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Wöchentliche Marktberichte

Jun 13, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fokus auf der Eurozone

USD

EUR USD (1,1295)
Trotz der bestätigten Befürchtungen einer schwachen US-amerikanischen Inflation und der somit erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung, zeigt der Dollar leichte Erholungsversuche und wertet aufgrund einer allgemein angelegten Schwäche des Euros auf. Bei der geldpolitischen Entscheidung der US-amerikanischen Notenbank (FED) nächste Woche ist weiterhin von keiner Zinsveränderung auszugehen. Die jüngsten Inflationszahlen weisen jedoch immer mehr auf einen Rückgang der Teuerungsrate und lassen laut dem FED WatchTool der Chicago Börse auf eine 68-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juli hoffen. Der gestrige Rückgang des EURUSD scheint durch die anhaltende Handelsanspannung geprägt zu sein, wobei US-Präsident Donald Trump seine Beschwerden bezüglich einer absichtlich abgeschwächten Gemeinschaftswährung nochmals betont und Ängste um eine Neubewertung der verschobenen US Importzölle auf europäische Kraftfahrzeuge erhöht. Wenn auch einige relevante Datenveröffentlichungen für die letzten zwei Tage der Woche anstehen, könnte das Währungspaar bereichsgebunden zwischen 1,1265 und 1,1340 bleiben, da Investoren voraussichtlich keine definitive Richtung vor der Zinsentscheidung der FED wagen wollen. Dabei bleiben die deutschen Verbraucherpreisindizes und Industriedaten für die Eurozone im Fokus des heutigen Tages, wobei enttäuschende Lesungen zu weiteren Verlusten des EURUSD in Richtung 1,1265 führen könnten. Am Freitag wechselt die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die US Wirtschaft und die Veröffentlichungen der Industrieproduktion, den Einzelhandelsumsätzen und dem Michigan Sentimentindex. Diese Fülle von Daten könnte der FED kurz vor Ihrem geldpolitischen Treffen Impulse über die Gesundheit der Wirtschaft liefern und so die Zinsentscheidung deutlich erleichtern.

CHF

EUR CHF (1,1235)
Eine Woche vor der angespannt erwarteten Zinsentscheidung der US-amerikanischen Notenbank, bestätigen die gestrigen US Verbraucherpreisindizes den fehlenden Inflationsdruck und treiben Erwartungen einer Zinssenkung nach oben. Trotz dieser für den Schweizer Franken normalerweise positiven Bekanntgabe, scheint der EURCHF weitere Erholungsversuche zu tätigen und bleibt auf gutem Wege die zweite Woche in Folge aufzuwerten. Weitere Aufwärtsbewegungen werden von den ebenfalls schwindenden Inflationserwartungen für die Eurozone limitiert sein, wobei die Rede von Mario Draghi die entgegenkommende Haltung der EZB betont und Marktteilnehmer die Möglichkeiten einer Zinssenkung im Jahr 2019 trotz erweiterter Forward Guidance nicht ausschließen können.

GBP

EUR GBP (0,8900)
Es scheint, als wären sich die Parlamentsabgeordneten des britischen Unterhauses über die Folgen eines No-Deal Brexits doch nicht so sicher zu sein. In einer erneuten Abstimmung einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ohne Handelsabkommen zu verhindert, lehnen Abgeordnete den Vorschlag (309 vs 298) ab und lassen dieses Szenario weiterhin im Raum der Möglichkeiten. Anfang dieser Woche begann das offizielle Rennen um die Führung der konservativen Partei und der britischen Nation. Die derzeitig zehn Kandidaten sollen in den nächsten Wochen auf die zwei Favoriten reduziert werden, bevor die Konservative Partei die endgültige Entscheidung trifft. Buchmachern zufolge scheint ex-Außenminister Boris Johnson die besten Karten zu halten und könnte bei derzeitig fehlender Kompromissbereitschaft seitens der EU die Wahrscheinlichkeiten eines No-Deals deutlich erhöhen. Abgesehen von einem weiterhin robusten Arbeitsmarkt scheint die britische Wirtschaft, speziell die Automobilbranche, stark angeschlagen zu sein. Eine erneute Verlängerung des Austritts könnte die Unsicherheit laut Boris Johnson dabei nur noch weiter in die Länge ziehen. Der somit schlechte Wirtschaftsausblick und eine derzeit neutrale Europäische Zentralbank scheinen eine positive Tendenz für das EURGBP darzustellen. Weitere Aufwärtsbewegungen des Währungspaares scheinen sich bei 0,8930 (Hoch 11. Juni) einem Widerstand entgegenzusehen, wobei potenzielle Verluste Unterstützung bei 0,8870 finden könnten

PLN

EUR PLN (4,2550)
Die anhaltende Risikoaversion bezüglich risikoreicherer Investitionen scheint gänzlich von der erhöhten US Zinssenkungswahrscheinlichkeit überschattet zu werden und so verzeichnet der Zloty ein neues 22-monatiges Hoch gegenüber dem Euro. Die einmonatige Aufwärtsbewegung des Zloty wurde durch die positiven Datenveröffentlichungen für die polnische Wirtschaft gestärkt und scheint durch den vierten Anstieg der Inflation im Mai Rückenwind erhalten zu haben. Von einer Zinsstraffung ist aufgrund der künftig erwarteten Handelsanspannungen  jedoch nicht auszugehen. Die fundamentale Stärke der polnischen Wirtschaft scheint laut dem Zentralbankpräsidenten Adam Glapinski jedoch eine zusätzliche Abwehr gegen die externen Unsicherheiten zu bieten.

Trotz der neuerlich gefundenen Stärke der polnischen Währung scheint der EURPLN ein robustes Unterstützungsniveau bei 4,2500/20 gefunden zu haben, wobei weitere Verluste des Paares von 4,2420 (Tief 07. August 2018) limitiert werden könnten. Das allgemein unsichere politische Umfeld könnte die Nachfrage nach dem Zloty verringern und eine längerfristige Abwärtsbewegung des EURPLN deutlich einschränken.

HUF

EUR HUF  (322,00)
Das zentraleuropäische Währungspaar scheint nach einer fünftägigen Abwertung ein lokales Tief knapp unter 320 (319,80) gefunden zu haben und wertet diese Woche den dritten Tag in Folge auf. Die Veröffentlichung der Protokolle des letzten ungarischen Zentralbanktreffens zeigten eine absolute Einstimmigkeit in der Entscheidung das Zinsniveau beizubehalten. Die geldpolitische Haltung der Zentralbank wird künftig entgegenkommend sein und lässt die Möglichkeit einer zukünftigen Zinsveränderung offen. Das nächste Treffen der ungarischen Notenbank findet am 25. Juni statt und wird im Gegensatz zu der letzten Zinsentscheidung von einem Inflationsbericht gefolgt werden, welcher neue Aufschlüsse über den neuerlichen Anstieg des Preisniveaus geben könnte. Aufgrund zuletzt positiver Entwicklungen in der ungarischen Industrie und im verarbeitenden Gewerbe bleibt der Fokus auf der Inflation, welche im Mai die 4,0 Prozent Marke antastet und eine potenzielle Sorge für die Währungshüter darstellen könnte.

CZK

EUR CZK  (25,580)
Bei der letzten Zinsentscheidung der tschechischen Zentralbank (CNB) bestätigte diese ein vorzeitiges Ende des zweijährigen Zinsstraffungsprogrammes, welches sieben Zinserhöhungen mit sich brachte und einem wachsenden Inflationsdruck entgegenwirkte. Nun treiben Zweifel über diese Festlegung der Zentralbank die tschechische Krone an ein zwölfwöchiges Hoch und lassen die Frage offen, wie wahrscheinlich ein konstantes Zinsniveau für das Jahr 2019 wirklich ist. Fehlende Datenveröffentlichungen für die tschechische Krone werden das Währungspaar womöglich vom globalen Risikosentiment und einigen relevanten Wirtschaftsdaten für die USA am Freitag abhängig machen.

Die anhaltende Abwärtstendenz der EURCZK könnte bei einem Durchbruch unter 25,560 zu weiteren Verlusten in Richtung 25,520 (Tief 07. Januar) führen. Dieses Szenario wird aufgrund der geopolitischen Anspannungen jedoch stark von den Fortschritten in den Handelsgesprächen geprägt sein, wobei ein wöchentlicher Schlusskurs über 25,610 Möglichkeiten für eine Erholung der Gemeinschaftswährung offen ließe.


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