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Wöchentliche Marktberichte

Jun 28, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ruhe vor Gipfel

USD

EUR USD (1,1360)
Die Anspannung in den Märkten ist vor dem Beginn des G20-Gipfels in Osaka deutlich zu spüren und spieglet sich in einer fehlenden Entschlossenheit der Marktteilnehmer wider. Dabei scheint sich die vorsichtige Haltung der Investoren in keiner negativen Bewegung des Euro bemerkbar zu machen, welcher es schafft, die gesamte Woche über der wichtigen Unterstützung von 1,1345 zu bleiben und Hoffnungen auf weitere Aufwärtsbewegungen zu wecken. Dass den gestrigen Datenveröffentlichungen wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, schien aufgrund der Dominanz geopolitischer Themen und dem Handelskrieg wenig erstaunlich. Sowohl der deutsche Inflationsindikator, in Form des Verbraucherpreisindizes (1,6 Prozent ggü. Vorjahr), als auch der US-amerikanische PCE-Kernindikator (1,2 Prozent), vermerken einen leichten Anstieg. Somit fällt der Blick nun auf den Verbraucherpreisindex für die gesamte Eurozone (11:00) und die jährliche Veränderung der Inflation in den USA (14:30), welche den wichtigsten Maßstab für Entscheidungen der US-amerikanischen Notenbank darstellt. Allzu große Wirkung hatte der leichte Anstieg der deutschen Preise jedoch nicht, da einen Monat vor dem nächsten Treffen der Europäischen Zentralbank, Sentimentindizes auf eine immer schlechter werdende Wirtschaftslage hindeuten. Im Juni sinkt der ökonomische Sentimentindex auf 103,3 (im Mai 105,2) und bildet somit das pessimistischste Bild der Wirtschaft, seit fast drei Jahren ab. Der Verfall des Indikators der Europäischen Kommission könnte die EZB in ihren neuerlichen Expansionswünschen bestätigen und die Notenbank aktiv werden lassen. Bei dem heutigen G20-Treffen wird sich US-Präsident Donald Trump mit diversen Staats- und Regierungschefs treffen, wobei die Gespräche zwischen Trump und Russland, Deutschland und Japan im Fokus liegen werden. Das Treffen mit Präsident Xi Jinping ist für Morgen angesetzt und wird den voraussichtlichen Höhepunkt des Kongresses darstellen.

Die fehlende Reaktion der Marktteilnehmer auf die signifikanten Datenveröffentlichungen, scheint die Dominanz geopolitischer Themen nochmals zu bestätigen und so richten sich alle Blicke auf das Treffen in Osaka. Dabei könnte das allgemeine Risikosentiment darüber entscheiden, ob sich der EURUSD am Montag weiterhin über dem Niveau 1,1345 befindet, wobei ein Fall Unterstützung bei 1,1300 und 1,1220 finden würde. An der Oberseite würde eine Bewegung aufwärts 1,1400, Potenzial in Richtung 1,1450 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1080)
Es scheint nicht verkehrt zu sagen, dass die Geschehnisse in Osaka am Wochenende den Schweizer Franken deutlich beeinflussen könnten. Die als sichere Anlage gesehene Währung genoss im Juni, aufgrund steigender Unsicherheiten bezüglich des Ergebnisses der Handelsgespräche zwischen den USA und China, eine erhöhte Nachfrage. Ein diese Woche leicht eingesetzter Optimismus über ein Treffen der beiden Staatschefs brachte dem Euro eine kleine Verschnaufpause ein, wobei die gestrige Aufwertung des Franken, Marktteilnehmer unsicher über die mittelfristige Richtung des Währungspaares lässt. Dabei scheinen in Osaka drei große geopolitische Themen im Rampenlicht zu stehen. Zum einen bleibt eine Lösung bezüglich des Konflikts zwischen dem Iran und den USA weiterhin aus und bestimmte zuletzt die steigende Kaufkraft des Franken. Im Hintergrund dessen werden auch die jüngsten handelsbezogenen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union/ Japan eine potenzielle Erklärung finden. Das inoffizielle Gesprächsthema zwischen Frankreich und Deutschland wird voraussichtlich die Wahl des nächsten EU-Kommissionspräsidenten sein. Dieser wird die Union für die nächsten Jahre prägen und ebenfalls für die Position der EZB-Präsidentschaft von Bedeutung sein, welche sich wiederum auf die Geldpolitik der EZB und damit den EURCHF auswirken wird.

Zumindest kurzfristig scheint die Bodenbildung bei 1,1050 bestätigt worden zu sein. Das Szenario einer weiteren Stärkung des Franken und eines konsequenten Falles in Richtung 1,0950 bleibt jedoch durchaus möglich, insbesondere mit dem Bestehen der globalen politischen Unsicherheiten bezüglich des Brexits und der internen Spannungen innerhalb der EU, gekoppelt mit den geldpolitisch expansiven Wünschen der EZB.

GBP

EUR GBP (0,8970)
Das britische Pfund befindet sich auf gutem Wege, die achte Woche in Folge gegenüber dem Euro abzuwerten. Dabei scheint es zu keinen großartigen Neuigkeiten gekommen zu sein, welche sich in einer drastischen Abwärtsbewegung der britischen Währung hätten manifestieren können. Vielmehr ist es die längerfristige Unsicherheit bezüglich des Austrittsabkommens Großbritanniens, welche nicht nur das Pfund dämpft, sondern ebenfalls die britische Zentralbank in ihren geldpolitischen Optionen schwerwiegend limitiert. Boris Johnson bleibt wie letzte Woche weiterhin der Spitzenkandidat für die Position des neuen Premierministers, scheint jedoch verstärkt auf politischen Gegenwind zu stoßen. Bemerkbar macht sich dieser Widerstand in einem Wunsch einiger Parlamentsabgeordnete wiederholt den Versuch zu starten, ein No-Deal Szenario zu verhindern. Dieses Anliegen würde durch einen Parlamentsabschluss (Wahl am 2. Juli) geschehen, welcher dem Premierminister verbieten würde, Gespräche mit der Europäischen Union aufzugeben, solange kein Abkommen ausgearbeitet wurde.
Obwohl heute die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal ansteht und voraussichtlich mit 1,8 Prozent bestätigt werden wird, bleibt die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer, derzeit durch das G20-Treffen getrieben, ausschlaggebender Faktor in der Wechselkursbewegung des EURGBP. Dieses befindet sich gerade in der Nähe des fünfmonatigen Hochs und könnte beim Durchstoßen von 0,8980 ein neues Hoch setzen und das Ziel 0,9000 anpeilen. Verluste des Paares könnten bei 0,8910 und 0,8870 Unterstützung finden.

PLN

EUR PLN (4,2515)
Hoffnungen eines Waffenstillstandes im zuletzt angespannten Handelskrieg zwischen den USA und China, scheinen den zentraleuropäischen Aktienmärkten einen leichten Schub verpasst zu haben, lassen die Währungen der Region jedoch gemischt zurück. Der Zloty schlägt sich gestern weitaus besser als der Forint und die Krone und lässt Marktteilnehmer die neuerlichen Erholungsversuche des Euro hinterfragen, welcher sich weiterhin in Nähe seines zehnmonatigen Tiefs befindet. Impulse für die nächste Zinsentscheidung könnte vor dem Wochenende die Veröffentlichung der polnischen Inflation (10:00) bieten, wobei das allgemeine Sentiment, getrieben durch die Ergebnisse des G20-Treffens in Osaka, das kurzfristige Marktgeschehen und den endgültigen monatlichen Schlusskurs deutlich dominieren wird.

Positive Fortschritte in den Handelsgesprächen könnten die Risikobereitschaft der regionalen Investoren erhöhen und sich in einem Durchbruch der momentanen Unterstützung bei 4,2500 bemerkbar machen, wobei dann Bewegungen in Richtung 4,2470 (Tief 07. August 2018) zustande kommen könnten. Das Szenario einer Erholung der Gemeinschaftswährung würde mit einer Verringerung der polnischen Inflation oder unerwünschter Ereignisse beim G20-Treffen plausibler erscheinen, wobei die erste Barriere nach oben das Niveau 4,2700 darstellen würde.

HUF

EUR HUF (323,90)
Marktteilnehmer verarbeiten weiterhin die Zinsentscheidung der ungarischen Zentralbank (MBH), welche am Dienstag entschieden hat, das Zinsniveau trotz des expansiven Richtungswechsels der europäischen Notenbank beizubehalten. Dabei scheinen sich Anleger nicht ganz über die allgemeine Haltung der MBH einig zu sein, welche weiterhin eine offizielle taubenhafte Geldpolitik ansetzt, die Inflationsprognosen für die kommenden zwei Jahre jedoch nach oben schraubt und somit von einer potenziellen Überhitzung des Preisniveaus ausgeht. Der Präsident der Notenbank sieht die Wahrscheinlichkeit einer inflationären Wirtschaft jedoch als eher unwahrscheinlich an und so könnte sich der Forint kurzfristig bei seinem derzeitigen Niveau stabilisieren, wobei die mittelfristige Tendenz zur Schwäche weiter aufrechterhalten bleibt. Die nächste Zinsentscheidung, bei der ein Inflationsbericht veröffentlicht wird, liegt im September, wobei die geldpolitische Stellung der Notenbank bis dahin von der Datenlage beeinflusst werden wird. Erste Signale über das unmittelbare Preisniveau nach der Zinsentscheidung werden die Veröffentlichungen des ungarischen Verbraucherpreisindizes und der Löhne liefern, welche für 09:00 Uhr angesetzt sind.
Der Forint bleibt somit leicht angeschlagen, solange sich das Paar oberhalb 321,50 (200-1D Moving Average) befindet. Stärkerer Abwärtsdruck in Richtung 319,80 könnte erst bei einem allgemeinen „Risk-off“ Sentiment wahrscheinlich werden.

CZK

EUR CZK (25,440)
Ohne wirklich neue Veröffentlichungen am gestrigen Tag, scheint die jüngste Zinsentscheidung der tschechischen Notenbank immer noch von den Märkten verdaut zu werden. Spekulationen über eine Neunte Zinsstraffung in zwei Jahren wurden diese Woche nicht erfüllt und auch die Pressekonferenz nach dem Treffen der Notenbank brachte wenig Hoffnung auf eine Erhöhung in diesem Jahr. Laut dem CNB-Präsidenten Jiri Rusnok scheint das allgemeine Zinsniveau noch eine Weile bei seinem derzeitigen Niveau von 2,0 Prozent zu bleiben, unter der Annahme, dass sich die globalen Handelsbeziehungen nicht zu sehr verschlechtern und die Rezessionsängste einiger Investoren schüren. Das Zinsdifferenzial zwischen dem Euroraum und der Tschechischen Republik könnte an ein Hoch gekommen sein, wobei einige Marktteilnehmer wie Morgan Stanley eine Zinserhöhung immer noch wahrscheinlicher finden, als den Start einer Lockerungsperiode.


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