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Wöchentliche Marktberichte

Mai 09, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Handelsstreit dominiert die Märkte

USD

EUR USD (1,1190)
Die Befürchtungen über eine wirtschaftliche Verlangsamung in der größten Volkswirtschaft Europas konnten durch die gestrige Veröffentlichung der deutschen Industrieproduktion weiter abgemildert werden. Dass sich der erhöhte Optimismus diesbezüglich jedoch in keiner Aufwertung des EURUSD widerspiegeln konnte, lag an der derzeitigen Anspannung in den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. Die tatsächliche Erhöhung der Importzölle auf chinesische Güter am Freitag, könnte laut dem chinesischen Handelsministerium mit Vergeltungsmaßnahmen gefolgt werden und würde die Risikoaversion der Marktteilnehmer um einiges erhöhen. Die besser als erwartete deutsche Industrieproduktion, welche einen Anstieg von 0,5% (erwartet waren -0,5%) vermerken konnte, manifestierte sich anfangs in einer leichten Aufwärtsbewegung des EURUSD, welche sofort wieder nach unten gedrückt wurde. Aufgrund eines relativ leeren Wirtschaftskalenders für diese Woche werden die Unsicherheiten inmitten der Handelsprobleme als Impulsgeber für weitere Kursbewegungen dienen. Lediglich der Freitag bietet mit der Veröffentlichung der US-amerikanischen Verbraucherpreisindizes eine Abwechslung, welcher bei einem Anstieg Sorgen um die zuletzt schwachen Inflationszahlen dämmen könnte. Somit bleibt das Währungspaar vorerst von den angelegten Risikotrends dominiert, wobei die europäischen Parlamentswahlen Ende Mai für eine erhöhte Volatilität sorgen könnten.

Der EURUSD notiert heute wiederholt nahezu unverändert, wobei der Rücksetzer des Paares unter 1,1200 derzeit jegliche Hoffnungen eines kurzfristigen Aufwärtstrends verhindert. Eine Eskalation der Handelsgespräche könnte Bewegungen mit Potenzial Richtung Jahrestief 1,1110 auslösen, wobei 1,1174 (Tief 02. Mai) und 1,1135 (Tief 03. Mai) kurzfristige Unterstützung bieten könnten.

CHF

EUR CHF (1,1420)
Der Verkaufsdruck gegenüber dem Schweizer Franken bleibt gestern wiederholt zu spüren und manifestiert sich in der dritten täglichen Aufwertung des EURCHF in Folge. Die derzeitige Datenlage für die Schweizer Wirtschaft scheint dem Franken keinen Rückenwind zu verschaffen. Die letzte Woche veröffentlichten Einzelhandelsumsätze fielen im März um 0,7% und stellten somit den größten Umsatzrückgang seit sechs Monaten dar.

Momentane Kursbewegungen bleiben derzeit von der globalen Risikobereitschaft abhängig, welche durch die Möglichkeit einer Re-Eskalation der US-China Handelsgespräche getrieben wird. Die gestrige Veröffentlichung der Schweizer Arbeitslosenquote verzeichnete mit 2,4% (April) keine Veränderung zum Vormonat und wird von Marktteilnehmern weitgehend ignoriert.

Weitere Aufwärtsbewegungen des Paares sehen sich momentan dem Widerstand 1,1430 entgegen, wobei ein Durchbrechen dieses Niveaus zu Bewegungen Richtung 1,1475 (Hoch 23. April) führen könnte.
Unterstützung findet das Paar bei 1,1345 (200-1D Moving Average), wobei ein neuer Abwärtstrend erst beim Durchbrechen von 1,1320 (50% Fibonacci Retracement) signalisiert werden könnte.

GBP

EUR GBP (0,8605)
Die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der Brexit-Gespräche bleibt bestehen und mit Ihr die Schwäche des britischen Pfunds. Obwohl der Sprecher der oppositionellen Partei gestern bestätigte, dass die Kompromissverhandlungen fortgeführt werden, lassen substantielle Ergebnisse auf sich warten. Schon vor einigen Wochen betonte Jeremy Corbyn die fehlende Bereitschaft der Premierministerin Kompromisse einzugehen. Zuletzt schien es nach einem Durchbruch in den Gesprächen, als sich Theresa May bereit erklärte eine Zollunion in Erwägung zu ziehen, im Austausch für eine Unterstützung im Parlament. Die dadurch erweckte Hoffnung ließ das Pfund kurzfristig aufwerten. Dieses fiel gegenüber dem Euro jedoch sofort wieder nach unten, nachdem der britische Kabinettsminister David Lidington eine Beteiligung Großbritanniens bei der Europawahl de facto bestätigt hatte. Relevante wirtschaftliche Daten über die britische Wirtschaft gab es am gestrigen Tag nicht und wird von einem ebenso leeren Wirtschaftskalender für heute gefolgt. Marktteilnehmer blicken jedoch auf den Freitag, an dem die Industrieproduktion und das Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht werden.

EURGBP verzeichnet gestern den dritten Anstieg in Folge und überwindet aufgrund der defensiven Haltung des britischen Pfundes die psychologische Grenze von 0,8600. Diese Erholungsversuche des Paares vom Tief bei 0,8500 deuten auf eine Bodenbildung, wobei weitere Aufwärtsbewegungen durch 0,8650 (Hoch 30.April) verhindert werden.

PLN

EUR PLN  (4,2930)
Ein kontinuierlicher Lohnanstieg könnte in den kommenden Jahren das Wirtschaftswachstum Polens (Prognose bei 4,2% für 2019) unterstützen und so zu einer erhöhten Inflationsrate führen. Dies geht aus den am Dienstag veröffentlichten Prognosen der europäischen Kommission hervor und festigt den Glauben an eine starke polnische Wirtschaft. Laut dem Bericht der Institution könnten Löhne in den kommenden beiden Jahren um 8% ansteigen und sich durch eine Verringerung der Arbeitslosenquote auf 3,5% bemerkbar machen. Diese verbesserte Datenlage könnte die polnische Zentralbank bei dem Treffen nächste Woche vielleicht doch noch zu einer Anhebung des Zinsniveaus verleiten und so den Zloty festigen.

Wiederholt gelang es dem Euro gegenüber dem Zloty nicht, die Marke von 4,2980 (200-1D Moving Average) signifikant zu durchstoßen. Offensichtlich besteht auf diesem Niveau fortgesetzte starke Nachfrage. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung leicht unter Druck, solange sie sich unterhalb von 4,3150 (Hoch 11. März) bewegt. An der Unterseite könnte allerdings auch ein Versagen von 4,2900 zu Kursrückgängen in Richtung 4,2820 führen.

HUF

EUR HUF (324,25)
Die gestrige Veröffentlichung der robusten ungarischen Industrieproduktion konnte Erwartungen einer potenziellen Zinserhebung der Nationalbank nicht stärken und somit notiert der EURHUF an einem fünfmonatigen Tief. Zuletzt sah die ungarische Zentralbank (NBH) von einer Erhöhung der Leitzinsen ab. Die steigende Inflation, welche auf Jahresbasis knapp unter 4% liegt, stellt laut eigenen Aussagen der NBH eine geringere Gefahr dar, als die wachsenden externen Risiken.

Der jährliche Anstieg der Industrieproduktion von 8% (März) konnte dem Forint keinen Rückenwind verschaffen und lässt den Aufwärtstrend des EURHUF weiter aufrechterhalten. Wiederholt scheitert die Aufwärtsbewegung des Paares bei 324,40 und symbolisiert die Relevanz dieses Niveaus. Ein positiver Nachrichtenfluss bezüglich der Handelsgespräche könnte sich in einer Abwertung mit Potenzial Richtung 321,00 (200-1D Moving Average) entfalten, wobei 322,40 Unterstützung bieten würde.


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