Wöchentliche Marktberichte

Mai 10, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Importzölle treten in Kraft

USD

EUR USD (1,1225)
Die Besorgnis über eine potenzielle Re-eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China konnte sich auf Wochenbasis nicht in einer Abwärtsbewegung des EURUSD manifestieren. Die breit angelegte Risikoaversion der Marktteilnehmer führte anfänglich zu Abwertungen der Gemeinschaftswährung und einer erhöhten Nachfrage nach sicheren Anlagen wie den zehnjährigen US-Staatsanleihen.  Trotz der letzte Woche angekündigten und heute in Kraft tretenden Erhöhung der US-Importzölle auf chinesische Güter, reiste eine chinesische Delegation gestern nach Washington um nach potenziellen Kompromissen zu suchen.  Dass sich die hervorgerufenen Sorgen nicht in einer Abwertung des EURUSD widerspiegeln, lag unter anderem auch an der deutschen Datenlage, welche eine leichte Erholung des Industriesektors vermuten lässt. Die Industrieproduktion vermerkte einen Anstieg von 0,5% (ggü- Vormonat) und verweist in Kombination mit den erhöhten Werkaufträgen (0,6% ggü. Vormonat) auf eine verbesserte Aussicht. Aufseiten der US-amerikanischen Wirtschaft enttäuschte die gestrige Datenlage auf ganzer Front. Die Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung waren mit 228 Tausend höher als erwartet und auch die Erzeugerpreisindizes vermerkten eine Stagnation. Die kommende Woche bietet mit der Veröffentlichung der Verbraucherpreisindizes, der ZEW Umfrage über die aktuelle Wirtschaftslage und dem Bruttoinlandsprodukt ausreichende Impulsgeber für die Eurozone. Aufseiten der USA werden die heutigen Inflationszahlen zeigen, ob sich die US-amerikanische Notenbank weiterhin Sorgen um eine schwache Inflation machen muss.
 
Trotz einer leicht verbesserten Datenlage für diese Woche bleibt der EURUSD mittel- als auch langfristig in einem Abwärtstrend gefangen und setzt die kurzfristige Konsolidierung fort, solange die Unsicherheit um den Handelsstreit weiter bestehen bleibt. Eine längerfristige Aufwertung des Paares wird derzeit durch den sechsmonatigen Abwärtskanal sowie durch den gleitenden Durchschnitt 1,1250 (200-1D Moving Average) verhindert. Der Abwärtsdruck könnte durch einen Anstieg über 1,1250-1,1270 gemildert werden, bleibt jedoch von der weiteren Datenlage abhängig.

CHF

EUR CHF (1,1387)
Die einmonatige Aufwärtsbewegung des EURCHF von 1,1160 auf 1,1470 zeigt mit dem gestrigen Tag Zeichen einer Abschwächung. Trotz des globalen „Risk-on“ Sentiments, hervorgerufen durch  die heute in Kraft tretenden Zollerhöhungen der USA, schien die Safe Haven Währung diese Woche nicht davon profitieren zu können. Erst mit dem gestrigen Tag konnte sich der Schweizer Franken wieder leicht erholen und vermerkt den größten Anstieg gegenüber dem Euro seit zwei Wochen. Mit dem gestrigen Durchbruch von 1,1390 (21-1D Moving Average) könnte die Konsolidierung vom Hoch (1,1470) Bewegungen Richtung 1,1345 (200-1D Moving Average) und 1,1320 (50% Fibonacci Retracement) entfalten. Die seit April anhaltende Schwäche des Franken könnte aufgrund einer taubenhaften Zentralbank jedoch weiterhin aufrechterhalten werden, solange eine schwache Inflation die negativen Zinsen bestehen lässt.

GBP

EUR GBP (0,8630)
Das britische Pfund sieht sich diese Woche wiederholt von der volatilen politischen Lage abhängig und vermerkt somit an jedem Tag dieser Woche einen Verlust gegenüber der Gemeinschaftswährung. Die überraschenden Mandatsgewinne der Pro-europäischen Parteien bei den letztwöchigen Kommunalwahlen konnten dem GBP Rückenwind verschaffen. Diese führten das Paar auf ein 22-monatiges Tief mit einem wöchentlichen Schlusskurs von präzise 0,8500. Diese gewonnene Stärke des britischen Pfundes ging mit Anfang dieser Woche komplett verloren und macht sich in der größten (wöchentlichen) Aufwertung des Währungspaares seit November 2018 bemerkbar.
Getrieben wurde die Aufwärtsbewegung durch die fehlenden Fortschritte in den zwischenparteilichen Austrittsgesprächen zwischen Theresa May und der Opposition. Verstärkt wurde der Pessimismus durch Aussagen des Kabinettsministers David Lidington, welcher die Beteiligung Großbritanniens an den europäischen Parlamentswahlen de facto bestätigte. Bei der Europawahl werden die Intereuropäischen Beziehungen auf die Probe gestellt und könnten zu einer stärkeren Spaltung der Europäischen Union führen.

Ob die Gemeinschaftswährung die Woche über 0,8600 beenden kann wird von den Veröffentlichungen des Bruttoinlandsprodukts und der britischen Industrieproduktion für Großbritannien abhängen.  Mit einem wöchentlichen Schlusskurs über 0,8600 (200-1D Moving Average) könnte der Euro gestärkt in die nächste Woche gehen, wobei Bewegungen mit Potenzial 0,8800 (Hoch 11. Februar) beim Fehlen signifikanter Brexit Fortschritte nun möglich erscheinen.

PLN

EUR PLN (4,2992)
Marktteilnehmer blicken auf die nächste Woche, in welcher mit der Veröffentlichung des polnischen Bruttoinlandsprodukts (erstes Quartal) und der Zinsentscheidung der Zentralbank impulsgebende Ereignisse anstehen. Eine potenzielle Zinserhöhung bei dem nächsten Treffen der polnischen Notenbank wurde trotz positiver Wirtschaftsdaten aufgrund einer schwachen Inflation bislang nicht unterstützt. Der erste Inflationsbericht aus Zentraleuropa für 2019 zeigt in Polen nun eine Beschleunigung des Preisniveaus und könnte die Haltung der Zentralbank langfristig ändern. Marktteilnehmer gehen jedoch weiterhin von keiner Zinserhöhung bei dem nächsten Treffen aus, da die polnische Zentralbank ein relativ hohes Inflationsziel von 2,5% (+-1%) gesetzt hat und derzeit keine Bereitschaft zeigt, eine restriktivere Geldpolitik anzusetzen.

Aufgrund heute fehlender Daten für Polen und die Eurozone bleiben potenzielle Kursbewegungen von der globalen Risikobereitschaft und den Handelsgesprächen abhängig.  Die seit Anfang des Jahres anhaltende Tendenz des Euro zur Schwäche könnte mit dem gestrigen Durchbrechen des psychologischen Niveaus 4,3000 beendet werden, bleibt jedoch von der Zinsentscheidung der polnischen Zentralbank nächsten Mittwoch abhängig. Ein Beibehalten des Zinsniveaus könnte Abwärtsimpulse mit Potenzial 4,2750 (Tief 03. Mai) und 4,2700 (Tief 18. April) wiederbeleben.

CZK

EUR CZK  (25,735)
Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren oder eine Neueinschätzung der tschechischen Leitzinssituation, blieb die Krone gestern wie auch die ganze Woche von dem globalen Risikosentiment getrieben und zeigt weiterhin leichte Schwächen gegenüber dem Euro auf. Somit konnte sich der Euro im Rahmen seines leichten Aufwärtstrends mit Potenzial bis 25,780 weiter nach oben drücken. Für die nächste Woche stehen die Veröffentlichungen der tschechischen Verbraucherpreisindizes und des Bruttoinlandsproduktes im Vordergrund.

Scheitert der EURCZK wiederholt am Überbrücken des Widerstandes bei 25,740, könnten gekoppelt mit einer besseren tschechischen Datenlage Abwärtsimpulse Richtung 25,680 und 25,640 entfaltet werden.


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