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Wöchentliche Marktberichte

Mai 16, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Donald Trump´s Einfluss

USD

EUR USD (1,1210)
Der internationale Handelsstreit bleibt weiterhin ungelöst. Nach Aussagen des US-amerikanischen Präsidenten und dem Generalsekretär Xi Jinping zeigen sich beide Seiten zu Gesprächen bereit, substanzielle Fortschritte könnten jedoch bis zum 28-29. Juni auf sich warten lassen, an dem sich die beiden Staatschefs am G20-Treffen in Osaka begegnen werden. Somit bleibt das Gefühl einer angespannten politischen Lage weiter erhalten und wurde mit dem gestrigen Tag durch Zweifel über die globale Wirtschaftslage gefolgt, nachdem der frühe chinesische Datenfluss auf eine Verlangsamung der zweitgrößten Volkswirtschaft deuten ließ. Die industrielle Produktion stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,4%, nachdem im Vormonat noch ein Anstieg von 8,5% zu vermerken war. Ebenso enttäuschen die Einzelhandelsumsätze, welche mit einem Anstieg von 7,2% deutlich unter den Prognosen von 8,6% liegen und das derzeitige negative Marktsentiment weiter antreiben. Die dadurch ausgelöste Abwärtsbewegung wurde trotz eines Anstiegs des deutschen Bruttoinlandsprodukts verstärkt. Die deutsche Wirtschaft wächst im ersten Quartal 2019 um 0,4%, nachdem im letzten Quartal 2018 nur knapp eine Rezession verhindert werden konnte. Die gesamte Eurozone vermerkte einen Anstieg um 0,3% und enttäuschte somit die erwarteten 0,4%. Im Laufe des Tages setzte nachträglich eine Dollar Schwäche aufgrund enttäuschender Wirtschaftsdaten ein. Nachdem die Einzelhandelsumsätze im März den stärksten Anstieg in 18 Monaten verzeichnen konnten, vermerken die Umsätze im April einen Rückgang von 0,2% und lassen den Dollar in Verbindung mit schwachen Industriedaten fallen. Die Federal Reserve veröffentlichte gestern Ihren Bericht zur Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung und zeigt einen unerwarteten Rückgang der US-amerikanischen Industrieproduktion von 0,5% im April. Bezogen auf das erste Quartal sinkt die Produktion somit um 1,9% und lässt Zweifel an der Resistenz der US-amerikanischen Wirtschaft gegenüber den externen Unsicherheiten aufkommen. Die Gemeinschaftswährung konnte am Ende des Tages nochmals Verluste aufholen, nachdem Donald Trump die Entscheidung über potenzielle Importzölle auf europäische Kraftfahrzeuge um sechs Monate verschoben hatte und somit zumindest kurzfristig die Streitigkeiten mit der Europäischen Union und Japan beiseitelegt.

Somit hat sich der Euro zum Handelsschluss gestern minimal erholen können, bleibt allerdings im Rahmen seiner Konsolidierungszone weiterhin unter Druck, solange er sich unterhalb des sechsmonatigen Abwärtstrends 1,1250/70 befindet.

CHF

EUR CHF (1,1305)
Inmitten der erhöhten globalen Unsicherheit scheint die Safe Haven Funktion des Schweizer Franken langsam zum Vorschein zu kommen. Nach dem enttäuschenden Nachrichtenfluss aus China wertet der EURCHF auf ein fünfwöchiges Tief ab und erholt sich danach langsam, nachdem die Importzölle der USA gegenüber der Europäischen Union vorerst beiseitegelegt worden sind. Dass sich die Nachfrage nach dem Franken trotz der externen Risiken in Grenzen hält, liegt an der derzeitigen Stellung der Schweizer Zentralbank, welche weiterhin die Bereitschaft zeigt in den Währungsmarkt zu intervenieren und den Franken nicht zu sehr aufwerten zu lassen.

Eine längerfristige Risikoaversion könnte unter den Marktteilnehmern dafür sorgen, dass der Euro nach einer starken Aufwärtsbewegung wieder unter Druck gerät und temporär die Unterstützung 1,1250 erreicht. Ein Durchbrechen dieses Niveaus könnte Bewegungen in Richtung 1,1180 auslösen, bleibt jedoch von einem Stimmungswechsel der Zentralbank abhängig.

GBP

EUR GBP (0,8720)
Die nun achttägige Aufwärtsbewegung des Währungspaares wird weiterhin primär von der Schwäche des britischen Pfundes getrieben und erreicht mit 0,8740 den höchsten Wert seit Februar 2019. Dabei scheinen Marktteilnehmer die meisten Veröffentlichungen für die beiden Volkswirtschaften weitgehend zu ignorieren und konzentrieren sich auf zwei weiterhin anhaltende Unsicherheiten, nämlich den Handelsstreit zwischen China und den USA und den Brexit. Oppositionsführer Jeremy Corbyn kritisierte am Dienstag wiederholt die Premierministerin Theresa May aufgrund Ihrer fehlenden Kompromissbereitschaft. Umso unvorbereiteter sahen sich Marktteilnehmer, als Theresa May gestern mit dem Versuch antwortete, Ihr dreimal abgelehntes Austrittsabkommen nochmals vor das Unterhaus zur Abstimmung zu geben. Dass diese „positiven“ Fortschritte dem Pfund keinen Rückenwind verschaffen konnten, liegt an der derzeitig fehlenden Unterstützung für den Plan im Parlament, nachdem die konservativen Euroskeptiker Ihre Hilfe entzogen hatten. Ein wiederholtes Ablehnen des Austrittsplanes, welches dem Unterhaus noch vor dem 03. Juni zur Abstimmung vorgeführt wird, könnte das Aus für die Premierministerin bedeuten und Spekulationen über potenzielle Nachfolger erhöhen.

Die fehlende richtungsweisende Planung des Austritts spiegelt sich in der Schwäche der britischen Währung wider und könnte anhalten, solange keine konkreten Zeichen einer Verbesserung sichtbar sind. Ein langfristiger Aufwärtstrend des EURGBP könnte jedoch erst über 0,8790 (200-1D Moving Average) signalisiert werden, wobei an der Unterseite 0,8670 (Hoch 24. April) verhindert, dass sich potenzielle Verluste in Richtung der psychologischen Unterstützung 0,8600 (500-1D Moving Average) entfalten.

PLN

EUR PLN (4,3000)
Mit der Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts, der Inflationsdaten und der Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank (NBP) bot der gestrige Tag ein Spektakel an ereignisreichen Daten. Die polnische Wirtschaft konnte trotz der externen Turbulenzen rund um die deutsche Industrie und den Brexit einen Anstieg von 4,6% (Q1, ggü. Vorjahr) aufweisen, scheint jedoch leicht abgeschwächt gegenüber dem letzten Quartal (4,9%). Unerwartet stieg auch die Inflation den dritten Monat in Folge um 2,2% (ggü. Vorjahr) und bewegt sich somit langsam aber sicher Richtung Inflationsziel der NBP von 2,5%. Abgerundet wurde der gestrige Tag mit der Entscheidung der Zentralbank den Leitzins am Rekordtief von 1,5% zu belassen, das niedrigste Niveau des Zinssatzes seit März 2015.

Trotz eines unveränderten Zinsniveaus weckt die stetig steigende Inflation Hoffnungen auf eine Zinserhöhung und lässt den Zloty aufwerten, nachdem der EURPLN ein neunwöchiges Hoch bei 4,3140 erreicht hatte. Weitere Abwärtsbewegungen mit Potenzial 4,2850 werden derzeit von 4,2970 und 4,2900 verhindert.

HUF

EUR HUF  (324,40)
Der Forint fällt gegenüber dem Euro auf das geringste Niveau seit November 2018, nachdem die besser als erwarteten ökonomischen Veröffentlichungen Sorgen um einen regionalen „Slowdown“ nicht stillen konnten.  Die ungarische Wirtschaft verzeichnet mit einem Wachstum von 5,3% (ggü. Vorjahr) das stärkste Quartal seit 2014 und wurde primär durch eine starke heimische Wirtschaft und der Expansion in der Industrie und dem Baugewerbe getrieben.
Dass der EURHUF trotz dieser positiven Datenveröffentlichungen auf ein sechsmonatiges Hoch 325,80 aufwertete, lag an den Nachrichten, dass der deutsche Autohersteller Daimler die geplante Expansion nach Ungarn verschieben würde. Diese Neuigkeiten, gekoppelt mit den Erwartungen einer Verlangsamung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr lassen Marktteilnehmer somit auf keine Zinserhöhung bei dem nächsten Treffen der Zentralbank hoffen und schwächen die ungarische Währung.

Weitere Aufwärtsbewegungen werden derzeit von 325,80 (Hoch 15. Mai) verhindert. Unterhalb von 323,00 könnten kurzfristige Abwärtstrendimpulse in Richtung 320,00 fortgesetzt werden, unter der Voraussetzung, dass 321,50 durchbrochen wird.

CZK

EUR CZK  (25,738)
Die tschechische Wirtschaft verzeichnet im ersten Quartal ein Wachstum von 0,5% (ggü. Quartal) und wächst auf Jahresbasis 2,5%. Dies stellt einen stärker als erwarteten Anstieg der zentraleuropäischen Volkswirtschaft dar, bleibt jedoch weiterhin unter dem regionalen Durchschnitt. Genauere Aussagen über die Treiber des Wachstums und potenzielle Unsicherheiten können erst bei der Veröffentlichung der detaillierten Berichte am 31. Mai getroffen werden. Es scheint jedoch, als würde die Handelsnähe zu Deutschland und der Industrie der Eurozone in Zeiten der Krise zum Nachteil Tschechiens werden. Diese Tatsache zeigt sich ebenso in dem verlangsamten Wirtschaftswachstum, welches mit 2,5% deutlich geringer ausfällt als das Bruttoinlandsprodukt für 2018 (2,9%) und 2017 (4,5%). 

Trotz der anhaltenden Sorgen der Marktteilnehmer über eine inaktive Zentralbank und die deutsche Industrie wertet die tschechische Krone gegenüber dem Euro auf. Die gestrige Stärke der Krone kann auf die späten Nachrichten von Donald Trump zurückgeführt werden, welcher die Entscheidung über potenzielle Importzölle auf Kraftfahrzeuge um sechs Monate nach hinten schiebt.


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