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Wöchentliche Marktberichte

Mai 13, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Dollar leicht angeschlagen

USD

EUR USD (1,1230)
Die global anhaltende Risikoaversion scheint sich auf Wochenbasis in keiner Abwertung der Gemeinschaftswährung bemerkbar zu machen. Die erhöhte Unsicherheit an den Märkten wurde anfangs durch die Ankündigungen des US-amerikanischen Präsidenten die Importzölle auf chinesische Güter zu erhöhen ausgelöst. Verstärkt wurde dies durch das Scheitern der Kompromissgespräche am Freitag, welche ein frühzeitiges Abreisen der chinesischen Delegation aus Washington zur Folge hatten. Vorerst kommt es zu keinen Vergeltungsmaßnahmen aufseiten Chinas, diese sind bei weiterhin fehlenden Fortschritten in den Gesprächen jedoch zu erwarten und lassen die Risikobereitschaft vorerst gering bleiben. Eine Eskalation des Handelsstreits könnte die USA laut der Credit Rating Agentur Moody´s im Jahr 2020 in eine Rezession stürzen. Kurz- und mittelfristig könnten sich die Importzölle in einem Anstieg der US-amerikanischen Inflation bemerkbar machen und so die „Forward guidance“ der FED maßgeblich beeinflussen. Dabei weisen die am Freitag veröffentlichten Verbraucherpreisindizes auf einen stabilen Trend der Inflation. Die Kerninflation stieg (ggü. Vormonat) um nur 0,1% an, wobei die Jahresrate ein Wachstum von 2,1% verzeichnen konnte. Trotz dieses leichten Anstiegs bleibt ein Inflationsdruck weiter aus und bestätigt die geduldige Haltung der US-amerikanischen Notenbank. Der Wirtschaftskalender bleibt heute für beide Volkswirtschaften relativ leer, bietet im Laufe der Woche jedoch eine Abwechslung. Im Fokus stehen dabei die deutschen Verbraucherpreisindizes, die Industrieproduktion (Eurozone) und die ZEW Umfrage zur aktuellen Wirtschaftslage. Aufseiten der USA können die Einzelhandelsumsätze, der Philadelphia Business Outlook und der Sentimentindex der Universität Michigan als potenzielle Impulsgeber identifiziert werden.

Aufgrund eines fehlenden Inflationsdrucks aufseiten der US-amerikanischen Wirtschaft konnte die Gemeinschaftswährung gestärkt ins Wochenende gehen. Die kurzfristig positive Dynamik des Euro führt zu der zweiten wöchentlichen Aufwertung in Folge, nach dem Ende April das neue Tief des Jahres bei 1,1100 gefunden wurde. Diese Aufwärtsbewegung findet bei 1,1250/60 ein kurzfristiges Hoch und könnte bei einem wiederholten scheitern zu weiterem Abwärtsdruck führen, wobei mittel- als auch langfristig der negative Trend bestehen bleibt.

CHF

EUR CHF (1,1350)
Aufgrund eines relativ leeren Wirtschaftskalenders für die Schweizer Ökonomie bleibt der EURCHF primär von der globalen Risikobereitschaft und den europäischen Daten abhängig. Nach den am Freitag fehlgeschlagenen Handelsgesprächen konnte sich der Franken aufgrund einer stärkeren Nachfrage festigen und markiert die zweite Aufwertung gegenüber der Gemeinschaftswährung. Dass sich der Franken inmitten des globalen „Risk-off“ Sentiments nicht stärker zeigt, liegt an der momentanen Lage der Zentralbank und den derzeit anhaltenden negativen Zinssätzen. Laut dem Nationalbankpräsidenten Thomas Jordan sei ein fester Wechselkurs zum Euro auszuschließen. Der Schweizer Franken bleibt laut dem Zentralbänker weiterhin überbewertet, wobei die geldpolitische Ausrichtung der Zentralbank der derzeitigen Wirtschaftslage entsprechend ist.

GBP

EUR GBP (0,8630)
Die Schwäche des britischen Pfunds hält weiter an und so verzeichnet das Paar am Freitag die fünfte Aufwertung in Folge. Die fünftägige Aufwärtsbewegung erreichte bei 0,8650 ein zweiwöchiges Hoch, wobei die US-China Handelsgespräche und Fortschritte bezüglich des Austrittsabkommens Großbritanniens weiterhin die Haupttreiber jeglicher Preis- und Volatilitätsbewegung sein werden. Die Verluste des Pfunds wurden trotz der Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts Ende der Woche weiter ausgebaut, welches für das erste Quartal ein Wachstum von 0,5% verzeichnen konnte. Auf Jahresbasis wächst die Wirtschaftsleistung um 1,8% an und entspricht so den Prognosen der Marktteilnehmer. Hinzu kam die überraschend positive Lesung der Industrieproduktion, welche im März einen Anstieg von 0,7% (ggü. Vormonat) verzeichnen konnte. Diese relativ positive Datenlage konnte sich in keiner Aufwertung des Pfundes widerspiegeln. Marktteilnehmer sahen die de facto Teilnahme Großbritanniens an den Wahlen zum europäischen Parlament als pessimistisches Zeichen fehlender Fortschritte, welche durch die von der Zeitung „The Observer“ veröffentlichte Umfrage weiter verstärkt wurde. Laut der Umfrage könnte die Brexit-Partei von Nigel Farage mehr Stimmen holen als die regierende Partei Theresa Mays und die Opposition Jeremy Corbyns. Somit bieten die Europawahlen Potenzial einer Spaltung der Europäischen Union und könnten zu erheblichen Kursschwankungen führen.

Um den Aufwärtstrend weiter fortzuführen, muss das EURGBP zuerst den Widerstand bei 0,8650 und 0,8670 (Hoch 24. April) durchstoßen. Auf der Unterseite verhindert 0,8600 (50-1D Moving Average), dass sich Bewegungen Richtung 0,8520 (Tief 03. April) entfalten.

PLN

EUR PLN (4,2982)
Nach einer Woche mit wenigen Veröffentlichungen für die polnische Wirtschaft steht das Treffen der polnischen Zentralbank am Mittwoch im Fokus der Marktteilnehmer. Trotz einer zuletzt gestiegenen Inflation, bleibt das Preisniveau im Vergleich zu den Nachbarländern gering und lässt aufgrund der externen Risiken auf keine Zinserhöhung hoffen. Laut dem Bericht der Europäischen Kommission könnten die Löhne dieses und nächstes Jahr um 8,5% steigen und die Arbeitslosenquote auf 3,5% reduzieren. Somit bleibt die Wahrscheinlichkeit einer strafferen Geldpolitik weiter von der heimischen Wirtschaftsleistung, den Löhnen und dem Preisniveau abhängig.

HUF

EUR HUF  (324,00)
Die ungarische Inflation vermerkte im April einen leichten Anstieg und befindet sich nun mit 3,9% auf einem siebenjährigen Hoch. Die angestiegene Inflation könnte die Erwartungen einer Zinserhöhung heben und somit den Forint mittelfristig stärken. Bei dem letzten Treffen der ungarischen Zentralbank kam es trotz des steigenden Preisniveaus zu keiner Zinserhöhung, da die Kerninflation der Notenbank von 3,5% auf 3,4% sank. Die einzig relevante Veröffentlichung für die ungarische Wirtschaft stellt das Bruttoinlandsprodukt am Mittwoch dar, welches laut Prognosen auf Jahresbasis leicht sinken könnte.

Der Forint bleibt somit leicht angeschlagen, solange sich das Paar oberhalb 321,40 (200-1D Moving Average) befindet.  Weiterer Aufwärtsdruck in Richtung 325,80 bleibt weiterhin von der globalen Risikobereitschaft der Marktteilnehmer und der Veröffentlichungen für die Eurozone abhängig.

CZK

EUR CZK  (25,735)
Die zuletzt veröffentlichte tschechische Arbeitslosenquote markiert mit 2,7% den geringsten Wert seit 1994. Diese straffe Lage am Arbeitsmarkt scheint die Zentralbank (CNB) laut den Protokollen des letzten Treffens jedoch nicht allzu sehr zu beeindrucken und so stellen Marktteilnehmer Ihre Erwartungen einer weiteren Zinserhöhung für dieses Jahr infrage. Die Inflation ist im März auf drei Prozent gestiegen und befindet sich somit am oberen Band des von der Notenbank definierten Inflationsziels. Die tschechischen Währungshüter gehen weiterhin von einer Verlangsamung des Preisanstiegs aufgrund einer Abkühlung der Wirtschaft und leicht fallenden Löhnen aus. Bei dem letzten Treffen der Zentralbank hob diese den Leitzins um 25 Basispunkte auf zwei Prozent an und markierte somit die achte Zinserhöhung in der zweijährigen geldpolitischen Restriktionsphase. Die unerwartete Verbesserung der deutschen Exporte stärkten die zentraleuropäischen Währungen und so verzeichnete die Krone am Freitag eine Aufwertung. Die leichte Schwäche der tschechischen Krone bleibt jedoch aufrechterhalten, insbesondere da die nächste Zinsentscheidung laut den Protokollen der Zentralbank in beide Richtungen gehen könnte.

Der leichte Aufwärtstrend bleibt trotz der Aufwertung der tschechischen Krone am Freitag erhalten und sieht sich bei 25,750 einem Widerstand entgegen. Ein Durchstoßen dieses Niveaus könnte Bewegungen mit Potenzial Richtung 25,770 und 25,820 (Hoch 01. April) entfalten und so die seit Juli 2018 anhaltende Dreiecksformation durchbrechen.


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