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Wöchentliche Marktberichte

Mai 31, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zinssenkung der FED in Sicht

USD

EUR USD (1,1130)
Inmitten des anhaltenden Handelsdisputs zwischen China und den USA sinkt der EURUSD trotz schwächeren US-Datenveröffentlichungen zum dritten Mal innerhalb eines Monats auf das Jahrestief 1,1110. Die gestrige Revision des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal von 3,2 Prozent auf 3,1 Prozent scheint zuerst kein großes Aufsehen erregt zu haben, signalisiert gekoppelt mit den zuletzt schwächeren Industriedaten jedoch ein allgemein anhaltendes Bild einer globalen Verlangsamung. Zumal eine genauere Betrachtung der Daten aufweist, dass schwächere Unternehmensinvestitionen zur Revision nach unten beigetragen haben und die Unternehmensgewinne das zweite Quartal in Folge gefallen sind. Im Fokus des gestrigen Tages stand jedoch nicht das Wirtschaftswachstum, sondern die Veröffentlichung des PCE Indikators, welcher den bevorzugten Maßstab der FED darstellt, das allgemeine Inflationsniveau in der Wirtschaft zu verfolgen. Dieser verzeichnet einen Anstieg von nur einem Prozent (ggü. Quartal) und entfernt sich immer weiter von dem 2-Prozent Ziel der FED. Geldmärkte gehen weiterhin von ein- bis zwei Zinssenkungen für dieses Jahr aus, wobei die Zentralbank Ihre geduldige Haltung bei dem letzten Treffen festigte. Nun scheint mit den gestrigen Aussagen des FED Vizepräsidenten Richard Clarida eine Annäherung der Markterwartungen und der Haltung der FED stattgefunden zu haben. Clarida betont, dass eine anhaltend fallende Inflation zu einer Neueinschätzung der Situation führen würde. Der fehlende Inflationsdruck und die mögliche Zinssenkung der FED scheinen den Dollar in seiner Nachfrage als sicheren Hafen wenig bis kaum gestört zu haben und lassen den EURUSD in Nähe des Jahrestiefs verweilen. Abgeschlossen wird die Handelswoche mit den Veröffentlichungen der deutschen Einzelhandelsumsätze, wobei ein Anstieg von 1,3 Prozent zum Vorjahr erwartet wird, nachdem diese im März um 2,1 Prozent gesunken waren. Ebenso bleiben Inflationsdaten für Deutschland und die USA im Fokus der Marktteilnehmer. Prognosen gehen von einem Fall des deutschen Verbraucherpreisindizes aus, welcher im Vormonat (auf Jahresbasis) einen zweiprozentigen Anstieg vermerken konnte.

Der lang- wie auch mittelfristige Abwärtstrend des EURUSD bleibt aufgrund erhöhter Handelsanspannung während dieser Woche weiterhin erhalten. Unterstützung findet die Abwärtsbewegung bei dem Jahrestief 1,1110, wobei ein nachhaltiger Durchbruch unter dieses Niveau zu Bewegungen Richtung 1,1109 führen könnte. Auf der Oberseite verhindert 1,1235 jegliche Tendenzen eines Aufwärtstrends.

CHF

EUR CHF (1,1185)
Befürchtungen über eine Eskalation im Handelsstreit und erste Zeichen einer wirtschaftlichen Abschwächung in den USA lassen die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem Schweizer Franken derzeit steigen. Die erhöhte Risikoaversion der Marktteilnehmer treibt den EURCHF somit weiter nach unten, wobei dieser auf einem guten Weg ist, die vierte wöchentliche Abwertung in Folge zu verzeichnen. Nach den jüngsten Wirtschaftszahlen ist die Schweizer Ökonomie (BIP) im ersten Quartal (ggü Vorjahr) um 1,7 Prozent gestiegen. Allzu großen Optimismus scheint das besser als erwartete Wachstum jedoch nicht ausgelöst zu haben, zumal Marktteilnehmer und Banken den Anstieg als Ausreißer sehen und von einer Abschwächung in der zweiten Jahreshälfte ausgehen. Ebenso wird die Skepsis durch die zuletzt schwachen Wirtschaftsindikatoren getrieben, die eindeutig ein anderes Bild als das BIP skizzieren. Dabei verweisen der KOF-Leitindikator (sinkt vier Monate in Folge) und die Einkaufsmanagerindizes (PMI) auf ein weitaus schlechteres Bild. Die Annahme, dass der Franken inmitten der turbulenten Zeiten wenig bis kaum von den heimischen Daten getrieben wird, scheint mit den letzten Wochen jedoch nur gefestigt zu sein. Mittelfristig gehen Marktteilnehmer von keiner allzu großen Aufwertung der Schweizer Währung aus, insbesondere da die momentane Haltung der Zentralbank (SNB) einen zu starken Schweizer Franken verhindern könnte.

Der Schweizer Franken wertet im Mai gegenüber dem Euro um 2,25 Prozent auf und markiert somit den größten (monatlichen) Anstieg seit August 2018. Aufgrund fehlender Fortschritte in den Handelsgesprächen bleibt das Szenario einer Bewegung Richtung Jahrestief 1,1165 weiter erhalten. Eine Umkehr des derzeitigen Abwärtstrends sieht sich dem Widerstand bei 1,1225 und 1,1260 entgegen.

GBP

EUR GBP (0,8825)
Die derzeit erhöhte politische Anspannung in Großbritannien lässt Investoren vorerst verunsichert. Die fehlende Entscheidungskraft spiegelt sich in einem engen Bewegungsband des Paares wider, wobei Bewegungen des EURGBP diese Woche zwischen 0,8800 und 0,8830 limitiert blieben. Die Unsicherheit bezüglich des Austrittsabkommens trieb das britische Pfund auf ein 21-monatiges Tief, wobei der Abwärtstrend von einer vierzehntägigen Abwertung der britischen Währung gekennzeichnet war. Mit der Ankündigung des Rücktritts Theresa Mays vertiefen sich die Probleme und werfen die Frage der Nachfolge der Premierministerin in den Raum. Von den mehr als zehn potenziellen Kandidaten sticht Boris Johnson als Favorit der Buchmacher heraus, welcher ein No-Deal Szenario unterstützen würde und die Wahrscheinlichkeiten eines harten Austritts somit deutlich erhöht. Dies wird von einer Umfrage von Reuters bestätigt, bei der mehr als die Hälfte der befragten Banken die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits nach der Rücktrittsankündigung von Theresa May erhöht hatten.

Inmitten der politischen Unsicherheit steigt die implizite Volatilität des EURGBP wieder leicht an. Die Unterstützung bei 0,8800 scheint sich weiter gefestigt zu haben, wobei Bewegungen nach oben derzeit von 0,8835 verhindert werden.

PLN

EUR PLN (4,2880)
Sentimentindikatoren für die polnische Wirtschaft weisen auf erste Zeichen einer Verlangsamung hin. Der Leitindikator (WWK), welcher die zukünftig erwartete ökonomische Aktivität widerspiegelt, fällt den dritten Monat in Folge trotz zuletzt starker polnischer Wirtschaftsdaten. Die gestrige Veröffentlichung steht in starkem Kontrast mit den Wirtschaftsveröffentlichungen im Mai, welche auf breiter Front eine stabile Wirtschaftssituation in Polen bestätigen. Zu den Höhepunkten zählen dabei der Anstieg der Einzelhandelsumsätze (13,6%  ggü. Vorjahr) und der Produktion im Baugewerbe (17,4% ggü. Vorjahr), als auch ein Wachstum von 7,1% und 9,2% in der Unternehmensentlohnung und Industrieproduktion. Abgerundet wurde das ganze durch ein besser als erwartetes Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal, welches einen Anstieg von 4,6 Prozent (ggü. Vorjahr) verzeichnen konnte.

HUF

EUR HUF  (325,00)
Auf eine Verlangsamung scheint in Ungarn derzeit nichts hinzudeuten, zumal die zuletzt starken Wirtschaftsdaten durch die gestrige Veröffentlichung der ungarischen Löhne bestätigt worden sind. Diese steigen im März um 10,2 Prozent an, schwächer als der zwölfprozentige Anstieg im Februar, mit einem elfprozentigen Quartalsanstieg jedoch deutlich über dem europäischen Niveau. Das rasante Lohn- und Inflationswachstum konnte die Zentralbank bei dem letzten geldpolitischen Treffen nicht zu einer Zinserhöhung verleiten, trotz eines Inflationsanstiegs von 3,9 Prozent (auf Jahresbasis). Der Fokus wechselt somit auf das nächste Treffen der ungarischen Zentralbank, bei dem der Inflationsbericht veröffentlicht wird. Sollte die Inflation im Juni über die 4-Prozent Marke der Zentralbank steigen, könnte dies die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung erhöhen und den Forint weiter stärken.

Der seit März anhaltende Aufwärtstrend des EURHUF scheint mit der zweiten wöchentlichen Abwertung des Paares in Gefahr zu sein. Weitere Abwärtsbewegungen bleiben von der Datenlage abhängig, könnten bei 324,50 und 323,00 jedoch Unterstützung finden.

CZK

EUR CZK  (25,850)
Die Schwäche der Gemeinschaftswährung in den letzten Tagen scheint in den anderen regionalen Währungspaaren stärker zum Vorschein zu kommen als in der EURCZK. Diese bleibt weiterhin in der Nähe des viermonatigen Hochs und vermerkt gestern eine leicht bemerkbare Abwertung. Der Richtungswechsel der tschechischen Zentralbank, gekennzeichnet durch ein voraussichtliches Anhalten des zweijährigen Zinsstraffungsprogramms, scheint die Schwäche der tschechischen Krone ausgelöst zu haben, zumal die Inflation im März ein sechsjähriges Hoch bei 3 Prozent findet. Die Zentralbank hob die Zinsen seit 2017 achtmal an, signalisierte bei dem letzten Treffen jedoch eine Stabilisierung des Zinsniveaus, was zur Schwäche der Krone beitrug.


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