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Wöchentliche Marktberichte

Mai 08, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Delegation reist nach Washington

USD

EUR USD (1,1205)
Am Montag zeigte sich die Gemeinschaftswährung noch resistent gegenüber dem erhöhten „risk-off“ Sentiment, welches durch die Tweets des US-amerikanischen Präsidenten ausgelöst wurde. Die per Twitter angekündigte Erhöhung der Importzölle auf gewisse chinesische Güter von zehn auf 25 Prozent ließ Marktteilnehmer eine weitere Zuspitzung des Handelsstreits vermuten. Anfang der Woche konnte sich diese Furcht aufgrund eines positiven Nachrichtenflusses für die Eurozone noch in keiner Abwertung des Paares widerspiegeln. Gekoppelt mit den schwächer als erwartet ausgefallenen deutschen Werkaufträgen wurden gestern Bewegungen Richtung 1,1174 entfaltet. Auf Monatsbasis stiegen die Werkaufträge im März um 0,6% und enttäuschen Marktteilnehmer, welche mit einem Anstieg von 1,6% gerechnet hatten. Die leicht positive Stimmung der letzten Woche gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung sieht sich mit den jüngsten Sorgen um die Handelsgespräche in Gefahr. Umso entschlossener blicken die Märkte auf die heutige Veröffentlichung der Industrieproduktion Deutschlands, welche laut Prognosen weiter in den negativen Bereich fallen könnte (erwartet wird ein Rückgang von 2,7%). Dieser Rückgang würde Hoffnungen eines baldigen Heilungsprozesses der europäischen Industrie schwächen und könnte den EURUSD zum Jahrestief führen. Marktteilnehmer blicken ebenso auf die Reden der beiden Zentralbankpräsidenten Mario Draghi (heute) und Jerome Powell (morgen) um potenzielle Signale über die Wirtschaftslage zu erlangen.

Die erhöhte Risikoaversion, gekoppelt mit einem erwarteten Fall der deutschen industriellen Produktion im März, lässt weitere Abwertungsbewegungen für möglich erscheinen. Ein Fall auf das Jahrestief 1,1110 wird derzeit durch die Unterstützung bei 1,1174 (Tief 07. März) und 1,1135 (Tief 03. Mai) verhindert und bleibt von der globalen Risikobereitschaft abhängig. Trotz der Drohungen des US-amerikanischen Präsidenten reist eine Handelsdelegation Chinas nach Washington und so bleiben potenzielle Fortschritte weiterhin möglich und könnten zu positiven Bewegungen im EURUSD führen.

CHF

EUR CHF (1,1415)
Die vorsichtige Haltung der Marktteilnehmer und die allgemein anhaltende Risikoaversion scheint sich bislang in keiner Stärkung der Safe haven Währung bemerkbar zu machen. Der Schweizer Franken verlor gegenüber dem Euro deutlich an Wert (-2,9% seit April 2019) und lässt aufgrund der taubenhaften Haltung der Zentralbank auf keine Umkehr dieser Verluste hoffen. Der Präsident der Schweizer Zentralbank (SNB) Thomas Jordan hält an den negativen Zinsen und der Bereitschaft in den Währungsmarkt zu intervenieren fest. Eine zu starke Aufwertung des Schweizer Franken würde von der SNB verhindert werden und bremst somit jegliche längerfristigen Abwärtsbewegungen des EURCHF.

Auch gestern hat sich der Franken somit geringfügig abgeschwächt, ohne dass es ökonomische oder geldpolitische Neuigkeiten gegeben hätte. Der EURCHF blieb ohnehin innerhalb seines derzeit gültigen Bandes zwischen 1,1340 (200-1D Moving Average) und 1,1475 (Hoch 23. April) und würde bei Überschreiten der Obergrenze ein neues sechsmonatiges Hoch setzen.

GBP

EUR GBP (0,8570)
Aufgrund fehlender britischer Daten bleiben Fortschritte in den Brexit Gesprächen, beziehungsweise das Fehlen dieser, der momentane Treiber jeglicher Kurs- und Volatilitätsbewegungen. Dies könnte sich am Freitag ändern, wenn die Industrieproduktion und Handelsbilanz als auch das Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht werden und es daher weitere Signale über den Stand der britischen Wirtschaft geben könnten. Das Währungspaar steigt gestern nach einem Fall auf das sechswöchige Tief bei 0,8500 wieder an und nähert sich dem wichtigen Widerstand bei 0,8600. Währenddessen werden die parteiübergreifenden Brexit Gespräche diese Woche fortgesetzt. Laut dem Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May wird weiterhin mit der Opposition nach einer Lösung gesucht, wobei die jüngsten Kompromissversuche kläglich scheiterten. Eine von Theresa May vorgeschlagene Alternative bleibt ein weiteres „meaningful vote“, welches jedoch erst Unterstützung im Parlament finden müsste. Dabei nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme Großbritanniens an den europäischen Parlamentswahlen mit jedem Tag zu. Die Beteiligung scheint laut dem britischen Kabinettsminister David Lidington de facto schon als bestätigt. Die Kommentare bestätigten, dass es bei den parteiübergreifenden Brexit-Gesprächen keinen großen Durchbruch gegeben hat und trugen zur Schwäche des Pfundes bei.

Trotz der gestrigen Aufwärtsbewegung ist es der Euro, der unter Druck bleiben wird, solange 0,8600 nicht überwunden wird. Allerdings müsste für einen neuen Abwärtstrend nun die schon vier Mal gehaltene Unterstützung bei 0,8500 unterlaufen werden.

PLN

EUR PLN  (4,2910)
Sorgen über weitere Eskalationen im Handelsstreit zwischen China und den USA scheinen auch in Zentraleuropa angekommen zu sein und manifestieren sich durch eine Abschwächung des polnischen Zloty. Der EURPLN vermerkt gestern somit den zweiten Anstieg in Folge. Die Aufwärtsbewegung wurde durch Aussagen der Europäischen Kommission unterstützt, welche mit Ihren Wachstumsprognosen eine pessimistische Haltung gegenüber der europäischen Wirtschaft einnimmt und Ihr Wirtschaftswachstum für 2019 wiederholt nach unten revidiert. Die Kommission sieht die polnische Wirtschaft im Gegenzug als stabil an und hält die Wachstumsprognose von 4,2% (2019) für realistisch, dies wird von Marktteilnehmern jedoch weitgehend ignoriert.

Die leichte Tendenz der Gemeinschaftswährung zur Schwäche bleibt weiterhin erhalten, solange 4,3000 (200-1D Moving Average) nicht überwunden wird. An der Unterseite verhindert derzeit eine Unterstützung bei 4,2840, dass sich weiterer Abgabedruck in Richtung 4,2750 entfalten kann.

CZK

EUR CZK (25,710)
Aufgrund fehlender Daten zur tschechischen Wirtschaft wird die EURCZK vom globalen Risikosentiment getrieben. Am Wirtschaftskalender stehen heute die tschechische Industrie- und Bauproduktion an, wobei morgen die Arbeitslosenquote veröffentlicht wird. Aufseiten der Eurozone könnte die Industrieproduktion für Deutschland neue Impulse schaffen, stellt jedoch die letzte wirklich relevante Veröffentlichung für diese Woche dar.

Der Euro blieb somit innerhalb seines derzeit gültigen Bandes zwischen 25,59 und 25,74, könnte dieses bei besser als erwarteten Daten für die Eurozone jedoch verlassen und Bewegungen Richtung 25,78 (50% Fibonnaci Retracement) und 25,820 (Hoch 01. April) entfalten.


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