Wöchentliche Marktberichte

Jul 03, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Europas Top Positionen vergeben

USD

EUR USD (1,1280)
Nachdem die Wiederaufnahme der Handelsgespräche bei dem G20-Gipfel die Finanzmärkte leicht beflügeln konnte, schlägt Donald Trump nun wieder eine protektionistische Rhetorik an und kündigt Importzölle auf europäische Waren an. Trotz der diesbezüglich entstanden Vorsicht der Marktteilnehmer, schien der neu gefundene Optimismus zu überwiegen und lässt das Paar nach einem starken Fall am Montag weiter im Bereich um 1,1275 konsolidieren. Medienberichten (Bloomberg) zufolge, scheinen Mitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) in keiner großen Eile, mit dem geldpolitisch expansiven Ton der US-amerikanischen Notenbank (FED) mitzuziehen. Am wahrscheinlichsten scheint es, als würden die europäischen Währungshüter im Juli vorerst nur eine pessimistische/taubenhafte Stellungnahme abgeben, um Märkte auf eine potenzielle Zinssenkung gegen Ende des Jahres vorzubereiten, welche Analysten zufolge 10 Basispunkte betragen könnte. Da Geldmärkte bei der FED schon im Juli eine Zinssenkung antizipieren, konnte die Verschiebung der „Forward Guidance“ der EZB, dem Euro einen leichten Schub nach oben geben. Diese Aufwärtsbewegung hielt jedoch nicht lange an, da die von Donald Trump in den Raum gestellte Frage neuer Importzölle, Marktteilnehmer vorsichtig agieren lässt. Ebenfalls wurde die Nomination der geschäftsführenden Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IMF), Christine Lagarde, zur Präsidentin der Europäischen Zentralbank, als leicht negativ empfunden. Nach acht Jahren bei dem IMF, scheint die gelernte Juristin Mario Draghi an der Spitze der EZB abzulösen, wobei die Nomination nun von dem Europäischen Parlament bestätigt werden muss. Der Wahlentschluss kam, nachdem der bislang längste EU-Gipfel am Montag ohne Vereinbarung über einen neuen Kommissionspräsidenten ausgegangen war. Eine noch längere Spaltung hätte die internen politischen Turbulenzen zum Vorschein gebracht und so scheint es, als hätten die europäischen Staatsführer nach einer schnellen Lösung gesucht, nachdem sowohl Spitzenkandidat Manfred Weber, als auch Frans Timmermans abgelehnt worden sind.

Die größte Hürde einer Weiterführung des neuerlich entstandenen Aufwärtstrends liegt in den positiv erwarteten US-amerikanischen Arbeitsmarktdaten. Sowohl der heute veröffentlichte ADP-Bericht, als auch die offiziellen Non-Farm Payrolls am Freitag, könnten laut Prognosen eine leichte Erholung aufweisen und so den Dollar stärken. Jegliche Abweichungen von dieser Annahme sollten die neu gefundene Stärke des Euro festigen und Bewegungen in Richtung 1,1350 (200-1D Moving Average) entfalten. Zeigen die Arbeitsmarktdaten jedoch auf eine Erholung zum Vormonat, würde sich die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinssenkung im Wert von 50 Basispunkten deutlich verringern und den Dollar dadurch stärken.

CHF

EUR CHF (1,1120)
Ein deutlich verbessertes Risikosentiment, hervorgerufen durch die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China, scheint dem Währungspaar einen guten Start in die Woche verschafft zu haben. Dabei überwiegt der neu gefundene Optimismus auch gegenüber den gestern aufgetretenen politischen Unsicherheiten, ausgelöst durch den Disput zwischen der EU und den USA. Aufgrund der unerlaubten europäischen Subventionen in der Flugzeugbranche, soll das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lightizer nun Vergeltungszölle einführen, um den illegalen Staatshilfen entgegenzuwirken. Dabei weisen neue Aussagen des Vizepräsidenten der Schweizer Zentralbank ebenfalls auf eine Schwäche des Franken, insbesondere seitdem sich die Währungshüter die Schwächung der heimischen Währung zum Ziel gemacht haben. Dieses Vorhaben soll durch die Bereitschaft einer möglichen Währungsmarktintervention gewährleistet werden, wobei die Aussicht auf eine Zinserhöhung in den nächsten Jahren weiterhin nicht gegeben ist.

Der gestrige Tag ließ ein gemischtes Gefühl bei Investoren zurück und schwächt den Euro nach einer anfänglich positiven Bewegung leicht ab. Somit bleibt das Szenario einer Bewegung in Richtung des Jahrestiefs 1,1050 weiterhin möglich, wobei erst bei einem durchstoßen des Niveaus 1,1160 von einer kurzfristigen Umkehr gesprochen werden kann.

GBP

EUR GBP (0,8960)
Die politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen scheinen ineinander zu verschmelzen und verhelfen dem Pfund zu einem der schlechtesten Quartale seit drei Jahren. Die Aufwärtsbewegung des EURGBP wurde gestern fortgeführt, nachdem die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes (PMI) die fundamentalen Risse in der britischen Ökonomie aufzeigten. Der Sentimentindikator, welcher das Vertrauen in das Baugewerbe abbildet, verzeichnet den schlechtesten Monat seit 2009 und schwächt in Verbindung mit den taubenhaften Aussagen der Bank of England (BoE) das Pfund ab. Dabei machte die Rede des BoE-Präsidenten Mark Carney noch mal deutlich, dass eine Zinssenkung durchaus im Raum der Möglichkeiten steht und bestätigt Investoren in Ihren Vermutungen eines schwachen Pfunds. Daraufhin fielen die Renditen für britische Staatsanleihen auf ein knapp 30-monatiges Tief, inmitten der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung. Dieses Szenario wurde von Geldmärkten vor der gestrigen Rede mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent notiert und stieg danach rasant auf 57 Prozent an. Dabei scheint es, als würden die Zinssenkungswahrscheinlichkeiten den Verlauf der Brexit-Verhandlungen nachbilden. Carney zufolge ist die angespannte geopolitische Lage, in Kombination mit dem Szenario eines No-Deal Brexits, Schuld an der taubenhaften Stellung der Zentralbank. Kommt es im Laufe der Verhandlungen zu einem unerwartet glatten Austritt Großbritanniens, könnte sich die Bank of England vorstellen, die Zinssätze auch zu erhöhen. Inmitten der gestrigen Rede des Präsidenten bekräftige ein Bericht der Ratingagentur Moody´s die Ängste eines No-Deal Brexits. Der Agentur zufolge, könnte ein Austritt Großbritanniens ohne Abkommen mit der Europäischen Union, zu einer möglichen Rezession führen. Solch ein Szenario würde sich laut Analysten in einer deutlichen Abwärtsbewegung des Pfunds manifestieren und könnte die britische Wirtschaft in den kommenden Quartalen erheblich schwächen. Dabei scheint diese Option gar nicht mal so abwegig, bedenkt man, dass die zwei bestehenden Kandidaten für die Stelle des britischen Premierministers, ein No-Deal Szenario noch nicht verneint haben.

PLN

EUR PLN (4,2440)
Kurz vor der Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank scheinen Investoren die Nachfrage nach dem Zloty weiterhin hochzuhalten und so verweilt das Währungspaar an einem 13-monatigen Tief. War die Aufwärtsbewegung des Zloty im April und Mai noch von der erhöhten US-Zinssenkungswahrscheinlichkeit geprägt, wechselt die heimische Inflation in den Vordergrund und übernimmt nach einem fünfmonatigen Anstieg auf 2,6 Prozent die Rolle des Wechselkurstreibers. Der zuletzt ersichtliche Richtungswechsel der Europäischen Zentralbank hin zu einer expansiven Geldpolitik könnte den Zloty in Kombination mit einer neutralen polnischen Notenbank stärken. Wie wahrscheinlich eine Zinsveränderung in diesem Jahr ist, wird sich bei der heutigen Zinsentscheidung herausstellen.

Das Niveau um 4,2360 dient dem Euro als souveräne Unterstützung, wobei an der Oberseite 4,2470 verhindert, dass sich Erholungsversuche der Gemeinschaftswährung in Richtung 4,2500 entfalten.

HUF

EUR HUF  (322,80)
Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der ungarischen Leitzinssituation, scheint die gestern nochmals aufgekommene politische Unsicherheit in der Eurozone, dem Forint zugutegekommen zu sein.
Die gestern angelegte Euroschwäche lässt das Währungspaar unter die Unterstützung 323,10 fallen und weckt das Potenzial für Abwärtsbewegungen in Richtung 321,50 (200-1D Moving Average). Um eine mittelfristige Umkehr des EURHUF zu signalisieren, müsste das Niveau 319,80 fallen, um Potenzial bis 317,00 zu entfalten. Die Wahrscheinlichkeit dieser Szenarien bleibt jedoch weiterhin von der Datenlage abhängig, wobei die am Donnerstag veröffentlichten ungarischen Einzelhandelsumsätze und Industrieerträge die Ersten richtungsweisenden Impulse geben könnten.

CZK

EUR CZK  (25,450)
Aufgrund fehlender relevanter Wirtschaftsdaten für den gestrigen Tag, scheinen Marktteilnehmer weiterhin die am Montag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes zu verarbeiten. Dabei vermerkt der tschechische Indikator für das verarbeitende Gewerbe mit einem Wert von 45,9 den geringsten Wert seit knapp zehn Jahren. Investoren sahen sich demnach mit der schlechten Datenlage konfrontiert und Re-evaluierten Ihre Positionen in der tschechischen Krone.

Somit konnte sich der derzeit angeschlagene Euro gestern minimal stärken und erste Erholungsversuche in Richtung 25,460 wagen. Sollte jedoch im Falle weiterer Kursrückgänge auch noch die Unterstützung bei 25,415 fallen, würde der Euro erneut in einen mindestens mittelfristigen Abwärtstrend überführen, dessen anfängliches Potenzial bis 25,360 reicht. Das derzeit wahrscheinlichere Szenario liegt jedoch in einer mittelfristigen Erholung der Gemeinschaftswährung, welches durch eine endgültige Bestätigung des doppelten Bodens bei 25,415 beglaubigt werden könnte.


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