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Wöchentliche Marktberichte

Jun 03, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Mexiko im Visier von Donald Trump

USD

EUR USD (1,1180)
Die Drohung des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump Importzölle auf mexikanische Waren einzuführen, versetzt Märkte in eine risikoaverse Stellung und erhöht die Nachfrage nach sicheren Häfen. Dass sich diese erhöhte Kaufbereitschaft sicherer Anlagen nicht im US-Dollar widerspiegelt, liegt womöglich an den Konsequenzen solcher Zölle auf die US-amerikanische Wirtschaft und die damit einhergehende Möglichkeit einer Zinssenkung der US-amerikanischen Notenbank (FED). Die Monate zuvor hatte sich Donald Trump bei der FED über das zu hohe Zinsniveau beschwert und forderte eine unmittelbare Senkung. Mit der von Trump selbst angefangenen protektionistischen Rhetorik könnte er die FED, über eine Verlangsamung des Handels und der Wirtschaft, tatsächlich zu einer Zinssenkung drängen und so den US Dollars schwächen. So war es am Freitag wiederholt der Fall, dass die geopolitischen Ereignisse jegliche wirtschaftlichen Veröffentlichungen überschatteten. Marktteilnehmer ignorierten die erste Lesung der deutschen Verbraucherinflation, welche nach einem starken Anstieg von 2,0 Prozent im Vormonat, im Mai nur um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr wächst. Zumindest konnte der vierprozentige Anstieg der Einzelhandelsumsätze (Deutschland) als Lebenszeichen der deutschen Wirtschaft gewertet werden, nachdem diese im Vormonat in den negativen Bereich (-2,1 Prozent) fielen. Aufseiten der USA stieg der Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE), der bevorzugte Inflationsmaßstab der FED, im April auf 1,6 Prozent und bleibt Markterwartungen gerecht. Das Hauptaugenmerk dieser Woche liegt bei den Industrie- (heute) und Arbeitsmarktdaten (Freitag), welche zeigen werden, in welcher Verfassung sich die Volkswirtschaften in der Euro Zone und den USA befinden. Ebenfalls wird die Zinsentscheidung der europäischen Zentralbank im Fokus stehen (Donnerstag), obwohl von keiner Zinsveränderung ausgegangen wird.

Trotz der erhöhten Risikoaversion wertet der EURUSD am Freitag gestärkt durch einen Rückgang der US Staatsanleihenrenditen auf. Die Tendenz für heute bleibt leicht nach unten geneigt zumal der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (Deutschland), Prognosen zufolge weiterhin im negativen Bereich (Wert unter 50) bleiben könnte. Positive Überraschungen könnten zu Aufwärtsbewegungen in Richtung des sechsmonatigen Trends 1,1210/35 führen, wobei Abwärtsdruck Unterstützung bei 1,1150 und 1,1110 findet.

CHF

EUR CHF (1,1155)
Inmitten der globalen Unsicherheiten und der von Donald Trump hervorgerufenen protektionistischen Spirale scheint der Schweizer Franken als klarer Sieger hervorzugehen und wertet gegenüber dem Euro um 2,70 Prozent im Mai auf. Die erhöhte Nachfrage nach sicheren Häfen begann mit den ersten Zeichen einer globalen Verlangsamung und schlechter als erwarteten chinesischen Daten am Anfang des Monats und wurde durch die Eskalation des Handelsdisputs zwischen China und den USA erhöht. Dass sich Donald Trump dabei nicht nur auf China stürzt, wurde mit der am Mittwoch angekündigten Zolldrohung gegen Mexiko deutlich und lässt die Frage offen, wie weit Donald Trump bei seiner Strategie wirklich gehen wird.

Somit verzeichnet der EURCHF die vierte wöchentliche Abwertung in Folge und durchbricht die doppelte Unterstützung bei 1,1160 (zweijähriges Tief). Ein Fortführen des Abwärtstrends könnte den monatlichen gleitenden Durchschnitt 1,1125 (50-1M Moving Average) testen, wobei ein weiterer Durchbruch dieses Niveaus zu Bewegungen mit Potenzial zu 1,1000 führen könnte.

GBP

EUR GBP (0,8840)
Man könnte sagen, dass die Unsicherheiten und Entwicklungen in den Brexit Gesprächen die alleinigen Treiber des EURGBP im Mai darstellten. Somit scheint es nicht erstaunlich, dass das Pfund gegenüber dem Euro die größte monatliche Abwertung seit August 2017 verzeichnete. Der am Anfang des Monats begonnene Verkaufsdruck wurde durch das Scheitern des Austrittsplans, der EU Wahlergebnisse und der Rücktrittsankündigung der Premierministerin Theresa May verstärkt. All diese Ereignisse manifestieren sich über eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines harten Austritts (ohne Freihandelsabkommen mit der EU) in einem schwachen Pfund, zumal Buchmacher den euroskeptischen Boris Johnson an die Spitzenposition für die Stelle als Premierminister setzten. Auch diese Woche wird die Politik aufgrund fehlender Wirtschaftsdaten für Großbritannien im Fokus der Marktteilnehmer bleiben, wobei die Kernfrage weiterhin bestehen bleibt, wer die Führung der Konservativen Partei und somit der Austrittsgespräche übernehmen wird.

Das Pfund wertet im Mai gegenüber dem Euro um 2,75 Prozent ab und verzeichnet so den schlechtesten Monat seit fast zwei Jahren. Fehlende Wirtschaftsdaten könnten den EURGBP bereichsgebunden zwischen 0,8800 (50-1W Moving Average und 200-1D Moving Average) und 0,8875 (Hoch 31. Mai) verharren lassen. Marktteilnehmer scheinen weiterhin die Austrittsfrist am 31. Oktober im Auge zu haben. Somit steigt die implizite Volatilität für sechsmonatige Optionen (welche nach der Frist auslaufen) stärker an als die für dreimonatige (welche vor der Frist auslaufen) und lässt auf erhöhte Vorsicht im Verhalten der Marktteilnehmer deuten.

PLN

EUR PLN (4,2820)
Mit den Veröffentlichungen der letzten Woche scheint die kommende Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank (NBP) doch nicht so eindeutig zu werden wie bisher angenommen. Der Anstieg der Inflation im April auf 2,2 Prozent (ggü Vorjahr) erreicht ein 15-monatiges Hoch und weckt Hoffnungen auf eine mögliche Zinserhöhung. Der viermonatige Anstieg der Inflation beeinflusste die taubenhafte NBP bislang nicht in Ihrer geldpolitischen Entscheidung, was aufgrund des relativ hohen Inflationsziels von 2,5 Prozent weiterhin der Fall sein könnte. Marktteilnehmer gehen weiterhin von keiner Zinsstraffung aus, insbesondere aufgrund der Verschlechterungserwartungen der Notenbank im zweiten Halbjahr, ausgelöst durch eine allgemeine Verlangsamung der globalen Wirtschaft und der derzeitigen Handelsprobleme. Abgesehen von dem Höhepunkt am Mittwoch, könnten die Veröffentlichungen des Markit Einkaufsmanagerindizes (heute) und des Verbraucherpreisindizes am Dienstag neue Impulse für die Zinsentscheidung bieten, zumal von einer weiteren Erhöhung des Preisniveaus von 2,20, auf 2,40 Prozent ausgegangen wird.

Somit bleibt die Stärke des polnischen Zloty trotz erhöhter Risikoaversion weiter erhalten, könnte durch ein Beibehalten des Zinsniveaus am Mittwoch jedoch an Auftrieb verlieren und die Gewinne der letzten beiden Wochen wieder annullieren. Unterstützung findet der EURPLN bei 4,2770 und 4,2700, wobei potenzielle Aufwärtsbewegungen des Paares Widerstand bei 4,2900 finden könnten.

HUF

EUR HUF  (325,00)
Isoliert betrachtet, legt die ungarische Wirtschaft trotz globaler Unsicherheiten und Rezessionsängste ein phänomenales erstes Quartal hin und verweist auf keine Verlangsamung wie zuerst vermutet. Das am Freitag veröffentlichte Bruttoinlandsprodukt verzeichnet mit einem Anstieg von 5,3 Prozent im ersten Quartal die größte Wachstumsrate in der Europäischen Union und die zweitgrößte in der ungarischen Wirtschaftsgeschichte. Dass sich diese positive Datenlage kaum bis gar nicht in dem Forint widerspiegelt, scheint jedoch wenig erstaunlich, wenn man die letzten Aussagen der ungarischen Zentralbank (MNB) heranzieht. Diese scheint von dem Wirtschaftswachstum und dem Anstieg der Inflation (mit 3,9 Prozent knapp unter dem 2-4 Prozent Ziel der MNB) nicht beeindruckt und behaart auf der Annahme einer Verlangsamung der Wachstumsraten. Somit bleiben wie auch bei dem letzten Zentralbanktreffen keine Zinserhöhungen zu erwarten und lassen die Attraktivität des Forints, im Gegensatz zu den regionalen Gegenpaaren, weiter sinken.

Der EURHUF bleibt aufgrund fehlender ungarischer Veröffentlichungen bis Freitag (Verbraucherpreisindex und Handelsbilanz) vom globalen Risikosentiment und den Daten der Eurozone abhängig, wobei Bewegungen derzeit zwischen 323,00 und 326,00 gebunden bleiben könnten.

CZK

EUR CZK  (25,850)
Die tschechische Krone scheint von der verlangsamten Wirtschaft Deutschlands und den schlechteren Handelsbeziehungen am stärksten betroffen zu sein und wertet im Mai 0,86 Prozent gegenüber dem Euro ab. Auch im regionalen Vergleich schneidet die Krone schlecht ab und verliert gegenüber dem polnischen Zloty, als auch dem ungarischen Forint an Wert. Diese Schwäche wurde durch den Richtungswechsel der tschechischen Zentralbank (CNB) verstärkt, welche nach einem zweijährigen Zinsstraffungsprogramm und acht Zinserhöhungen zum ersten Mal ein konstantes Zinsniveau signalisiert. Dass die ökonomischen Daten die Krone ebenfalls nicht unterstützen, wird an dem schwachen Anstieg der Industrieproduktion ersichtlich, welche im ersten Quartal um nur 0,2 Prozent (ggü. Vorjahr) wächst. Bestätigt wurde das pessimistische Bild ebenso durch die Kontraktion der Einkaufsmanagerindizes, welche im April auf 46,6 fallen. Die Wirtschaftsdaten für diese Woche könnten den „Slowdown“ der heimischen Wirtschaft bestätigen. Im Fokus bleiben dabei die Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes (heute), Einzelhandelsumsätze am Mittwoch und Industriedaten am Donnerstag.


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