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Wöchentliche Marktberichte

Jun 27, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Geopolitik dominiert die Märkte

USD

EUR USD (1,1350)
Trotz eines ereignisreichen Tages, scheinen sich die positiven- als auch negativen Nachrichten für den Dollar gegenseitig annulliert zu haben und so bleibt der EURUSD zum Vortag fast unverändert. Dabei sah es anfangs so aus, als hätte der US-Dollar Potenzial für eine leichte Erholung, nachdem der amerikanische Finanzminister Optimismus über ein Handelsabkommen zwischen den USA und China beim G20 Treffen in Osaka verbreitet und das Abkommen als „zu neunzig Prozent ausgearbeitet“ beschreibt. Diese Zuversicht schien dem Dollar einen leichten Aufwind verschafft zu haben und so wertete das Währungspaar leicht von seinem dreimonatigen Hoch ab. Die gestrigen Erholungsversuche waren jedoch limitiert, da noch unklar ist, welche Wahrscheinlichkeiten für ein Zustandekommen eines Abkommens bestehen. Jegliche Zeichen einer konstruktiven Einigung bezüglich zukünftiger Zusammenarbeit der beiden Nationen würde den Dollar stärken, wobei die Folgen gescheiterter Gespräche von den Konsequenzen abhängen, welche Donald Trump und Xi Jinping ziehen würden. Trump scheint seine zuvor angekündigten 25-prozentigen Importzölle (wenn es zu keinem Abkommen beim G20 Gipfel kommt) leicht überdacht zu haben und so könnten es nur noch Zölle auf chinesische Waren, im Wert von zehn Prozent werden. Dass der EURUSD trotz des gestern aufgekommenen Optimismus über der wichtigen Unterstützung von 1,1345 blieb, lag wahrscheinlich auch an der nicht so berauschenden Datenlage für die US-amerikanische Wirtschaft. Die Bestellungen von Gebrauchsgütern (durable goods) fallen im Mai um 1,3 Prozent, was größtenteils auf die Schwäche bei den Flugzeugbestellungen zurückzuführen ist. Wirtschaftsdaten weisen vermerkt auf eine Verlangsamung der globalen Produktionsaktivität und lassen Marktteilnehmer in Sorge um eine anstehende Rezession. Vor diesem Hintergrund, scheint die heutige Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts der USA hoch relevant und könnte zeigen, ob die zuletzt schlechten Vertrauensindikatoren (Konsumentenvertrauen und Geschäftsklima) die derzeitige Verlangsamung überproportional widerspiegeln, oder als Vorwarnung einer Rezession gesehen werden können. Dem allgemeinen Preisniveau wird in der momentanen Periode sinkender Inflationserwartungen ebenfalls eine hohe Aufmerksamkeit geschenkt und so könnten die Inflationsveröffentlichungen für Deutschland (Verbraucherpreisindex um 14:00) und die USA (PCE Index um 14:30) neue Impulse für den EURUSD liefern.

Dieser befindet sich trotz leichter Erholungsversuche des Dollars weiterhin über der signifikanten Unterstützung von 1,1345, wobei ein Durchbruch dieses Niveaus zu Bewegungen in Richtung 1,1300 und 1,1220 führen könnte. An der Oberseite verhindert die Barriere um 1,1390 (200-1W Moving Average) derzeit jegliche langfristige Aufwärtsbewegung.

CHF

EUR CHF (1,1135)
Der gestern aufgekommene Optimismus bezüglich eines potenziellen Handelsabkommens zwischen den USA und China, scheint dem Euro eine kleine Verschnaufpause verschafft zu haben, welcher sich weiter von seinem 21-monatigen Tief entfernt. Die fragile geopolitische Lage, insbesondere vor dem G20 Gipfel in Japan, lässt die vermutliche Bodenbildung des Paares bei 1,1050 weiterhin offen und könnte erst mit einer längerfristigen Erholung des Euro bestätigt werden. Weitere Zeichen einer Verlangsamung der Wirtschaft oder neu aufgekommene Sorgen um die globalen Handelsbeziehungen, könnten sich jedoch schnell in einer Stärke des Franken widerspiegeln und zu weiteren Abwärtsbewegungen des Paares führen. Kommt es in diesem Szenario zu einem Durchbruch des Niveaus bei 1,1050, könnte das nächste Wechselkursziel die ehemalige Resistenz im Jahr 2016 beim Niveau 1,0950 sein. Kursbewegungen unterhalb 1,1160 signalisieren weiterhin eine leichte Tendenz zur Schwäche beim Euro, wobei ein Anstieg über diese Barriere, Bewegungen in Richtung 1,1260 (50-1D Moving Average) ermöglichen könnte. Aufseiten heimischer Daten bleibt für diese Woche nur der KOF Leitindikator relevant, bei dem eine geringe Verbesserung zum Vormonat erwartet wird. Die Volatilität bleibt jedoch weiterhin vom globalen Risikosentiment und den allgemeinen Haltungen der Zentralbanken abhängig.

GBP

EUR GBP (0,8950)
Trotz einer leichten Aufwertung des Paares, scheitert der EURGBP wiederholt daran, den Widerstand bei 0,8980 zu durchbrechen. Dabei scheint die geringe Liquidität, hervorgerufen durch eine unsichere Haltung der Marktteilnehmer, Schuld an der fehlenden richtungsweisenden Bewegung des Paares zu sein, welches sich seit drei Wochen im Bereich zwischen 0,8870 und 0,8980 befindet. Die britische Politik, dabei besonders hervorzuheben der Brexit, scheinen das derzeitige Marktgeschehen zu dominieren. Die beiden finalen Kandidaten um die Position des Premierministers und Führung der konservativen Partei, scheinen beide ein No-Deal Brexit nicht vollkommen ausgeschlossen zu haben und so rückt das Austrittsdatum (31. Oktober) immer näher, ohne wirkliche Fortschritte in dem Austrittsabkommen gemacht zu haben. Als Alternativen zu einem Austritt ohne Abkommen, scheinen dabei nur eine allgemein angesetzte Neuwahl oder ein zweites Referendum zu bleiben, wobei die Optionen kurzfristige Erholungsversuche des Pfunds rechtfertigen würden, die längerfristigen Sorgen jedoch die Aufwärtsbewegung der britischen Währung limitieren könnten. Einige Marktteilnehmer sehen das No-Deal Szenario als weiterhin nicht ganz im Wechselkurs eingepreist, was bei einem tatsächlichen Austritt ohne Abkommen zu potenziellen Bewegungen des Paares in Richtung 0,9200-0,9500 führen könnte. Dies bleibt hingegen von den Abkommen abhängig, welche Großbritannien mit Drittstaaten abschließt und welcher Natur die zukünftige Beziehung der Briten mit der Europäischen Union sein wird.

PLN

EUR PLN (4,2590)
Die Zweite tägliche Aufwertung des EURPLN in Folge, scheint den Eindruck einer Bodenbildung zu erwecken und lässt Potenzial für weitere Erholungen der europäischen Gemeinschaftswährung bestehen. Nach wiederholtem scheitern, das Niveau 4,2510 zu durchbrechen, vollzieht das Währungspaar einen leichten Richtungswechsel welcher nun von der Datenlage der beiden Volkswirtschaften und dem globalen Risikosentiment bestätigt werden müsste. Obwohl die polnische Wirtschaft weiterhin souveräne Wachstumsraten aufweist, scheinen sich vereinzelt negative Datenveröffentlichungen in den sonst so positiven Nachrichtenfluss zu mischen. Einzelhandelsumsätze im Mai stiegen (ggü. dem Vorjahr) um 5,6 Prozent, nachdem diese im April einen Anstieg von 11,9 Prozent verzeichnen konnten. Der zuletzt starke Zloty baut auch auf einer allgemeinen Schwäche des Dollars auf, welche zu Kapitalverlagerungen in risikoreichere Währungen führt. Eine Fortsetzung dieser Verkaufsnachfrage des US-Dollars könnte eine Abwertung des EURPLN in Richtung 4,2470-4,2700 in den Raum der Möglichkeiten stellen, wobei dieses Szenario ebenfalls von der Veröffentlichung des polnischen Verbraucherpreisindizes am Freitag abhängen wird.

HUF

EUR HUF  (323,45)
Die gestrige Handelsbandbreite des zentraleuropäischen Währungspaares bleibt, nicht zuletzt auch angesichts fehlender neuer ökonomischer Impulse überschaubar und lässt den seit dem 10. Juni angefangenen Aufwärtstrend weiter aufrecht. Die neuerliche Stärke der Gemeinschaftswährung würde bei einem Durchbrechen der Unterstützung 323,10 jedoch wieder in Gefahr kommen und so warten Markteilnehmer auf neue Signale über die Gesundheit der ungarischen Wirtschaft. Heimischen (ungarischen) Veröffentlichungen wird momentan hohe Aufmerksamkeit geschenkt, da die flexible Haltung der ungarischen Zentralbank eine Zinsveränderung in beide Richtungen erlauben würde und somit stark von der Datenlage abhängig bleibt. Somit könnten die Veröffentlichung des ungarischen Verbraucherpreisindizes und der Löhne am Freitag zeigen, wie sehr sich das Preisniveau seit Mai verändert hat. Ein weiterer Anstieg der Verbraucherpreise, welche sich derzeit mit 4,1 Prozent über dem Zielbereich der Zentralbank befinden, könnte Stimmen für eine Zinsstraffung lauter machen und den Forint wieder stärken.

CZK


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