Jetzt starten!

Tägliche Marktberichte

Jun 17, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Zinsentscheidung im Fokus

USD

EUR USD (1,1220)
Eine besser als erwartete Datenlage für die US-amerikanische Wirtschaft am Freitag, verschaffte dem Dollar Rückenwind in seinem Erholungsversuch und ließ Befürchtungen über eine Wirtschaftsverlangsamung leicht nachlassen. Im Fokus waren dabei die Einzelhandelsumsätze, welche auf Jahresbasis um 0,5 Prozent gestiegen sind und die US Industrieproduktion, welche mit 0,4 Prozent im Mai den größten Anstieg seit sechs Monaten verzeichnen konnte. Die Veröffentlichungen signalisierten eine leichte Erholung der Wirtschaft, nachdem die Industrieproduktion die ersten drei Monate des Jahres gefallen war. Allzu positiv fiel der Optimismus jedoch nicht aus, da die Daten am Nachmittag von dem Michigan Sentimentindex gefolgt worden sind, welcher im Mai schlechter als erwartet ausfällt und sich in eine Liste wachsender negativer Zahlen für die US-amerikanische Wirtschaft fügt. Unsicherheiten über die Gesundheit der globalen Wirtschaft und die politischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und China trieben die Nachfrage des US-Dollars als sichere Anlage nach oben. Diese damit ausgelöste Aufwärtsbewegung wurde im Juni von einer leichten Dollar-Schwäche ersetzt, welche durch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank (FED) ausgelöst wurde. Obwohl von keiner Zinsveränderung bei dem Treffen der Notenbank am Mittwoch auszugehen ist, könnte eine pessimistische Haltung bezüglich der Wirtschaftslage oder des Handelsstreits negative Signale senden und den Dollar wieder abschwächen. Es scheint, als würden Geldmärkte eine Zinssenkung schon bei der Zinsentscheidung im Juli mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent einpreisen. Erwartungen einer geldpolitischen Lockerung scheinen sich dabei ebenfalls auf die Währungshüter in der Eurozone bemerkbar gemacht zu haben. Die marktbasierten langfristigen Inflationserwartungen (In Form der 5y5y forward inflation swaps) erreichten zuletzt ein neues Tief bei 1,9 Prozent und verstärken die Annahme einer taubenhaften EZB. Verstärkt wurden diese Vermutungen durch die zuletzt eher pessimistischen Aussagen einiger EZB-Mitglieder und so gehen Geldmärkte von einer 60-prozentigen (2019) und 78-prozentigen (2020) Wahrscheinlichkeit einer Lockerung des Zinsniveaus in diesem Jahr aus. Obwohl die Veröffentlichung der europäischen Inflationszahlen und der ZEW Umfrage über die deutsche Konjunktur am Dienstag neue Impulse für das Währungspaar liefern könnten, bleibt die Zinsentscheidung der FED Treiber des Wechselkurses.

Die Abwertung des EURUSD letzte Woche ließ Marktteilnehmer den zuletzt positiven Ausbruch des Paares aus dem sechsmonatigen Abwärtstrend hinterfragen. Die größte Hürde an der oberen Seite bleibt das Niveau 1,1345 (200-1W Moving Average), welches seit März 2019 nicht durchstoßen werden konnte. An der Unterseite verhindert 1,1174, dass sich Bewegungen in Richtung Jahrestief 1,1110 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1210)
Alle Blicke sind auf die US-amerikanische Zentralbank und Ihre Zinsentscheidung am Mittwoch gerichtet. Die zuletzt angedeutete Zinslockerung in diesem Jahr in Verbindung mit der erhöhten Risikoaversion der Marktteilnehmer scheint die Kaufnachfrage gegenüber dem Schweizer Franken deutlich erhöht zu haben. Historisch gesehen, zeigt sich der Franken am Beginn einer US-amerikanischen geldpolitischen Expansion am stärksten, inmitten einer breit angelegten Abschwächung des Dollars. Dass der zuletzt starke Franken nicht allen Marktteilnehmern gefällt, wurde bei der Zinsentscheidung der Schweizer Währungshüter (SNB) letzte Woche deutlich. Die SNB behält das Zinsniveau weiterhin im negativen Bereich, unter anderem auch um aktiv die Stärke des Schweizer Franken bereichsgebunden zu halten und zu hohe Aufwärtsbewegungen zu limitieren.

Die Entwicklung im allgemeinen Risikosentiment wird voraussichtlich die weitere Bewegung des EURCHF diese Woche beeinflussen. Obwohl von keiner Zinsveränderung am Mittwoch ausgegangen wird, könnten Marktteilnehmer mögliche Zeichen einer taubenhaften Wende der FED als pessimistisches Zeichen der Wirtschaftslage werten und Kapital in den Franken verlagern. Somit bleibt das Szenario einer Bewegung in Richtung Jahrestief 1,1120 möglich, wobei potenzielle Erholungsversuche des Euro von 1,1260 und konsequenterweise 1,1300/50 verhindert werden.

GBP

EUR GBP (0,8907)
Boris Johnson gewinnt die erste Runde der internen Wahlen für die Führungsposition der konservativen Partei und lässt Marktteilnehmer ihre No-Deal Wahrscheinlichkeiten deutlich überdenken. Mit dem souveränen ersten Sieg rückt Boris Johnson immer mehr ins Rampenlicht und mit ihm die Tendenz eines Austritts Großbritanniens ohne Abkommen. Diese neuerlichen Entwicklungen scheinen sich negativ auf das Pfund ausgewirkt zu haben, welches gegenüber dem Euro die sechste Woche in Folge abwertet. Die Austrittsfrist (31. Oktober) scheint wenig Zeit für Verhandlungen zu bieten, besonders da der neue Premierminister erst Mitte Juli verkündet wird. Buchmacher geben Johnson eine 70-prozentige Siegeschance und erhöhen aufgrund seiner Tendenz für einen harten Austritt die breit angelegten Sorgen der Marktteilnehmer. Die internen Wahlen gehen diese Woche in die zweite Runde und werden die Kursbewegungen des Pfundes beeinflussen. Am Donnerstag wechselt der Fokus auf die englische Zentralbank, welche Ihre geldpolitische Entscheidung verkündet und einen Inflationsbericht veröffentlicht, welcher Aufschluss über die wirtschaftliche Situation geben könnte. Einen Tag davor wird der britische Verbraucherpreisindex veröffentlicht, welcher kurz vor der Zinsentscheidung  nochmals neue Impulse liefern könnte. Ein Anstieg der Inflation wird sich voraussichtlich nicht in einer Zinsveränderung manifestieren können, da die Brexit Unsicherheiten die Flexibilität der Notenbank limitieren. Somit bleiben Entwicklungen in Sachen Brexit trotz der Zinsentscheidung am Donnerstag Treiber weiterer Kursbewegungen für diese Woche.

Der einwöchige Bewegungsbereich des EURGBP zwischen 0,8870 und 0,8930 bleibt weiter aufrecht, weist aufgrund des oberen Widerstandes (0,8930) jedoch eine leichte Tendenz zur Schwäche auf. Ein durchbrechen des Niveaus 0,8870 könnte zu Bewegungen in Richtung 0,8780 führen.

PLN

EUR PLN (4,2560)
Gemischte Signale über die Lage der globalen Wirtschaft lassen Marktteilnehmer vorsichtig agieren und limitieren mögliche Bewegungen des polnischen Zloty, welcher sich am Freitag kaum verändert zum Vortag zeigte. Derzeit wirken sich schwache US-Wirtschaftsdaten über eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der FED positiv auf zentraleuropäische Währungen aus. Die am Freitag veröffentlichten Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion der USA zeigen jedoch ein leicht verbessertes Bild der größten Volkswirtschaft der Welt auf und lassen Marktteilnehmer die neuesten Chancen einer Zinsveränderung re-evaluieren. Der alleinige Fokus bleibt dabei jedoch nicht nur auf den Zentralbanken der Eurozone und den USA. Ein rasantes Lohnwachstum trieb die polnischen Verbraucherpreise zuletzt auf 2,4 Prozent, knapp unter das Ziel der polnischen Zentralbank (NBP). Hoffnungen einer Zinsveränderung werden derzeit nicht nur vom Notenbankpräsidenten Adam Glapinski gedämpft. Zuletzt äußerte sich NBP-Mitglied Jerzy Osiatynski über die fehlende Bereitschaft eine Veränderung der Leitzinsen in diesem Jahr und schließt sich anderen Mitgliedern in Ihrer geduldigen Haltung an. Eine Fülle von Daten für die polnische Wirtschaft diese Woche könnte die Erwartungen der Marktteilnehmer neu kalibrieren. Heute steht die Netto-Inflation auf dem Wirtschaftskalender, wobei am Mittwoch die Unternehmensentlohnung und Arbeitsbeschäftigung veröffentlicht werden. Abgeschlossen wird die Woche am Freitag mit Industriedaten (Industrieertrag und Herstellungsindex).

Der EURPLN befindet sich somit weiterhin in Nähe des zehnmonatigen Tiefs und könnte aufgrund einer erwarteten leichten Abschwächung der polnischen Datenlage zu Erholungsversuchen der Gemeinschaftswährung in Richtung 4,2700 führen. Potenzielle Verluste finden derzeit bei 4,2520 Unterstützung.

HUF

EUR HUF  (322,00)
Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der ungarischen Geldpolitik blieb der Forint am Freitag ohne wirkliche Impulse und so konnte sich die europäische Gemeinschaftswährung leicht stärken.
Laut den Protokollen der letzten ungarischen Zinsentscheidung bleibt die geldpolitische Haltung der Zentralbank künftig entgegenkommend und lässt die Möglichkeit einer zukünftigen Zinsveränderung offen. Das nächste Treffen der ungarischen Notenbank findet am 25. Juni statt und wird im Gegensatz zu der letzten Zinsentscheidung von einem Inflationsbericht gefolgt werden, welcher neue Aufschlüsse über den neuerlichen Anstieg des Preisniveaus geben könnte.

CZK

EUR CZK  (25,550)
Breit angelegte Risikoaversion, welche zentraleuropäische Währungen im Mai abwerten ließ, scheint im Juni von der erhöhten Erwartung einer US Zinssenkung überschattet zu werden und lässt die tschechische Krone gekoppelt mit neuerlich positiven Wirtschaftsdaten auf ein neues Jahreshoch aufwerten. Aufgrund fehlender Daten für die tschechische Wirtschaft diese Woche, bleibt das Treffen der US-amerikanischen Notenbank und die Unsicherheit bezüglich der Richtung der tschechischen Zinsentscheidung im Fokus der Marktteilnehmer. Die zuletzt positiven Aussagen einiger Zentralbankmitglieder lassen auf eine Anhebung des tschechischen Zinsniveaus hoffen, wobei die taubenhafte Stellung der EZB und die erhöhten globalen Risiken einen konstanten Zins im Jahr 2019 andeuten. Somit bliebt die Krone weiterhin gestärkt, trotz der besser als erwarteten US Datenveröffentlichungen am Freitag, welche die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der FED kommenden Mittwoch reduziert haben.

Weitere potenzielle Abwärtsbewegungen in Richtung 25,420 bleiben von der US Zinsentscheidung und den Aussagen der tschechischen Zentralbankmitglieder abhängig. Eliminieren diese die Möglichkeit einer Zinsveränderung der CNB, könnte der Euro Erholungsversuche in Richtung 25,700 starten.


Erhalten Sie tägliche Devisenmarktberichte

An fünf Tagen in der Woche bietet unser Newsletter tägliche Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.