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Wöchentliche Marktberichte

Mai 06, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Verbraucherpreise in Europa gestiegen

USD

EUR USD (1,1194)
Die optimistische Haltung  der US-amerikanischen Notenbank gegenüber der wirtschaftlichen Entwicklung im zweiten Halbjahr, scheint durch die Arbeitsmarktdaten am Freitag fast auf ganzer Front bestätigt worden zu sein. Unterstützt wurde der Dollar in seiner anfänglichen Aufwärtsbewegung durch den Anstieg der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (Non-farm payrolls), welche im April um 263 Tausend stiegen und so jegliche Prognosen übertrafen.
Die positive Lage am Arbeitsmarkt wird ebenso durch die geringe Arbeitslosigkeit gestärkt, welche sich derzeit mit einer Arbeitslosenquote von 3,6% auf einem fünfzigjährigen Tief befindet.
Die einzige Schwachstelle in der Datenlage scheint am Freitag wiederholt der schwächer als erwartete Lohnanstieg zu sein (Anstieg von 0,2% ggü. Vormonat), welcher die anhaltende Unsicherheit bezüglich schwacher Inflationsdaten nicht gerade lockerte. Dass der EUR/USD trotz dieser Daten einen positiven Wochenschlusskurs verzeichnen konnte, liegt an den schlechten US-Einkaufsmanagerindizes (Dienstleistungen) welche das Paar von dem Wochentief  1,1133 hochheben. Diese Marktreaktion kam, nachdem die Daten einen verlangsamten Anstieg im gesamten Dienstleistungssektor widerspiegelten. Aufseiten der Eurozone scheinen die am Freitag veröffentlichten Verbraucherpreisindizes ein verbessertes Bild der Wirtschaft zu skizzieren und vermerken mit 1,7% den höchsten Stand seit November 2018. Einige Mitgliedsstaaten wie beispielsweise Deutschland erfüllen das EZB-Inflationsziel von zwei Prozent inzwischen schon. Dass dies nicht hauptsächlich durch einen stärkeren Lohnanstieg erfolgt ist, kann durch einen genaueren Blick auf die Verbraucherdaten erkannt werden, welche die höheren Energiepreise als Hauptfaktor kennzeichnen. Kursbewegungen könnten aufgrund fehlender US-Daten durch Veröffentlichungen für die Eurozone getrieben werden, wobei die Einzelhandelsumsätze, einige Einkaufsmanagerindizes und das Sentix Investorenvertrauen im heutigen Fokus der Marktteilnehmer stehen werden.

Der Verkaufsdruck gegenüber der Gemeinschaftswährung scheint eine kurze Pause einzulegen, lässt den mittel- als auch langfristigen Abwärtstrend des EURUSD jedoch weiter bestehen. Die leichte Schwäche des Dollars könnte sich bei einem positiven Nachrichtenfluss für die Eurozone in Aufwärtsbewegungen widerspiegeln, welche jedoch aufgrund der Widerstände bei 1,1220 und 1,1270 ein schnelles Ende finden könnten.

CHF

EUR CHF (1,1368)
Der seit April anhaltende Aufwärtstrend des EURCHF bleibt trotz leichter Korrektur bestehen und sieht sich seit zwei Wochen im Bereich zwischen 1,1360 und 1,1450 gefangen.  Der größte Treiber jeglicher Volatilität im Paar bleibt jedoch die globale Aussicht auf die Weltwirtschaft. Deutet die Datenlage vermehrt auf eine schwächere globale Wirtschaft, könnte dies den Schweizer Franken als Safe haven Währung Rückenwind verschaffen und die Gewinne des EURCHF seit April annullieren. Aussagen des Präsidenten der Schweizer Zentralbank Thomas Jordan indizierten den Aufwärtstrend, als sich dieser über das Beibehalten der negativen Zinsen und der Bereitschaft in den Währungsmarkt zu intervenieren äußerte. Eine zu starke Aufwertung des Schweizer Franken würde von der SNB verhindert werden und so bleibt die Niedrigzinspolitik fürs Erste aufrechterhalten.

Am Schweizer Wirtschaftskalender stehen für diese Woche der Real Estate Bubble Index (Dienstag) und die Arbeitslosenquote (Mittwoch) an, wobei zu vermuten ist, dass der EURCHF weiterhin stärker vom globalen Sentiment und den Entwicklungen der US-China Handelsgespräche beeinflusst wird, als von den Daten zur heimischen Wirtschaft.

GBP

EUR GBP (0,8530)
Die Kommunalwahlen in Großbritannien letzte Woche verpassen den Großparteien Theresa May´s (Tories) und Jeremy Corbyn´s (Labour) eine heftige Niederlage, in der beide Parteien zusammengenommen um die 320 Mandate verlieren.  Als Gewinner der Wahlen sahen sich ganz klar die Pro-europäischen Parteien, welche sich für ein zweites Referendum einsetzten und so eine zweite öffentliche Abstimmung wieder in den Raum stellen. Der Erfolg der Liberalen Partei und einiger unabhängiger Kandidaten setzt den Erfolg der Gespräche zwischen der Premierministerin und der Opposition unter Druck. Auf der Datenfront wurden am Freitag die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor veröffentlicht, welche im April nahezu stilllagen und somit alle drei Teile der Wirtschaft (Dienstleistungen, Baugewerbe und verarbeitendes Gewerbe) mit dem Wachstum zu kämpfen haben. Der Fokus dieser Woche liegt am Freitag, welcher mit der Industrieproduktion und dem Bruttoinlandsprodukt wichtige Signale über die britische Wirtschaft liefern könnte.

Der Nachrichtenfluss der letzten Woche lässt das Paar auf 0,8500 abwerten und findet eine wichtige langfristige Unterstützung. Ein Rückgang unter dieses Niveau könnte weitere Verluste signalisieren und das Tief 2017 bei 0,8300 potenziell anpeilen, wobei Aufwärtsbewegungen durch 0,8600 (50-1D Moving Average) limitiert warden.

CZK

EUR CZK (25,710)
Am Donnerstag hob die tschechische Zentralbank (CNB) den Zinssatz zum achten Mal in zwei Jahren an und signalisiert ein potenzielles Aus für weitere Erhöhungen für 2019. Die CNB sieht sich mit der ungarischen Zentralbank (NBH) weiterhin einer steigenden Inflation entgegen und versucht diese durch Erhöhung des Zinsniveaus unter Kontrolle zu bringen. Trotz der einstimmigen Entscheidung am Donnerstag, hinterlassen die Pressekonferenz und die nach unten revidierte Wachstumsprognose einen bitteren Nachgeschmack und schwächen die Krone gegen Ende der Woche ab. Das Dilemma der tschechischen Zentralbank liegt in der gleichzeitigen Handhabung der steigenden Inflation und der externen Risiken, welche sich für die exportorientierte Wirtschaft Tschechiens als Problem herausstellen könnten.

EURCZK verzeichnet nach der Zinsentscheidung die größte Aufwertung seit Ende März und lässt aufgrund der „forward guidance“ der Zentralbank weitere Schwäche der Krone zu. Trotz des Anstiegs des Paares bleibt das Band zwischen 25,590 und 25,740 aufrechterhalten. Ein Blick auf den Wirtschaftskalender lässt die Industrieproduktion (Donnerstag) und die Arbeitslosenquote (Freitag) als relevant erscheinen, wobei positive Daten aus der Eurozone einen Ausbruch aus dem derzeit engen Bewegungsband zur Folge haben könnten.

HUF

EUR HUF (323,45)
Die letzte Entscheidung der ungarischen Zentralbank (NBH) das Zinsniveau beizubehalten bleibt weiterhin im Fokus der Märkte. Marktteilnehmer, welche sich ein konstantes Anheben der Leitzinsen erhofft hatten, wurden enttäuscht.
Dieser Richtungswechsel der NBH kam unerwartet, da die momentane Lage der ungarischen Wirtschaft von einem raschen Lohn- und Preisanstieg gekennzeichnet ist und sich durch eine Inflation von knapp unter 4% bemerkbar macht. Die vorsichtige Haltung der Zentralbank wird laut Marton Nagy von den externen Aussichten und der heimischen Wirtschaft geprägt sein, was Marktteilnehmer umso mehr auf die nächsten Veröffentlichungen blicken lässt.

Die durch die Zinsentscheidung indizierte Schwäche des Forint bleibt auch letzte Woche aufrecht und lässt Aufwärtsbewegungen des EURHUF Richtung 325,00 möglich erscheinen.  Die Unterseite bleibt mit 320 und 318,20 gut unterstützt und könnte potenzielle Abwärtsbewegungen im Rahmen halten.


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