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Tägliche Marktberichte

Mai 20, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Donnerstag im Fokus

USD

EUR USD (1,1150)
Die derzeit anhaltende politische Instabilität in der Eurozone überschattet jegliche Versuche des EURUSD einen Aufwärtstrend zu initiieren und so verzeichnet das Paar trotz Inflationsanstieg (Eurozone) am Freitag die fünfte tägliche Abwertung in Folge. Der Optimismus über die endgültige Verzögerung der US-amerikanischen Zölle auf europäische Automobilimporte bot nur kurzfristig halt. Längerfristig übernimmt jedoch die erhöhte Risikoaversion die Funktion des Wechselkurstreibers und limitiert einen nachhaltigen Anstieg des Paares. Obwohl die Datenlage somit eine eher untergeordnete Rolle spielt, verzeichnete die Eurozone eine zuletzt leicht verbesserte Wirtschaftslage. Nach konkreten Zeichen einer Erholung fehlt es jedoch weiterhin, zumal die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland immer noch im negativen Bereich der Kontraktion liegen. Im Gegensatz zum Stand der Industrie scheint der Arbeitsmarkt länderübergreifend in einer stabilen Verfassung zu sein. Die Arbeitslosenquote ist in den letzten Monaten in den USA, Deutschland und der Eurozone auf ein 50-, 30- und 10-jähriges Tief gefallen. Diese straffe Lage am Arbeitsmarkt konnte sich bislang jedoch in keiner erheblichen Preiserhöhung widerspiegeln, was laut der Europäischen Zentralbank daran liegt, dass der Anteil des Dienstleistungssektors weiter zunimmt und sich der Lohnanstieg somit schlechter in höhere Preise ableiten lässt. Umso überraschender waren die nach oben revidierten Inflationsdaten für die Eurozone am Freitag, welche einen Anstieg der  Kerninflation im April von 1,3% verzeichnen und so den größten Anstieg seit April 2017 darstellen. Gefolgt wurde diese Veröffentlichung jedoch von dem US-amerikanischen Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan, welcher mit einem Wert von 102,4 den höchsten Stand seit fünfzehn Jahren aufweisen konnte. Veröffentlichungen für die Eurozone halten sich Anfang der Woche in Grenzen und finden am „Super Thursday“ Ihren Höhepunkt. Im Fokus bleiben dabei die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone, die deutsche IFO-Umfrage, die Veröffentlichung der Protokolle des letzten EZB-Treffens und der Beginn der europäischen Parlamentswahlen. Aufseiten der USA werden am Mittwoch die Verbraucherpreisindizes und am Freitag  die Auftragseingänge langfristiger Güter (Durable Goods) veröffentlicht.

Die angespannte globale Lage und die verstärkte Unsicherheit bezüglich der europäischen Parlamentswahlen lassen den EURUSD in seinem mittel- als auch langfristigen Abwärtstrend verweilen. Die wachsenden externen wirtschaftlichen Probleme, welche nun auch von einer internen Spaltung der EU gefolgt werden könnten, führen die Deutsche Bank dazu, Ihre EURUSD Prognose für Ende des Jahres von 1,25 auf 1,13 zu revidieren. Kurzfristig verhindert Unterstützung bei 1,1135 weiterhin, dass sich Bewegungen in Richtung Jahrestief 1,1110 entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1280)
Aufgrund fehlender Daten für die Schweizer Wirtschaft diese Woche bleibt das globale Risikosentiment der Treiber weiterer Kursbewegungen. Inmitten der erhöhten globalen Unsicherheit scheint die Safe Haven Funktion dem Schweizer Franken deutlichen Rückenwind verschafft zu haben und führt den EURCHF auf ein sechswöchiges Tief. Verstärkt wurde die Abwärtsbewegung durch die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits und dem Disput des italienischen Premierministers Matteo Salvini mit der EU.

Eine längerfristige Risikoaversion könnte unter den Marktteilnehmern dafür sorgen, dass der Euro nach einer starken Aufwärtsbewegung weiter unter Druck gerät und temporär die Unterstützung 1,1250 erreicht. Ein Durchbrechen dieses Niveaus könnte Bewegungen in Richtung 1,1170 auslösen, bleibt jedoch von einem Stimmungswechsel der Zentralbank abhängig. Weitere Bewegungen nach unten mit Potenzial 1,1170 (Jahrestief) werden derzeit von 1,1240 und 1,1230 verhindert.

GBP

EUR GBP (0,8750)
Die Scheidung Großbritanniens von der Europäischen Union findet letzten Freitag einen weiteren Tiefpunkt, als der Oppositionsführer Jeremy Corbyn die zwischenparteilichen Gespräche als gescheitert proklamiert. Drei Jahre nachdem die Wähler Großbritanniens mit einer knappen Entscheidung (52:48) für den Austritt stimmten, steht weiterhin kein Abkommen in Sicht. Mit dem Scheitern der Gespräche werden Stimmen über einen Rücktritt Theresa Mays immer deutlicher, wobei die Kandidatur Boris Johnsons als Nachfolger der Premierministerin die Wahrscheinlichkeit eines No-Deal Brexits weiter erhöht und das britische Pfund nach unten zieht. Theresa May wird Ihren Plan nichtsdestotrotz in der ersten Juniwoche zum vierten Mal vor das Parlament stellen und zur Abstimmung freigeben. Die Wahrscheinlichkeiten einer erfolgreichen Anerkennung und Ratifizierung liegt jedoch sehr gering, zumal nicht nur die Opposition, sondern auch Parlamentsabgeordnete in den eigenen Reihen (Konservative) gegen den Plan stimmen werden.

Somit bleibt die Schwäche des britischen Pfunds weiter erhalten und erreicht mit der zehnten täglichen Aufwertung des EURGBP ein dreimonatiges Hoch bei 0,8780. Ein Durchstoßen des Widerstandes bei 0,8800 (200-1D Moving Average)  könnte zu einem fortsetzen des Aufwärtstrends führen, wobei die Unterseite von 0,8670 (Hoch 23. April) und 0,8610 (50-1D Moving Average) unterstützt wird. 

PLN

EUR PLN (4,3020)
Die letztwöchige Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank konnte dem Zloty keinen Rückenwind verschaffen und somit wird die Abwärtsbewegung gegenüber dem Euro weiter fortgesetzt. Die am Donnerstag veröffentlichte Nettoinflation für Polen verzeichnete im April einen Anstieg von 1,7% (ggü. Vorjahr) und steigt auf den höchsten Wert seit 2012. Dass sich das steigende Preisniveau nicht in einer Zinserhöhung widerspiegeln konnte, lag primär an den derzeitigen externen Unsicherheiten bezüglich der deutschen Industrie, dem Handelskrieg und dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Außerdem sieht die polnische Zentralbank den Inflationsanstieg als kurzfristiges Phänomen an, welches durch einen „Slowdown“ der globalen Wirtschaft limitiert werden könnte. Am Wirtschaftskalender für diese Woche könnten die Einzelhandelsumsätze entscheidend sein, welche zuletzt einen jährlichen Anstieg von 8,6% verzeichnen konnten, wobei im April ein Anstieg von 3,1% zu erwarten ist.

HUF

EUR HUF  (326,25)
Die Schwäche des ungarischen Forints lässt das Währungspaar den Widerstand bei 325,80 durchstoßen und auf ein neunmonatiges Hoch (326,50) steigen. Ein rekordverdächtiges Inflationswachstum von 3,95% (auf Jahresbasis) und eine zurückhaltende Zentralbank bieten dem Forint keine Unterstützung und lassen die Aufwärtsbewegung in Verbindung mit der Eskalation des Handelsstreits weiter bestehen. Die Zinsentscheidung der ungarischen Zentralbank nächste Woche könnte erheblich von der weiteren politischen Entwicklung geprägt sein und somit bleiben die Handelsgespräche zwischen den USA und China und der Austritt Großbritanniens im Fokus der Marktteilnehmer.

Weitere Aufwärtsbewegungen mit Potenzial 331,50 (Hoch 28. Juni 2018) könnten bei 327,20 und 330,00 Widerstand finden, wobei Verluste auf der Unterseite von 323,15 und 320,00 limitiert werden könnten.

CZK

EUR CZK  (25,770)
Die leichte Schwäche der tschechischen Krone bleibt weiterhin aufrechterhalten, insbesondere nach der Veröffentlichung der Protokolle des letzten Zentralbanktreffens, welche eine Zinserhöhung, als auch eine Zinssenkung in den Raum der Möglichkeiten stellen. Kurzfristig konnte sich die tschechische Krone stabilisieren, nachdem Donald Trump Mitte letzter Woche die Entscheidung über potenzielle Importzölle auf Kraftfahrzeuge aus der EU und Japan um sechs Monate nach hinter verschiebt. Längerfristig wird das Währungspaar jedoch vom globalen Risikosentiment getrieben, welches derzeit eine pessimistische Tendenz aufweist und von den europäischen Wahlen verstärkt wird. Eine unerwartete Verbesserung der Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone am Donnerstag könnte die Stimmung am Markt wieder leicht verbessern und zu Aufwertungen der Krone führen.

Die EURCZK befindet sich nach der Aufwertung am Freitag wieder über den beiden gleitenden Durchschnitten (50-200-1D-Moving Average) und könnte sich bei weiterer Schwäche der tschechischen Krone aus der sechsmonatigen Dreiecksformation lösen und Aufwärtsbewegungen Richtung 25,800 entfalten.


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