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Wöchentliche Marktberichte

Jul 04, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Erwartungen einer Lockerung

USD

EUR USD (1,1285)
Die Nomination der Direktorin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), lässt Marktteilnehmer auf eine Weiterführung der ultralockeren Geldpolitik Mario Draghi´s hoffen und treibt die Nachfrage nach europäischen Staatsanleihen nach oben. Obwohl Lagarde noch nicht die Gelegenheit hatte, Ihre geldpolitische Meinung preiszugeben, vermuten Investoren eine Zustimmung der unter Draghi zuletzt geführten expansiven Geldpolitik und so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in der Eurozone. Diese Neueinschätzung der geldpolitischen Haltung der EZB, ließ den neuerlichen Druck auf die Renditen einiger europäischen Staatsanleihen weiter steigen und so erreicht die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe ein Rekordtief von Minus 0,397. Entsprechend befindet sich diese nun knapp oberhalb des Sichteinlagenzinssatzes der EZB, welcher momentan bei Minus 0,4 Prozent steht. Der dominierende Wechselkurstreiber bleibt infolgedessen weiterhin die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer regionsübergreifenden lockeren Geldpolitik. Insbesondere, nachdem die erhoffte Erholung des US-amerikanischen Arbeitsmarktes laut dem ADP-Bericht ausgeblieben war. Dieser weist nach einem fast schon katastrophalen Ergebnis im Mai (27 Tausend neue Beschäftigungen, neunjähriges Tief) weiterhin eine negative Tendenz auf und bleibt mit einem Jobwachstum von 104 Tausend im Juni, unter den Erwartungen. Aufgrund des heutigen Feiertages in den USA, fällt der Fokus auf die am Freitag veröffentlichten Non-Farm Payrolls, welche kurz vor dem Wochenende die Volatilität im Währungspaar noch einmmal deutlich verstärken könnten. Jegliche Zeichen einer erhöhten Risikogefahr am US-amerikanischen Arbeitsmarkt, könnten die Anspannung bei der FED ansteigen lassen und mit Ihr, die Wahrscheinlichkeit mehrerer Zinssenkungen. Der heutige Tag könnte sich ruhig gestalten, insbesondere da nur die Veröffentlichung der europäischen Einzelhandelsumsätze und zwei Reden von Mitgliedern der Europäischen Zentralbank am Wirtschaftskalender stehen.

Nach einem fehlgeschlagenen Versuch, die Marke 1,1400 zu durchbrechen, verzeichnet der EURUSD nun die vierte tägliche Abwertung in Folge. Märkte verarbeiten immer noch den ADP-Bericht und dessen Implikationen auf die am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktdaten, wobei weiterhin nicht ganz klar ist, welche geldpolitische Haltung Christine Lagarde bei der Europäischen Zentralbank einnehmen wird. Hoffnungen auf eine beidseitige Zinssenkung in den USA und der Eurozone halten den EURUSD bereichsgebunden, wobei die nächste richtungsweisende Bewegung, von den beiden Zinsentscheidungen bestimmt werden wird.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Eine neue Runde enttäuschender Wirtschaftsdaten, scheint die bestehenden Rezessionsängste um die britische Wirtschaft zu verstärken und lässt den sonst so optimistischen Präsidenten der Bank of England einen leicht negativen Ton anschlagen. Obwohl die Veröffentlichung des britischen Wirtschaftswachstums für das zweite Quartal noch bevor steht, scheinen die Einkaufsmanagerindizes auf kein allzu gutes Bild zu verweisen. Insbesondere sticht der Rückgang der Industriebranche hervor, nachdem der Indikator für das Baugewerbe, den niedrigsten Wert seit 2009 erreicht (43,1). Der kollektive Indikator, welcher die Gesundheit der britischen Wirtschaft abbildet, schafft es nicht sich über der Expansionsmarke von 50 zu halten und verzeichnet zum ersten Mal in drei Jahren einen Rückgang in der privatwirtschaftlichen Aktivität. Dabei bestätigt der neuerliche Datenfluss die von Unsicherheiten geplagte britische Wirtschaft und lässt Hoffnungen auf eine Aktivierung der Zentralbank aufkommen. Spekulationen diesbezüglich entsprangen den Kommentaren des Bank of England Präsidenten Mark Carney, welcher die Möglichkeit einer geldpolitischen Unterstützung in den Raum stellt und sich dem expansiven Haltungswechsel der beiden Notenbanken in den USA und der Eurozone anschließt. Die Aussagen des Zentralbankers bekräftigten nochmals den Verkaufsdruck gegenüber dem Pfund und ließen Potenzial für einen Durchbruch aus dem knapp einmonatigen Bewegungsband zwischen 0,8870 und 0,8980 aufkommen. Mit dem Anstieg der britischen Zinssenkungswahrscheinlichkeit auf über 50 Prozent (laut den von Bloomberg veröffentlichten overnight index swaps) bis Ende des Jahres, gekoppelt mit der unsicheren politischen Lage, könnte die Schwäche des Pfunds weiter anhalten.

CHF

EUR CHF (1,1130)
Immer mehr Währungshüter schließen sich der taubenhaften Haltung der US-amerikanischen Notenbank an und wecken Erwartungen einer regionalübergreifenden geldpolitischen Expansion. Dabei sehen sich Zentralbanken durch die am Anfang der Woche veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes, welche in Deutschland, den USA und Großbritannien auf einen Rückgang der Wirtschaftsaktivität verweisen, in ihren Erwartungen einer globalen Verlangsamung gestärkt. Gleichzeitig scheint der schwindende Optimismus der Zentralbanker auf Investoren abgefärbt zu haben und so steigt die Nachfrage nach dem Schweizer Franken wieder leicht an, nachdem sich dieser durch das positive Ergebnis des G20-Gipfels geschwächt sah.

Der zweiwöchige Bewegungsspielraum des Paares bleibt somit nach leichten Erholungsversuchen der Gemeinschaftswährung aufrecht und lässt den EURCHF zwischen dem Jahrestief 1,1050 und 1,1160 verweilen. Potenzielle Ausbrüche aus dem Band könnten bis Freitag auf sich warten lassen, an welchem die Veröffentlichung der US-amerikanischen Non-Farm Payrolls, weitere Aufschlüsse über die Lage am Arbeitsmarkt liefern wird.

PLN

EUR PLN (4,2440)
Der rasante Anstieg des polnischen Preisniveaus, welcher dem Zloty in den letzten Tagen deutlichen Rückenwind verschaffen konnte, war wohl nicht genug, um die Zentralbank zu einer Zinsstraffung zu bewegen. Mit einem Inflationswachstum von 1,9 Prozent seit Anfang des Jahres (auf Jahresbasis 2,6 Prozent), scheint die polnische Zentralbank in einem Dilemma gefangen zu sein. Einerseits wird der inflationäre Druck immer deutlicher, andererseits verhindern die externen Risiken jegliche Erhöhung des Zinsniveaus. Folgt man den Geldmärkten, scheint eine geldpolitische Lockerung sogar weitaus wahrscheinlicher als eine Zinsstraffung und so könnte die neu gefundene Stärke des Zloty auf mittlere Frist abnehmen. Die unmittelbaren negativen Folgen für die polnische Währung bleiben gestern jedoch aus, da die Neutralität der Zentralbank in einem ultraexpansiven Umfeld, immer noch als positiv gewertet werden kann. Hilfreich scheint dabei die hohe Toleranz der Zentralbanker bezüglich des Inflationsniveaus zu sein, welches Ihnen erst bei einem Wert über 3,5 Prozent Sorgen bereiten würde.

Eine Bodenbildung bei 4,2370 scheint somit wieder wahrscheinlicher, müsste allerdings noch bestätigt werden. Weiterhin bleibt der Zloty auf einem guten Weg, die siebte wöchentliche Aufwertung gegenüber dem Euro zu vermerken, wobei eine Umkehr des Trends erst oberhalb des Niveaus 4,2550 signalisiert werden würde.

HUF

EUR HUF  (322,00)
Der EURHUF führt weiterhin seine Konsolidierung fort und nähert sich mit der gestrigen Abwertung der dreimonatigen Aufwärtstrendlinie bei 322,00 an. Aufgrund des US-amerikanischen Feiertages, könnten sich die heutigen Wechselkursschwankungen in Grenzen halten, wobei die ungarischen Einzelhandelsumsätze (09:00) die einzig signifikante Datenveröffentlichung darstellt. Eine schlechte Lesung der Non-Farm Payrolls am Freitag könnte sich in einem weiteren Anstieg der Zinssenkungswahrscheinlichkeit der FED widerspiegeln und sich in einer Aufwärtsbewegung des Forint bemerkbar machen, welcher nach einem Durchbruch des Niveaus 321,20, Potenzial bis 319,00 aufweisen würde.

CZK

EUR CZK  (25,440)
Die Zinsentscheidung der polnischen Währungshüter scheint die ganze gestrige Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer genossen zu haben und so bleibt der EURCZK, gekoppelt mit einer fehlenden Datenlage für die tschechische Wirtschaft, weiterhin bereichsgebunden. Der am Montag aufgekommene Optimismus bezüglich einer Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China, scheint sich in keiner allzu positiven Bewegung im Währungspaar bemerkbar gemacht zu haben und lässt mit dem fehlgeschlagenen Versuch, die Unterstützung 25,410 zu durchbrechen, auf eine Bodenbildung schließen. Geldmärkte setzten die derzeitige Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der EZB im Juni bei 47 Prozent an. Jegliche Zeichen einer weiteren Abschwächung der Wirtschaft und infolgedessen einer Erhöhung dieser Zinssenkungswahrscheinlichkeit könnte die Krone stärken. Schafft es der Euro, einen täglichen Schlusskurs von 25,460 zu notieren, könnte das Potenzial für eine leichte Aufwärtsbewegung in Richtung 25,550 gegeben sein.


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