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Wöchentliche Marktberichte

Mai 14, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

China schlägt zurück

USD

EUR USD (1,1240)
Die gestern bekannt gegebenen Vergeltungsmaßnahmen Chinas, die Zölle auf fünftausend US-amerikanische Produkte im Wert von 60 Milliarden Dollar zu erhöhen, führt zum Einsetzen eines „Risk-off“ Sentiments. Die Angst um eine Eskalation des Handelsstreits verstärkt den zuletzt vorhandenen Verkaufsdruck gegenüber dem Dollar und lässt den EURUSD kurzfristig auf ein dreiwöchiges Hoch aufwerten. Die fehlenden Fortschritte in den Handelsgesprächen und die beidseitige Einführung der Importzölle lässt die globale Unsicherheit steigen und könnte die USA laut der Credit Rating Agentur Moody´s im Jahr 2020 in eine Rezession fallen lassen. Die neueste Erhöhung der Zölle lässt den effektiven Zollsatz für eingeführte Ware in die USA auf sieben Prozent steigen und verzeichnet so den höchsten Wert seit 1960. Dass die Vereinigten Staaten dabei nicht nur Probleme mit China haben, zeigt sich bei dem Disput mit der Europäischen Union. Nächste Woche treffen sich die EU-Kommissarin Cecilia Malmstrom und der Handelsbeauftragte der USA Robert Lighthizer zu weiteren Gesprächen bezüglich der geplanten US-Zölle auf Kraftfahrzeuge der Europäischen Union. Malmstrom betont dabei, dass die EU nicht zögern würde Gegenmaßnahmen bei einer Zolleinfuhr zu ergreifen. Die derzeitig anhaltende externe Unsicherheit überschattet somit den neuesten Nachrichtenfluss für die Eurozone, welcher gemischte Gefühle aufkommen lässt. Deutschlands Exporte wiesen im März mit einem Anstieg von 1,5% auf eine Verbesserung der Handelsbilanz. Ein besser als erwartetes Bruttoinlandsprodukt für Frankreich (für das erste Quartal) lässt Marktteilnehmer aufgrund eines Rückgangs der französischen Industrieproduktion von 0,9% jedoch weiterhin nach Zeichen einer Erholung suchen. Am Wirtschaftskalender für heute stehen die ZEW Umfrage zur aktuellen Wirtschaftslage und der deutsche Verbraucherpreisindex, wobei relevante Daten für die USA erst mit der morgigen Veröffentlichung der Einzelhandelsumsätze an der Tagesordnung stehen.

Der Blick der Marktteilnehmer bleibt weiterhin fest bei den Entwicklungen in den Handelsbeziehungen. Der zunehmende Verkaufsdruck gegenüber dem Dollar scheint dem EURUSD jedoch weiterhin nicht genug Rückenwind zu verschaffen um den Widerstand bei 1,1250 und 1,1270 zu durchbrechen. Bewegungen nach unten werden derzeit von 1,1210 und 1,1190 verhindert.

CHF

EUR CHF (1,1300)
Die seit Anfang April anhaltende Aufwärtsbewegung des EURCHF scheint bei 1,1475 (Hoch 23. April) den Höhepunkt erreicht zu haben und signalisiert durch den Durchbruch unter 1,1340 (200-1D Moving Average) einen potenziellen Abwärtstrend. Die Ängste einer Eskalation des Handelskriegs treiben die erhöhte Nachfrage nach Safe Haven Währungen wie den Schweizer Franken auf ein vierwöchiges Hoch gegenüber dem Euro. Weitere Bewegungen nach unten mit Potenzial 1,1170 (Jahrestief) werden derzeit von 1,1295 (Tief 12. April) und 1,1260 (Tief 25. Januar)  verhindert.

GBP

EUR GBP (0,8670)
Getrieben von der anhaltenden Schwäche des britischen Pfundes weist das Paar auf keine Anzeichen der Erschöpfung und verzeichnet die sechste Aufwertung in Folge. Die letztens negativen Entwicklungen in den US-China Handelsgesprächen und fehlende Zeichen jeglicher Fortschritte in den parteiübergreifenden Brexit Gesprächen manifestiert sich in einem schwachen Pfund. Für heute stehen mit den wöchentlichen Durchschnittslöhnen und der ILO Arbeitslosenquote wichtige Veröffentlichungen für die britische Wirtschaft an, diese könnten jedoch nur bei großen Abweichungen von den Prognosen zur Umkehr des Aufwärtstrends des Paares führen. Trotz der anhaltenden Unsicherheit bezüglich des Brexits, scheitert das EURGBP zum sechsten Mal die Marke von 0,8680 zu durchstoßen.
Ein positiver Durchbruch in den Gesprächen zum Austrittsabkommen oder jegliche Anzeichen eines zweiten Referendums hätten Potenzial das Pfund zu stärken und eine Abwärtsbewegung des Paares einzuleiten.

Diese beiden Szenarien bleiben fürs Erste die einzigen Argumente für eine Aufwertung des Pfunds, wobei eine Re-Eskalation des Handelsstreites aufgrund einer erhöhten Risikoaversion zu Aufwärtsbewegungen in Richtung 0,8720 (Hoch 21. März) führen könnte.

PLN

EUR PLN (4,3070)
Mit den Vergeltungsmaßnahmen Chinas verstärkt sich die Risikoaversion der Marktteilnehmer und lässt den EURPLN auf ein 10-wöchiges Hoch aufwerten. Die letzte Woche noch vorsichtige Haltung der chinesischen Regierung ließ auf eine potenzielle Kompromisslösung Hoffnungen und stärke den Zloty gegen Ende der Woche. Diese Hoffnungen wurden durch die angekündigte Zollerhöhung Chinas auf US-amerikanische Waren im Wert von 60 Milliarden Dollar zerstört und führen zu einem erhöhten Verkaufsdruck in den Schwellenländern.

Eine pessimistische Stellungnahme der polnischen Zentralbank am Mittwoch könnte dem Aufwärtstrend des Paares weiteren Rückenwind in Richtung 4,3100 (Hoch 08. März) verschaffen. Manifestieren sich die steigenden Inflationszahlen (Anstieg auf 2,2% im April) in einer unerwarteten Erhöhung des Zinsniveaus, könnte die daraus resultierende Stärkung des Zloty die neu gefundene Unterstützung bei 4,2900 (50-1D Moving Average, 50-4H Moving Average) durchbrechen.

HUF

EUR HUF  (324,15)
Der EURHUF notiert derzeit knapp unter seinem sechsmonatigen Hoch (324,80, 01. Mai), wobei der seit Ende März anhaltende Aufwärtstrend durch die Inaktivität der Zentralbank (NBH) ausgelöst wurde. Das in Zentraleuropa weiterhin steigende Preisniveau erreicht in Ungarn im April mit einer Inflation von 3,9% ein siebenjähriges Hoch. Trotz dieses Anstiegs lässt die NBH die Zinsen beim letzten Treffen konstant und markiert somit eine Umkehr Ihrer anfangs angekündigten „Forward Guidance“ die Zinsen langsam anzuheben. Grund für diese vorsichtige Haltung bleiben die laut eigenen Aussagen anhaltenden externen Unsicherheiten, welche mit dem gestrigen Tag weiter verstärkt wurden. Am Mittwoch wird das Bruttoinlandsprodukt für Ungarn veröffentlicht und könnte laut Prognosen auf eine leichte Verlangsamung der Wirtschaft hindeuten, welche mit 4,7% (ggü. Vorjahr) jedoch weiterhin weit über dem Wachstum der Eurozone liegen wird.

Der Forint bleibt mit dem gestrigen Tag weiterhin angeschlagen und so führt das Währungspaar den Aufwärtstrend weiter fort. Eine Verbesserung der globalen Unsicherheit würde den Forint stärken, Kursrückgänge finden derzeit jedoch starke Unterstützung bei den gleitenden Durchschnitten 322,30 (21- Moving Average), 321,40 (200- Moving Average) und 319,72 (50- Moving Average).

CZK

EUR CZK  (25,77)
Das marktübergreifende „risk-off“ Sentiment ist in Zentraleuropa mit der beidseitigen Drohung weiterer Zollerhöhungen angekommen und zeigt sich in der Aufwertung der EURCZK auf ein sechswöchiges Hoch. Dazu beitragen konnte die enttäuschende Inflation Tschechiens, welche auf Jahresbasis auf 2,8% fällt. Die weiterhin hohe jedoch verlangsamte Wachstumsrate der Preise bestätigt die tschechische Zentralbank in Ihrer vorsichtigen Haltung. Nach eigenen Aussagen könnte die nächste Zinsentscheidung in beide Richtungen gehen, wobei der Handelsstreit zwischen den USA und China und die Fortschritte in den Austrittsgesprächen Großbritanniens großen Einfluss auf die tschechische Zentralbank nehmen könnten.

Das Währungspaar befindet sich in einer Dreiecksformation, welche seit Juni 2018 anhält. Weiterer Aufwärtsdruck könnte zum Durchbrechen des Widerstandes bei 25,850 (Hoch 01. April) führen und so zu einem Austritt aus der Formation führen.


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