Wöchentliche Marktberichte

Mai 15, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Konsolidierung hält weiter an

USD

EUR USD (1,1210)
Die letzte Woche ausgelöste Re-Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China und die effektive Einführung von Importzöllen konnte die Gemeinschaftswährung bislang wenig bis kaum beeindrucken und lässt das Paar knapp über der psychologischen Unterstützung um 1,1200 notieren.  Marktteilnehmer sehen sich zunehmend über die fehlenden Fortschritte in den Kompromissversuchen der beiden größten Ökonomien der Welt besorgt. Die daraus hervorgerufene Dollarschwäche zeigt sich jedoch nur in einer geringen Aufwertung des EURUSD, da Investoren die fundamentale Stärke der Eurozone hinterfragen und so nur mit Vorsicht den Euro kaufen. Die Risikoaversion der Marktteilnehmer gegenüber der Gemeinschaftswährung wurde gestern wiederholt durch die Ergebnisse der enttäuschenden ZEW-Umfragen bestätigt. Obwohl der Sub-index welcher die aktuelle deutsche Wirtschaftslage widerspiegelt unerwartet auf 8,0 sprang (erwartet waren 6,0 ggü. 5,5 im Vormonat), fällt der Sub-index für die zukünftige deutsche Wirtschaftserwartung mit -2,1 in den negativen Bereich. Verstärkt wurde der Pessimismus durch die schlechter als erwartete Industrieproduktion der Eurozone, welche auf Jahresbasis im März um 0,6% sank. Dieser negative Nachrichtenfluss lässt Marktteilnehmer die Erholung der Eurozone anzweifeln und könnte die Aufwärtsbewegungen des EURUSD längerfristig in Grenzen halten. Als Impulsgeber für den heutigen Tag könnten sich die Einzelhandelsumsätze für die USA und die finale Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (Eurozone) herausstellen, wobei Marktteilnehmer eine Verschlechterung beider Indikatoren vermuten.

Die anfänglich positive Dynamik der Gemeinschaftswährung kommt somit aufgrund einer schlechten Datenlage zum Erliegen, bleibt jedoch weiterhin über der Unterstützung, die aktuell bei 1,1200 verläuft. Neben den heutigen Veröffentlichungen werden die Handelsgespräche, welche diese Woche laut dem Sprecher des chinesichen Außenministeriums Geng Shuang weitergehen im Fokus der Marktteilnehmer bleiben.

CHF

EUR CHF (1,1305)
Dass sich die Risikoaversion nun endlich auch in der Gemeinschaftswährung zeigt, spiegelt die gestrige Abwertung des EURCHF wider, welche mit einem täglichen Verlust von 0,64% die größte Abwärtsbewegung (auf Tagesbasis) seit dem 08. September 2018 darstellt. Die Ängste einer Eskalation des Handelskriegs führen zu einer erhöhten Nachfrage nach "Safe-Haven"-Währungen wie den Schweizer Franken auf ein vierwöchiges Hoch gegenüber dem Euro. Eine zu starke Aufwertung des Schweizer Franken würde von der SNB jedoch verhindert werden und so bleibt die Niedrigzinspolitik und somit die dürfte die längerfristige Schwäche des Franken fürs Erste erhalten bleiben.

Weitere Bewegungen nach unten mit Potenzial bis zu 1,1170 (Jahrestief) wären erst nach Durchbrechen der Widerstände bei 1,1295 (Tief 12. April) und 1,1260 (Tief 25. Januar) denkbar.

GBP

EUR GBP (0,8680)
Getrieben von der anhaltenden Schwäche des britischen Pfundes verzeichnet das Paar zum ersten Mal seit Januar 2013 sieben positive Tage in Folge. Diese Aufwärtsbewegung erreicht kurzfristig ein siebenwöchiges Hoch bei 0,8690 und notiert derzeit knapp unter diesem Niveau. Die gestern von Marktteilnehmern genau beobachteten Arbeitsmarktdaten konnten dem Pfund keinen Rückenwind verschaffen und verstärken gekoppelt mit der Brexit Unsicherheit die Schwäche der britischen Währung. Die Arbeitslosenquote verbessert sich und sinkt mit 3,8% auf ein Mehrjahrestief, der Lohnanstieg verlangsamt sich jedoch auf 3,2% (erwartet waren 3,4%, im Vormonat 3,5%). Die anfängliche Resistenz der britischen Wirtschaft gegenüber den Unsicherheiten bezüglich des Brexits scheint langsam ein Ende zu finden, kann aufgrund der fehlenden Datenlage für diese Woche jedoch noch nicht bestätigt werden. Die Situation bleibt somit weiter angespannt und von den Brexit Gesprächen geprägt. Dabei erhöht sich der Druck auf die Premierministerin Theresa May, nach dem Umfragen Ihre konservative Partei bei der Europawahl auf den sechsten Platz prognostizieren. Die Stimmen für einen Rücktritt der Premierministerin mehren sich, können sich aufgrund der Ängste potenzieller Nachfolger jedoch in keiner wirklichen Aktion manifestieren.

Die derzeitige Aufwärtsbewegung von EURGBP wird weiterhin durch die Schwäche des Pfunds getrieben. Potenzielle Abwärtsbewegungen könnten durch Unterstützung bei 0,8600 (50-1D Moving Average) gestoppt werden, wobei die Unterseite allgemein jedoch relativ schwach unterstützt wird.

PLN

EUR PLN (4,3090)
Der Zloty zeigt sich vor der heutigen Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank (NBP) schwach und erreicht gestern ein neunwöchiges Tief gegenüber dem Euro. Trotz der optimistischen ökonomischen Prognose der Europäischen Kommission, welche das Lohnwachstum für 2019 und 2020 auf 8% schätzt und eine Verringerung der Arbeitslosenquote auf 3,5% prognostiziert, gehen Marktteilnehmer von keiner Zinserhöhung bei dem heutigen Treffen der Zentralbank aus. Inmitten der externen Unsicherheit bezüglich der deutschen Wirtschaft scheinen sowohl die polnische als auch die ungarische Zentralbank vorsichtig zu agieren, um nicht zu früh das Zinsniveau anzuheben und eine Verlangsamung der Nachfrage zu provozieren. Aufgrund der anhaltend guten Wirtschaftslage Polens kann eine Zinsanhebung jedoch nicht komplett ausgeschlossen werden, wobei die heutige Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts weiteren Aufschluss über die derzeitige Lage geben wird.

Der EURPLN bleibt von dem heutigen Zentralbanktreffen abhängig und könnte die Aufwärtsbewegung Richtung 4,3140 (Hoch 07. März) fortführen. Verluste des Paares würden bei 4,3000 (200-1D Moving Average) und 4,2905 (50-1D Moving Average) auf Unterstützungsniveaus steigen.

HUF

EUR HUF  (324,40)
Die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für  Polen, Tschechien und Ungarn könnte ein Gesamtbild über die zentraleuropäischen Ökonomien liefern und die Ängste eines regionalen Slowdowns weiter antreiben. Prognosen zufolge sollten die drei Wirtschaften trotz leichter Verlangsamung weiterhin mit überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichnen. Bloomberg geht von einer Verlangsamung des BIP-Wachstums von 5,1% auf 4,9% aus, wobei Prognosen von Reuters keine Veränderung vermuten lassen. Der heutige Tag könnte Auskunft darüber geben, wie sehr die Region von der zuletzt schwachen deutschen Industrie und dem Handelsdisput betroffen ist und wie sich die angebotsseitig straffe Lage am Arbeitsmarkt auf das Wirtschaftswachstum auswirkt.

Der Forint bleibt somit leicht angeschlagen, solange sich das Paar oberhalb 321,40 (200-1D Moving Average) befindet. Stärkerer Aufwärtsdruck in Richtung 325,80 (Hoch 11. Oktober 2018) könnte sich bei negativer Überraschung beim Bruttoinlandsprodukt oder weiterer Eskalation im Handelskrieg entfalten.

CZK

EUR CZK  (25,750)
Ängste über eine negative Auswirkung steigender Zinsen lässt die tschechische Zentralbank weiterhin vorsichtig agieren und treibt die Schwäche der tschechischen Krone an. Dabei überschatten die globalen Ereignisse und Unsicherheiten die derzeit positive heimische Wirtschaftslage, welche sich in einigen Kategorien auf Rekordkurs befindet. Die Arbeitslosenquote befindet sich mit 2% auf dem geringsten Niveau seit 1994, wobei die Löhne letztes Jahr um 8,1% gestiegen sind und so den Inflationsdruck weiter erhöht haben. Die Inflation befindet sich derzeit mit einem Wachstum von 2,7% auf dem höchsten Niveau seit sechs Jahren. Mit den heutigen Veröffentlichungen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird sich zeigen, ob das Wirtschaftswachstum die Krone unterstützen kann. Der internationale Währungsfond revidierte kürzlich das BIP Tschechiens auf 2,5% im Jahr 2019 (von 2,9%), wobei der Konsensus für heute mit 2,4% pessimistischer als vorerst gedacht ausfallen könnte.

Das Währungspaar befindet sich somit weiterhin in einer Dreiecksformation, welche seit Juni 2018 anhält. Weiterer Aufwärtsdruck könnte zum Durchbrechen des Widerstandes bei 25,850 (Hoch 01. April) führen und so zu einem Austritt aus der Formation. Dieses Szenario scheint mit der gestrigen Abwertung unwahrscheinlicher als die anhaltende Konsolidierung mit einer leichten Tendenz des Paares in Richtung 25,700, bleibt jedoch von der weiteren Datenlage abhängig.


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