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Wöchentliche Marktberichte

Mai 07, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Handelsstreit Re-eskaliert

USD

EUR USD (1,1210)
Bei dem Treffen des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz und Xi Jinping letzte Woche, gab der Generalsekretär dem Zustandekommen eines Abkommens zwischen China und den USA noch eine fünfzig prozentige Wahrscheinlichkeit. Diese ist mit einer Reihe von Tweets des US-amerikanischen Präsidenten vermutlich deutlich nach unten gegangen, in denen dieser mit einer Erhöhung der Zölle auf chinesische Güter droht. Analysten der Investment Bank Goldman Sachs veröffentlichten nach diesen Aussagen ihre eigene Wahrscheinlichkeit zu einer Anhebung der Importzölle, welche mit vierzig Prozent größer notiert war als gedacht. Der Pessimismus der Anleger ist am Montag mit den Bedenken rund um ein Scheitern des US-China Handelsabkommen erhöht worden, kann sich nach anfänglicher Abwärtsbewegung jedoch nicht in einer allzu negativen Bewegung des EURUSD manifestieren. Auf das Einsetzen eines  marktübergreifenden „risk on“ Sentiments nach den Veröffentlichungen der Beschäftigungszahlen der USA (Non-farm payrolls) warteten Marktteilnehmer vergeblich, was nochmals die derzeitige Anspannung der Märkte widerspiegelt und fast schon als Vorhersage der Verschlechterung in den Handelsgesprächen zu deuten war. Die überraschend positiven Daten der Eurozone letzte Woche wurden auch gestern wieder fortgeführt, werden von den Marktteilnehmern jedoch weitgehend ignoriert. Die positiven Ergebnisse des Sentix Investorenvertrauens (Anstieg von -0,3 auf 5,3) und der Einzelhandelsumsätze (Anstieg von 1,9% ggü. Vorjahr) bieten jedoch eine willkommene Unterstützung. Die endgültigen Einkaufsmanagerindizes (Dienstleistungen) für Deutschland und die Eurozone blieben unverändert. Marktteilnehmer blicken heute auf die Werkaufträge und Einkaufsmanagerindizes des Baugewerbes um einen Heilungsprozess der deutschen Industrie zu erkennen.

Die unsichere Position der Gemeinschaftswährung bleibt trotz einer Verbesserung der Datenlage für die Eurozone jedenfalls erhalten. Das derzeitige Risiko einer Bewegung Richtung 22-monatigem Tief 1,1110 wird durch Unterstützungen bei 1,1174 (Tief 02.Mai) und 1,1132 (Tief 03.Mai) eingedämmt. Aufwärtsbewegungen könnten sich aufgrund des anhaltenden „risk of“ Sentiments in Grenzen halten und würden bei 1,1270 (50-1D Moving Average) und 1,1300 Widerstand finden.

CHF

EUR CHF (1,1395)
Die gestrigen Turbulenzen in den Finanzmärkten manifestierten sich in Verlusten in den asiatischen Aktienmärkten und im Renminbi, führen jedoch nicht zu signifikanten Aufwertungen der Safe-haven Währungen. Der im April 2019 eingeleitete kurzfristige Aufwärtstrend mit dem Hoch bei 1,1475 könnte durch verstärkte Unsicherheiten und dem Einsetzten eines negativen Sentiments in Gefahr gebracht werden. Zu starke Aufwertungen sind laut eigenen Aussagen der schweizerischen Zentralbank (SNB) jedoch nicht wünschenswert und werden durch Interventionen verhindert werden. Heute steht der Real Estate Bubble Index am Schweizer Wirtschaftskalender, wobei der größte Impulsgeber für den EURCHF weiterhin der Handelsstreit, die Brexit-Gespräche und die Haltung der SNB gegenüber Ihrer Niedrigzinspolitik sein wird.

Das derzeit enge Bewegungsband des EURCHF, welches durch 1,1350 (200-1D Moving Average) und 1,1470 (Jahreshoch) gekennzeichnet ist, bleibt auch gestern aufrechterhalten. Deutet die Datenlage vermehrt auf eine schwächere globale Wirtschaft, könnte dies den Schweizer Franken als Safe haven Währung Rückenwind verschaffen und die Gewinne des EURCHF seit April annullieren.

GBP

EUR GBP (0,8550)
Nach dem Erreichen eines fast zweimonatigen Tiefs bei EURGBP 0,8490 zeigt sich die Gemeinschaftswährung im Hinblick auf die Sorgen US-amerikanischer Zölle überraschend stark und vermerkt gegenüber dem britischen Pfund eine Aufwertung. Die Verluste vom Freitag letzter Woche konnten durch die gestrige Aufwertung fast ganz annulliert werden. Die Aufwärtsbewegung wurde nach der Bodenbildung durch den positiven Nachrichtenfluss aus der Eurozone  etwas gestärkt, nachdem das Sentix Investorenvertrauen und die Einzelhandelsumsätze der Eurozone positiv überraschen konnten. Kursbewegungen bleiben weiterhin von den Brexit Gesprächen zwischen der Regierung und der Opposition abhängig, welche diese Woche fortgesetzt werden. Relevante britische Daten gibt es heute mit der Veröffentlichung der Industrieproduktion und den Halifax Immobilienpreisen, wobei der Höhepunkt der Woche das Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal am Freitag darstellt.

Die Gemeinschaftswährung bleibt trotz des gestrigen Aufschubs unter Druck, solange 0,8670  nicht überwunden wird. Für einen neuen Abwärtstrend unter dem Szenario anhaltender Risikoaversion, muss zurzeit allerdings nach wie vor der Widerstand von 0,8600 (50-1D Moving Average) überwunden werden.

PLN

EUR PLN  (4,2850)
Der positive Nachrichtenfluss für die polnische Wirtschaft wird mit dem gestrigen Tag wiederholt bestätigt. Das polnische Statistikamt GUS berichtet über ein jährliches Wachstum der Einzelhandelsumsätze von 3,1% im März. Längerfristige Prognosen (Reuters) sehen den EURPLN in dem Bereich um 4,30 gefangen und erlauben erst ab 2020 eine leichte Stärkung des Zloty. Die Prognosen wurden über die letzten Monate deutlich nach oben korrigiert, nachdem externe Risiken eine Zinserhöhung trotz eines Anstiegs der Inflation in Gefahr bringen.

Die gestrigen Ereignisse haben den Zloty abgeschwächt und damit dem Euro innerhalb seines leichten Abwärtstrends zwischen 4,2700 und 4,3000 etwas korrektiven Auftrieb gegeben.

CZK

EUR CZK (25,710)
Die Drohung einer weiteren Erhöhung potenzieller Importzölle lässt den Konflikt zwischen den USA und China weiter bestehen und versetzt den Finanzmärkten in Schwellenländern einen Schock. Die tschechische Datenlage vermerkt mit der gestrigen Veröffentlichung der neuen Automobilverkäufe einen Rückgang von 10,4% (ggü. Vorjahr) und verstärkt den gestrigen Aufwärtstrend des Währungspaares. Die momentan anhaltenden kurzfristigen Abwärtsbewegungen könnten sich laut Prognosen (Reuters) einpendeln, wobei die tschechische Zentralbank einen Wechselkurs von 24,7 im Jahr 2020 prognostiziert (letzte Woche waren es noch 24,2).

Unterdessen hat sich der Euro gestern weiter erholen können, würde stabileres Terrain jedoch erst oberhalb von 25,740 (200-1D Moving Average) erreichen. Sollte im weiteren Verlauf auch 25,770 (50%-Fibonacci Retracement) durchstoßen werden, wäre dies als ein bullishes Zeichen für die Gemeinschaftswährung zu werten.


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