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Wöchentliche Marktberichte

Mai 03, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Abwärtstrend bleibt aufrecht erhalten

USD

EUR USD (1,1175)
Der EURUSD verzeichnet gestärkt durch das besser als erwartete Bruttoinlandsprodukt und die Beschleunigung der deutschen Inflation einen guten Start in die Woche. Hoffnungen eines zumindest kurzfristig anhaltenden Aufwärtstrends wurden jedoch durch die Ergebnisse des Offenmarktausschusses am Mittwoch gesenkt. Dabei sah der Vorsitzende der US-amerikanischen Zentralbank Jeremy Powell die zuletzt starken Daten zum Wirtschaftswachstum als positives Zeichen einer Erholung. Die Verlangsamung der Inflation soll laut Powell lediglich als vorübergehendes Phänomen gedeutet werden. Marktteilnehmer sahen diese Kommentare über die verbesserte Wirtschaftsaussicht und den Erwartungen einer Inflationsnormalisierung als positives Zeichen für den Dollar. Nachdem gestern ein Fluss positiver Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus Spanien, Italien und Frankreich ein berichtigendes Bild für die Eurozone skizzierte, verpassten die nach unten revidierten deutschen PMI´s dem EURUSD einen Rücksetzer auf 1,1190. Diese ausgelöste Abwärtsbewegung wurde durch einen positiven Nachrichtenfluss aus den USA verstärkt und ließ den EURUSD weiter auf 1,1170 fallen. Im Zentrum dieser Veröffentlichungen standen die erhöhte Produktivität außerhalb der Landwirtschaft, welche mit einem Anstieg von 3,6% im ersten Quartal, die erwarteten 2,2% deutlich überbot. Neue Auftragseingänge der Fabriken stiegen im März ebenso um 1,9% (ggü. Vormonat) und befinden sich nach einer Verringerung im Februar wieder im positiven Bereich.
Heute erwarten Marktteilnehmer aus dem Wirtschaftskalender die Verbraucherpreisindizes (Eurozone), welche auf einen Anstieg hoffen lassen, nachdem der Inflationsindikator für Deutschland einen zweiprozentigen Aufstieg aufweisen konnte. Aufseiten der US-amerikanischen Wirtschaft könnten Arbeitsmarktdaten (Stundenlöhne und Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft) den Dollar weiterhin stärken.

Die derzeitige Datenlage lässt keine signifikanten Aufwärtsbewegungen des EURUSD zu und somit wird der Abwärtstrend gestern weiter fortgeführt. Heutige Arbeitsmarktdaten der USA könnten zu einem Ausbau der Verluste Richtung 1,1140 führen, wobei ein Bruch dieses Niveaus Bewegungen Richtung Jahrestief entfalten könnte.

GBP

EUR GBP (0,8570)
Das Währungspaar sinkt auf ein vierwöchiges Tief, nachdem bekräftigende Aussagen Theresa Mays auf einen Fortschritt  in den Gesprächen mit der Opposition hindeuten. Aufseiten der Zentralbank hielt in einer allgemein erwarteten Entscheidung der geldpolitische Ausschuss der Bank of England den Leitzins mit einem einstimmigen Votum unverändert bei 0,75%. Eine leichte Abwertung des Sterlings folgte auf die Entscheidung, da einige Marktteilnehmer  von einer potenziellen Zinserhöhung aufgrund zuletzt positiver Daten ausgingen. Bezogen auf den gestrigen Tag, wertete das Pfund gegenüber dem Euro jedoch auf, nachdem der Inflationsbericht der Notenbank ein positives Bild für die britische Wirtschaft skizziert. Die aktuellen Wirtschaftsprognosen des Quartalsberichts lassen auf ein Wirtschaftswachstum von 1,5% für 2019 hoffen, eine klare Aufwärtsrevision des zuletzt prognostizierten Anstiegs von 1,2%. Obwohl die einheitliche Entscheidung auf keine Zinserhöhung für 2019 vermuten lässt, will die Bank of England genau dieses Szenario offen halten und wartet laut eigenen Aussagen auf konkrete Fortschritte im Brexit Prozess, welcher momentan die größte Unsicherheit für die Wirtschaft darstellt. Für eine potenzielle Erhöhung sprechen auch die weiterhin steigenden Löhne, welche sich noch nicht in einem Inflationsdruck widerspiegeln. Neben dem Treffen der Bank of England stellen die Kommunalwahlen in Großbritannien den zweiten Höhepunkt des gestrigen Tages dar. Diese könnten als Vorreiter für die europäischen Parlamentswahlen gedeutet werden, wobei eine schwere Niederlage der Konservativen erwartet wird.

Der seit April anhaltende Abwärtstrend bleibt nach leichten Aufwärtsbewegungen des EURGBP weiterhin aufrecht erhalten. Das wiederholte Durchbrechen von 0,8600 signalisiert verstärkt weitere Bewegungen nach unten mit Potenzial Richtung 0,8470 (Tief 12. März). Die Gemeinschaftswährung bleib unter Druck, solange 0,8640 und 0,8700 nicht überwunden werden.

CHF

EUR CHF (1,1395)
Der seit April anhaltende Aufwärtstrend des EURCHF bleibt trotz leichter Korrektur bestehen und sieht sich seit zwei Wochen im Bereich zwischen 1,1360 und 1,1450 gefangen. Die derzeitige Datenlage für die Schweizer Wirtschaft scheint dem Franken keinen Rückenwind zu verschaffen, wobei die gestrigen Daten keine Ausnahme darstellen. Einzelhandelsumsätze fielen im März um 0,7% und stellen somit den größten Umsatzrückgang seit sechs Monaten dar. Verstärkt wird das negative Bild durch den schwachen Einkaufsmanagerindex, welcher mit einem Wert von 48,5 unter die Expansionsmarke (50) fällt und so eine Kontraktion darstellt. Relevante Veröffentlichungen für den EURCHF bleiben die Verbraucherpreisindizes beider Regionen, wobei ein leichter Anstieg der Inflationsindikatoren zu erwarten ist. Momentane Kursbewegungen bleiben derzeit von der globalen Risikobereitschaft abhängig, welche durch die weltweiten Industriezahlen (USA, Eurozone und China) und den US-China Handelsgesprächen getrieben wird.

Das Einleiten eines neuen Aufwärtstrends könnte erst über 1,1450 signalisiert werden, wobei aufgrund eines relativ leeren Wirtschaftskalenders für nächste Woche eine Stabilisierung der Gemeinschaftswährung im Bereich 1,1360 und 1,1450 zu erwarten ist.

CZK

EUR CZK (25,630)
Die gestrige Zinsentscheidung der tschechischen Zentralbank lässt das Währungspaar die größte Aufwertung seit dem 22. März verzeichnen. Obwohl die wie erwartete Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 2% die tschechische Krone leicht stärken sollte, signalisierte die Zentralbank ein effektives Pausieren weiterer Zinserhöhungen für das Jahr 2019. Marktteilnehmer gingen von zwei Erhöhungen aus, wobei sich die enttäuschten Erwartungen in einer Abwertung der Krone widerspiegelten und jegliches Aufwärtspotenzial der tschechischen Währung für die kommenden Wochen verhindern könnten.

Externe Risiken bleiben laut der tschechischen Zentralbank weiter bestehen und könnten gekoppelt mit einer Beschleunigung der heutigen Inflationsdaten, Aufwärtspotenzial Richtung 25,740 und 25,780 entfalten.

PLN

EUR PLN (4,2855)
Eine potenzielle Zinserhöhung bei dem nächsten Treffen der polnischen Zentralbank wurde trotz zuletzt positiver Wirtschaftsdaten aufgrund einer schwachen Inflation bislang nicht unterstützt. Der erste Inflationsbericht aus Zentraleuropa für 2019 zeigt in Polen nun eine Beschleunigung des Preisniveaus und könnte die Haltung der Zentralbank langfristig ändern. Marktteilnehmer gehen jedoch weiterhin von keiner Zinserhöhung für das Jahr 2019 aus, da die polnische Zentralbank ein relativ hohes Inflationsziel von 2,5% (+-1%) definiert hat und derzeit keine Bereitschaft zeigt, eine restriktivere Geldpolitik anzusetzen.

Aufgrund fehlender Datenlage für die polnische Wirtschaft aufgrund des Feiertages (Tag der Verfassung) bleiben potenzielle Kursbewegungen von der Gemeinschaftswährung abhängig. Die leichte Tendenz des Euro zur Schwäche bleibt erhalten, solange 4,2930 (200-1D Moving Average)  und 4,3000 nicht überwunden werden. An der Unterseite verhindert derzeit eine Unterstützung bei 4,2842 (21-1D Moving Average), dass sich weiterer Abgabedruck in Richtung 4,2755  (Tief 04. Dezember) entfalten kann.


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