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Wöchentliche Marktberichte

Jul 01, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Einigung auf Waffenstillstand

USD

EUR USD (1,1320)
Das Treffen der weltpolitischen Elite bei dem G20-Gipfel in Osaka, scheint von Marktteilnehmern im Gesamten als positiv beurteilt worden zu sein und lässt die Risikobereitschaft wieder leicht steigen. Obwohl am Wochenende kein Handelsabkommen zwischen den USA und China zustande gekommen ist, sieht Donald Trump fürs Erste von neuen Importzöllen ab und lässt Hoffnungen auf weitere Gespräche mit Präsident Xi Jinping erwecken. Dass sich der vorübergehende Waffenstillstand ebenfalls auf den zuvor sanktionierten chinesischen Giganten Huawei bezieht, wurde im Vorhinein nicht antizipiert und lässt auf weitere Kompromissversuche hoffen. Unerwartet kam auch der nordkoreanische Staatsbesuch Donald Trumps und das Treffen mit Kim Jong Un, welches Trump den Ersten amtierenden US-amerikanischen Präsidenten macht, welcher Nordkorea betritt. Trotz fehlender signifikanter Ergebnisse, bleiben weitere Gespräche laut den beiden Staatschefs offen. Mit dem Ende des G20-Gipfels steht diese Woche wieder eine neue Runde von Wirtschaftsveröffentlichungen auf dem Kalender, wobei Marktteilnehmer auf jegliche Signale einer Verschlechterung der US-amerikanischen Wirtschaft achten werden, um die Wahrscheinlichkeit einer US Zinssenkung zu antizipieren. Höchste Priorität genießt dabei der monatliche Beschäftigungsbericht (Non-farm payrolls). Von Reuters befragte Ökonomen gehen von einem Jobwachstum von 158 Tausend im Juni aus, nachdem im Vormonat nur 75 Tausend neue Jobs geschaffen worden sind. Bei der Arbeitslosigkeit sollte es keine großen Überraschungen geben, welche weiterhin auf Ihrem 50-jährigen Tief bei 3,6 Prozent verweilen dürfte. Vor dem Beschäftigungsbericht am Freitag könnte der hoch relevante ISM Einkaufsmanagerindex für das US-amerikanische verarbeitende Gewerbe neue Signale über die wirtschaftliche Lage in der größten Ökonomie der Welt liefern. Trotz der optimistischen Situation bezüglich der Handelsbeziehungen, preisen Geldmärkte weiterhin eine 100-prozentige Chance einer Zinssenkung im Juli ein, wobei eine 30-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Zinssenkung mehr als nur 25 Basispunkte betragen wird. Diese erhöhte Erwartung einer geldpolitischen Lockerung der US-amerikanischen Notenbank bleibt somit aufrecht, nachdem der PCE Kernindex (Inflationsindikator) im Mai um nur 1,6 Prozent wächst (ggü. Vorjahr) und folglich weiterhin unter dem angestrebten Niveau von 2 Prozent liegt. Wirtschaftsdaten für die Eurozone dürfen dabei jedoch nicht vernachlässigt werden, insbesondere da die neuerliche Aufwärtsbewegung der Gemeinschaftswährung, langfristig nur durch eine Verbesserung der fundamentalen Wirtschaftssituation getrieben werden kann. Den Start in die Woche machen dabei die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, Frankreich und die Eurozone, welche von der deutschen Arbeitslosigkeit und den deutschen Einzelhandelsumsätzen gefolgt werden. Gegen Ende der Woche treten dann die deutschen Werkaufträge in den Fokus, bevor der US-amerikanische Beschäftigungsbericht wieder jegliche Marktaufmerksamkeit am Freitag erhalten wird.

Der EURUSD bleibt nach seiner rasanten Aufholjagd im Juni weiterhin oberhalb seiner Unterstützung bei 1,1300, wobei die deutschen Einkaufsmanagerindizes (09:55) und die Arbeitslosenquote (09:55) erste Wechselkursimpulse für die Woche geben könnten. Den Höhepunkt des Tages stellt die Veröffentlichung des US-amerikanischen ISM Indizes dar (16:00), welcher bei einer negativen Abweichung vom erwarteten Wert (51,00) zu einer leichten Eurostärke führen könnte. Ein Durchbruch des Niveaus 1,1300 an der Unterseite, könnte jedoch Potenzial für Bewegungen in Richtung 1,1220 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1130)
Mit dem positiven Ende des G20-Gipfels und dem potenziellen Beginn neuer Handelsgespräche zwischen den USA und China, scheint die Nachfrage nach sicheren Anlagen leicht zurückzugehen. Mit dem Beiseitelegen neuer Importzölle und der Aufhebung der Sanktionen gegen Huawei macht sich ein auf breiter Front angelegter Optimismus breit und könnte die Kapitalverlagerung in risikoreichere Anlagen wieder stärken. Trotz der als Positiv erachteten Fortschritte, scheinen einige Steine auf dem Weg zu einem vollkommenen Abkommen zu liegen. Diese Fortschritte, beziehungsweise ein potenzielles Fehlen dieser, wird definitiv das Marktgeschehen der sicheren Häfen in den kommenden Wochen steuern.

Der Euro entfernt sich am Montagmorgen weiter von seinem 21-monatigen Tief und lässt auf weitere Erholungsversuche hoffen. Die erste Barriere, welche einem Aufwärtstrend entgegensteht, liegt bei 1,1160, wobei ein Durchstoßen dieses Niveaus zu Bewegungen in Richtung 1,1250 führen könnte.

GBP

EUR GBP (0,8930)
Das Austrittsdatum Großbritanniens aus der Europäischen Union rückt immer näher und lässt Marktteilnehmer aufgrund fehlender richtungsweisender Information vorsichtig agieren. Diese Nervosität spiegelt sich auch in dem engen Bewegungsband des Währungspaares wider, welches sich fast den ganzen Juni im Bereich zwischen 0,8870 und 0,8970 bewegte. Marktteilnehmer gehen in den nächsten Wochen  von einem Anstieg der Volatilität aus, insbesondere da weiterhin jegliche Klarheit über den Brexit besteht. Aufseiten relevanter Marktveröffentlichungen bleibt es relativ ruhig, wobei der britische Einkaufsmanagerindex (PMI) das einzig signifikante Ereignis darstellt. Von Reuters befragte Ökonomen gehen von einem leichten Anstieg der PMI´s für das verarbeitende Gewerbe, den Dienstleistungssektor und das Baugewerbe aus. Größtes Potenzial den Wechselkurs signifikant zu bewegen, halten jedoch weiterhin Entwicklungen in Sachen Brexit inne.

PLN

EUR PLN (4,2450)
Die Äußerungen einiger Mitglieder der polnischen Zentralbank, den Zinssatz für die nächsten Monate konstant zu halten, scheinen bei einigen Marktteilnehmern nicht angekommen zu sein, welche sich aufgrund einer erhöhten Inflation weiterhin eine Zinsstraffung erhoffen. So wertet der Zloty am Freitag auf ein neues dreizehnmonatiges Hoch auf, nachdem der Verbraucherpreisindex den fünften Monat in Folge steigt (2,6 Prozent ggü Vorjahr). Der jährliche Anstieg betrug im Juni 2,6 Prozent und befindet sich somit zum ersten Mal seit Ende 2012 über dem mittleren Inflationsziel der polnischen Währungshüter, welches derzeit bei 2,5 Prozent verankert liegt. Einigen Ökonomen zufolge haben Firmen die zuletzt steigenden Energie- und Arbeitskosten bislang intern absorbieren können. Diese Bereitschaft scheint langsam an Ihre Grenze zu kommen und so fangen polnische Firmen vermehrt an die Preise zu erhöhen, welches sich in einem Anstieg der allgemeinen Inflation widerspiegelt. Marktteilnehmer gehen jedoch weiterhin davon aus, dass sich die polnische Zentralbank den Notenbanken der Region anschließen wird und das Zinsniveau konstant halten könnte, nachdem die ungarischen und tschechischen Währungshüter ebenfalls nichts an Ihren Leitzinsen verändert haben. 

Weitere Verluste in Richtung 4,2350 bleiben offen, wobei Erholungsversuche des Euro die erste Barriere bei 4,2500 finden könnten. Ein Durchstoßen dieses Niveaus könnte Bewegungen in Richtung 4,2600 entfalten.

HUF

EUR HUF  (322,80)
Für Forint-Investoren bildete die ungarische Zinsentscheidung am Dienstag den Höhepunkt der Woche ab. Marktteilnehmer und Geldmärkte scheinen sich weiterhin im Unklaren, wie wahrscheinlich eine Zinserhöhung in diesem Jahr ist, nachdem die Notenbank zwar den Zinssatz konstant lässt, Ihre Inflationsprognosen für die gleiche Periode jedoch nach oben schraubt. Dem ungarischen Notenbankpräsidenten Marton Nagy zufolge, befände sich die Wirtschaft in einer Hochdruckphase, welche jedoch von keinem Risiko einer inflationären Überhitzung gekennzeichnet ist. Leichte Bestätigung findet diese Aussage ebenso mit der letzten Veröffentlichung der ungarischen Löhne, welche im April um neun Prozent wachsen, nachdem im Vormonat ein Anstieg von 10,2 Prozent vermerkt wurde. Dem schließen sich auch die Produzentenpreise an, welche im Mai nur 2,7 Prozent wachsen und eine Verlangsamung zum Vormonat (4,1 Prozent) aufweisen. Mit diesem Hintergrund bleiben die Einkaufsmanagerindizes am Montag und die Einzelhandelsumsätze am Donnerstag von hoher Bedeutung, welche die nächsten Signale über den Stand der ungarischen Wirtschaft liefern könnten.
Mit der Abwertung am Freitag scheint Potenzial für weitere Abwärtsbewegung mit Ziel 321,00 geweckt worden zu sein, wobei das Niveau bei 324,50 derzeit jegliche Ansätze einer Eurostärke verhindert.

CZK

EUR CZK  (25,420)
Zahlreiche Neuigkeiten in Bezug auf die tschechische Wirtschaft gab es gegen Ende der letzten Woche keine. Trotz einer derzeit angeschlagenen deutschen Wirtschaft, welche den Abnehmer von knapp dreißig Prozent aller tschechischen Exporte ausmacht, wurde das jährliche Bruttoinlandsprodukt Tschechiens um 0,2 Prozent nach oben revidiert und befindet sich derzeit auf einem souveränen Niveau von 2,8 Prozent. Da auch diese Woche der Einkaufsmanagerindex die einzige relevante Veröffentlichung ausmacht, bleibt das Paar von der Datenlage der Eurozone und dem globalen Risikosentiment abhängig.

Dem ersten Widerstand sieht sich der Euro bei 25,460 entgegen, wobei eine allgemeine Eurostärke weitere Bewegungen in Richtung 25,550 ermöglichen würde. Das derzeit wahrscheinlichere Szenario bleib jedoch eine Tendenz zur Schwäche des Euro, insbesondere da ein leichter Hauch des Optimismus bezüglich der jüngsten Handelskompromisse die Krone stärken könnte. Somit bleibt die mittelfristige Tendenz des Paares von der nächsten richtungsweisenden Bewegung aus dem Bereich 25,410 und 25,460 abhängig.


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