durch den US-amerikanischen Arbeitsmarktbericht ausgelöst werden, wobei eine schlechte Lesung, die Zinssenkungswahrscheinlichkeit erhöhen und somit den Forint stärken könnte.

CZK

EUR CZK  (25,470)
Die geringere Liquidität am gestrigen Tag, scheint dem Euro besser getan zu haben als der Krone und so festigt sich die Gemeinschaftswährung und lässt auf eine Bodenbildung bei 25,410 hoffen. Diese Annahme bleibt aufgrund einer fehlenden Datenlage für beide Regionen jedoch weiterhin offen und könnte durch die heute veröffentlichten Non-Farm Payrolls gefestigt werden. Mittelfristig bleibt das Paar von den Spekulationen über eine neue expansive Periode der europäischen Geldpolitik dominiert.

Kommt es im Laufe der nächsten Woche zu weiteren Aufwärtsbewegungen des EURCZK, müsste die Barriere 25,550 durchbrochen werden, um Potenzial in Richtung 25,650 auszulösen. Ein längerfristiger Aufwertungstrend würde dabei erst oberhalb der täglichen gleitenden Durchschnitte 25,750 signalisiert werden.


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