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Wöchentliche Marktberichte

Jul 02, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

G20 kurbelt Märkte an

USD

EUR USD (1,1280)
Die erhöhte Risikobereitschaft der Marktteilnehmer, welche Kapitalmärkten in Schwellenländern zu einem guten Start in die Woche verhelfen konnte, scheint dem Euro keinen Rückenwind zu verschaffen und so verzeichnet die Gemeinschaftswährung die größte tägliche Abwertung seit April dieses Jahres. Dass die gestrige Abwärtsbewegung stärker ausfiel als zuvor antizipiert, liegt neben einer breit angelegten Dollar-Stärke auch an dem schlechten Datenfluss für die Europäische Union. Hoffnungen einer Verbesserung des verarbeitenden Gewerbes wurden gestern wiederholt enttäuscht, nachdem der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Eurozone, den fünften Monat infolge sinkt und ein dreimonatiges Tief bei 47,6 erreicht. Somit fiel die Aufmerksamkeit in der zweiten Hälfte des Tages auf den gleichen Indikator (PMI) für die US-amerikanische Wirtschaft. Obwohl der US-Einkaufsmanagerindex einen leichten Rückgang von 52,1 auf 51,7 verzeichnen konnte, bleibt dieser im expansiven Bereich (über der Marke von 50) und lässt mit einem steigenden Subindex, welcher die Beschäftigungslage abbildet, auf ein positives Ergebnis bei den wichtigen Non-farm payrolls (NFPR) am Freitag hoffen, welche den Höhepunkt der Woche darstellen werden. Der Beschäftigungsindikator, welcher von 53,7 Prozent auf 54,5 Prozent steigt, stellt den für diese Woche Ersten von drei Indikatoren des US-amerikanischen Arbeitsmarktes dar. Dass Daten bezüglich der Beschäftigung derzeit eine hohe Aufmerksamkeit genießen, liegt an der Relevanz, welche Ihnen von der US-amerikanischen Notenbank zugeschrieben wird. Im Gegensatz zu der europäischen Notenbank bildet die Vollbeschäftigung, neben einem konstanten Inflationsziel, das zweite Mandat der US-Währungshüter. Somit könnten jegliche Zeichen einer Verschlechterung der Arbeitssituation zu einer erhöhten Zinssenkungswahrscheinlichkeit führen. Ein positives Jobwachstum, welches mit dem ADP-Bericht am Mittwoch und den Non-farm payrolls am Freitag bestätigt werden könnte, sollte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Wert von 50 Basispunkten schwächen, wobei eine Senkung im Ausmaß von 25 Punkten fast schon zu hundert Prozent eingepreist bleibt.

Somit scheitert der EURUSD wiederholt daran, die signifikante Barriere bei 1,1400 zu durchbrechen und macht sich aufgrund einer allgemeinen Dollar-Stärke auf den Weg nach unten. Die unmittelbaren Unterstützungen liegen derzeit bei 1,1250 und 1,1220, wobei ein Bruch durch den täglichen gleitenden Durchschnitt (der letzten 50 Perioden) zu weiterem Abwertungspotenzial in Richtung 1,1190 führen könnte. Erste Signale für dieses Szenario werden die heute veröffentlichten deutschen Einzelhandelsumsätze bieten.

CHF

EUR CHF (1,1135)
Die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den beiden Großmächten scheint Anleger glücklich gestimmt zu haben und lässt die Nachfrage nach sicheren Häfen wieder leicht abnehmen. Dabei scheinen nur die schlechter als erwarteten europäischen Konjunkturdaten die Aufwertung des Euro limitiert zu haben, welcher sich weiter von seinem 21-monatigen Tief entfernt. Es dauerte jedoch nicht lange, bis einige Marktteilnehmer Skepsis über den neu gefundenen Frieden zwischen den USA und China äußerten, da die Zollstreitigkeit bei Weitem nicht endgültig gelöst worden ist und ein Weiterführen des Handelsstreits zwischen den Staaten (hervorgerufen durch eine Verlangsamung der Weltwirtschaft) weiterhin eine Möglichkeit bleibt. Die Schweizer Zentralbank wird sich wohl kaum über die Erholungsversuche des Euro beschweren, zumal sich die Währungshüter negativ über die neuerliche Aufwertung des Franken äußerten und Ihre Bereitschaft einer Intervention am Währungsmarkt nochmal festigten.

Weiterhin wird der Franken von der globalen Risikobereitschaft getrieben, wobei Marktteilnehmer den achten monatlichen Fall der Schweizer Einzelhandelsumsätze infolge kaum Aufmerksamkeit schenkten, da heimische Wirtschaftsdaten derzeit keine hohe Priorität genießen. Ein Anstieg des EURCHF über 1,1160 könnte zu Bewegungen in Richtung 1,1250 führen, wobei die erste Unterstützung an der unteren Seite von dem Niveau 1,1120 definiert wird.

GBP

EUR GBP (0,8930)
Die Anzeichen einer Verlangsamung der britischen Wirtschaft häufen sich. Die scheinbare Schwäche des Pfunds, hervorgerufen durch die Unsicherheiten des Brexits, manifestierte sich in einer mehr als vierprozentigen Abwertung der Währung, in einem Zeitraum von zwei Monaten. Nun fügt sich auch die Wirtschaftslage den Brexit-Turbulenzen und verweist mit einem Einkaufsmanagerindex von 48 den dritten Fall in Folge und sinkt auf das geringste Niveau seit Februar 2013. Obwohl die neuerliche Aufwärtsbewegung des EURGBP weiterhin anhält, bleiben die täglichen Aufwertungen marginal, da Investoren keine allzu großen Positionen wagen wollen, solange die Frage des nächsten Premierministers nicht geklärt worden ist. Die zwei stehenden Kandidaten, Boris Johnson und Jeremy Hunt, scheinen beide einen No-deal Brexit nicht ausschließen zu können. Anfangs vermarktete sich der Außenminister Hunt, als die rationale Stimme inmitten der euroskeptischen Äußerung von Boris Johnson. Nun scheint sich Hunt dessen nicht mehr so sicher und schlägt einen weitaus pessimistischeren Ton an. Der konservative Politiker scheint nun sogar einen Zehn-Punkte Plan ausgearbeitet zu haben, welcher einen geregelten No-Deal Brexit machbar machen würde.

Ein weiterer Schub der Gemeinschaftswährung könnte dem Währungspaar die Überbrückung der Barriere bei 0,8970 erleichtern und Potenzial in Richtung 0,9000 entfalten. An der Unterseite bleibt 0,8870 als souveräne Unterstützung bei potenziellen Verlusten erhalten.

PLN

EUR PLN (4,2420)
Es scheint nun so, als würden sich auch in der sonst so souveränen polnischen Wirtschaft erste Zeichen einer Verlangsamung bemerkbar machen. Getrieben von einem Verfall der Neubestellungen, sinkt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf einen Wert von 48,4 und zieht somit weiter in den negativen Bereich. Obwohl Indikatoren wie die Einzelhandelsumsätze, welche die heimische Nachfrage abbilden, weiterhin positiv überraschen, scheint das verarbeitende Gewerbe konstant schwach und verzeichnet im Juni den achten monatlichen Fall in Folge. Kurzfristig schien diese Tatsache Marktteilnehmer kaum gestört zu haben, da der jährliche Inflationsanstieg von 2,6 Prozent  derzeit jegliches Marktgeschehen dominiert. Obwohl sich der Präsident der NBP deutlich gegen eine Zinsveränderung im Jahr 2019 ausgesprochen hatte, sehen Investoren eine weiterhin bestehende Wahrscheinlichkeit,  dass der inflationäre Druck erkannt, und durch eine Zinsstraffung bekämpft werden könnte.

Der Zloty beginnt die Woche unberührt von den global sinkenden Einkaufsmanagerindizes somit positiv und wertet auf ein neues 23-monatiges Hoch auf. Kurzfristig bleibt der Wechselkurs von der Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank abhängig, wobei der längerfristige Trend von den geldpolitischen Treffen der EZB und FED in der letzten Juliwoche beeinflusst werden wird.

HUF

EUR HUF  (323,10)
Der erhöhte Optimismus über die Aufnahme neuer Handelsgespräche zwischen den USA und China, scheint die Kapitalverlagerung in Schwellenländer deutlich gefördert zu haben. Auch nachdem die Einkaufsmanagerindizes regionalübergreifend auf eine Verlangsamung der globalen Wirtschaftsaktivität gedeutet hatten, konnte sich der Forint gegenüber dem Euro im Positiven halten.  Die sonst so starke ungarische Wirtschaft, welche sich gemessen am Bruttoinlandsprodukt, auf dem besten Stand seit 2004 befindet, bleibt dabei nicht unberührt. Obwohl sich der Einkaufsmanagerindex mit einem Wert von 54,4 weiterhin deutlich über der Marke von 50 (Über 50 deutet auf eine Expansion hin) befindet, sinkt dieser vom Rekordhoch im Vormonat (57,9) ab.

Der seit Mai leicht nach oben geneigte Aufwärtstrend des Paares bleibt mit der gestrigen Abwertung weiterhin aufrechterhalten, könnte jedoch mit einem Fall unter 321,50 in Gefahr geraten. Kurzfristig könnte sich das Währungspaar im Bewegungsbereich zwischen 321,00 und 326,00 gefangen sehen, wobei die längerfristige Tendenz von dem globalen Risikosentiment und dem Zinsdifferenzial zwischen der europäischen und ungarischen Region abhängen wird.

CZK

EUR CZK  (25,450)
Der gestrige Datenfluss aus der Europäischen Union und der Tschechischen Republik scheint Marktteilnehmer Ihre Erwartungen über eine Zinsstraffung der tschechischen Zentralbank (CNB) überdenken zu lassen. Obwohl die heimische Inflation (2,9 Prozent) weiterhin ein hohes Niveau aufweist, bleibt die globale Tendenz zur expansiven Geldpolitik und mit Ihr das Potenzial zu Zinssenkungen bestehen. Dabei scheint die Frage offenzubleiben, wie die CNB auf eine weitere Reihe negativer Wirtschaftsdaten reagieren würde. Die derzeitige globale Umgebung könnte der Zentralbank Probleme bereiten, nicht zuletzt da die Tschechische Republik als exportorientiertes Land stark am globalen Markt beteiligt ist und von einem Rückgang der weltweiten Handelsaktivität betroffen wäre. Inmitten dieser Unsicherheit fällt der Einkaufsmanagerindex auf ein fast 10-jähriges Tief im Juni, ausgelöst durch eine schwache Produktion und einem Fall in neuen Geschäftsabschlüssen. Mit einem Wert von 45,9 bleibt der Sentimentindex deutlich unter der Grenze von 50 und festigt die Ängste um eine Verlangsamung der Wirtschaft.

Infolgedessen konnte die erhöhte Risikobereitschaft, hervorgerufen durch das positive Ergebnis des G20-Gipfels, die schlechte Datenlage nicht überschatten und so scheint es, als würde der EURCZK zumindest kurzfristig eine Bodenbildung bei 25,410 signalisieren. Eine langfristige Umkehr des Abwärtstrends kann erst über den gleitenden Durchschnitten bei 25,680 und 25,720 signalisiert werden, wobei der erste Widerstand bei der im Juni unterlaufenen Unterstützung bei 25,550 liegt.


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