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Wöchentliche Marktberichte

Mai 02, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zinsniveau der FED unverändert

USD

EUR USD (1,1205)
Das erwartungsgemäße Beibehalten der Leitzinsen bei dem gestrigen Offenmarktausschuss der US-amerikanischen Notenbank (FED) lässt den EURUSD nach gutem Start in die Woche wieder abwerten. Ein positiver Nachrichtenfluss aus der Eurozone und der Verkaufsdruck gegenüber dem Dollar konnten der Gemeinschaftswährung anfänglich Rückenwind verschaffen und dem Paar dazu verhelfen sich weiter von dem 22-monatigen Tief 1,1110 zu entfernen. Aufseiten der US-amerikanischen Wirtschaft konnten die überraschend abgeschwächten Produktionsdaten (ISM Manufacturing), welche im April auf ein zweijähriges Tief fallen, durch den ADP Bericht ausgeglichen werden. Dieser verzeichnete den größten Anstieg von Beschäftigungsneubesetzungen in neun Monaten (275.000 Beschäftigte). Für Deutschland sorgten das unveränderte deutsche Konsumklima (erwartet war eine Reduktion) und die Verringerung der Arbeitslosen für eine positive Gemütslage. Höhepunkt des Dienstags stellte die Veröffentlichung des Bruttoinlandsproduktes für die Eurozone dar, welches auf Jahresbasis um 1,2% wuchs und dem Euro, gekoppelt mit einer Verringerung der Arbeitslosenquote auf 7,7% einen Aufschub verschaffen konnte, welcher bei 1,1270 einen kurzfristigen Widerstand fand. Diese dreitägige Aufwärtsbewegung des EURUSD wurde gestern mit der Veröffentlichung der Zinsentscheidung der FED vorerst gestoppt. Die geduldige Haltung der FED war trotz einer Verringerung der Risiken im Ausland und einer Verbesserung der US-amerikanischen Wirtschaft (BIP steigt um 3,2% auf Jahresbasis) zu erwarten. Einstimmig wurde entschieden den Leitzins im Korridor zwischen 2,25-2,50 zu halten, und den Zinssatz für Überschussreserven von 2,40% auf 2,35% zu senken. Das besser als erwartete Wirtschaftswachstum stellte aufgrund der schwächeren Inflation (PCE Index), welche auf Jahresbasis nur um 1,6% stieg, keinen alleinigen Grund für eine Leitzinserhöhung dar.

Der Nachgeschmack der positiven europäischen Daten könnte eine leichte Aufwertung des Paares bis Ende der Woche zulassen. Dies wird von den hochrelevanten Daten am Freitag wie dem Verbraucherpreisindex (Eurozone) und den Arbeitsmarktdaten (Non-farm payrolls) für die USA abhängig sein.

Trotz der überraschend positiven Datenlage dieser Woche bleibt der EURUSD mittel- als auch langfristig in einem Abwärtstrend gefangen. Die Gemeinschaftswährung bleibt somit gegenüber dem Dollar weiterhin unter Druck, solange 1,1270 und in Folge dessen 1,1340 nicht überwunden wird. Ein Weiterführen des Abwärtstrends, ausgelöst durch starke US-amerikanische Daten am Freitag könnten die Unterstützung bei 1,1170 unterlaufen und Bewegungen Richtung Jahrestief entfalten.

CHF

EUR CHF (1,1400)
Nach einer im April anfänglichen Aufwertung des EURCHF, sieht sich das Paar nun seit zwei Wochen in einem Band zwischen 1,1365 und 1,1475 gefangen, wobei Marktteilnehmer auf impulsgebende Ereignisse warten, um richtungsweisende Entscheidungen treffen zu können. Die gestrige Schwäche der Gemeinschaftswährung spiegelte sich auch im EURCHF wider und konnte den schlechter als erwarteten KOF Indikator (96,20, erwartet waren 97,40) für die Schweizer Wirtschaft überschatten. Weitere Impulse könnten die Verbraucherpreisindizes für die Schweiz (heute) und die Eurozone (morgen) liefern, wobei ein leichter Preisanstieg in beiden Regionen zu erwarten ist.

Der Franken bleibt somit leicht angeschlagen, solange sich das Paar oberhalb 1,1325 (200-1D Moving Average) befindet. Stärkerer Aufwärtsdruck in Richtung 1,1475 (Hoch 23. April 2018) könnte sich bei einer bekräftigenden Datenlage für die Eurozone entfalten.

GBP

EUR GBP (0,8585)
Die langwierigen Gespräche über ein potenzielles Austrittsabkommen zeigen endlich Fortschritte und lassen das Paar aufgrund eines starken Pfundes auf ein einmonatiges Tief fallen. Fehlende Kompromissbereitschaft ließ die Opposition ein zweites Referendum über den Austritt Großbritanniens in Erwägung ziehen und so das „"worst case“ Szenario Theresa Mays, nämlich ein „No Brexit“ wieder in den Raum stellen. Die Premierministerin zeigte sich nach diesen Äußerungen bereit, eine Zollunion mit der Europäischen Union einzugehen, um auf die Unterstützung der Opposition bei einer potenziellen vierten Abstimmung über das Austrittsabkommen hoffen zu können.
Im Fokus der Märkte bleibt heute das anstehende Treffen und die darauffolgende Zinsentscheidung der Bank of England. Die Austrittsverlängerung Großbritanniens und die zuletzt bekräftigende Datenlage lässt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung offen, wobei das Beibehalten des Zinsniveaus als wahrscheinlichste Alternative der Märkte gehandelt wird. Dabei passen die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für die britische Produktion gar nicht ins positive Bild der Wirtschaft, welche mit 53,1 trotz einer Expansion (Wert über 50 indiziert eine Expansion) unter den Erwartungen bleiben. Ein genauer Blick auf den Bericht zeigt ein weitaus schlechteres Bild. Neuaufträge verzeichnen die größten Verluste in mehr als vier Jahren was darauf hindeuten könnte, dass die Europäische Union mit ihrer Lageraufstockung britischer Waren fertig ist.

Investoren sahen die Kommentare der Premierministerin als Zeichen eines Fortschrittes in den Brexit-Gesprächen und lassen das Pfund auf ein zweiwöchiges Hoch steigen. EURGBP unterläuft den gleitenden Durchschnitt 0,8600 (50-1D Moving Average) und entfaltet so weiteres Abwärtspotenzial Richtung 0,8550 (Tief 05.April) mit Potenzial bis 0,8470 (Jahrestief) falls es zu Fortschritten in den Gesprächen und einer potenziell strafferen Zinsentscheidung kommt.

CZK

EUR CZK (25,630)
Im Fokus des heutigen Tages steht ganz klar die Zinsentscheidung der tschechischen Zentralbank. Spekulationen einer Anhebung des Zinsniveaus trieben das Währungspaar auf ein zweiwöchiges Tief, wobei die wichtige Unterstützung bei 25,590 (Tief 28. Februar und 11. April) bislang halten konnte. Die geäußerte Bereitschaft der Zentralbank den wachsenden Inflationsdruck dämmen zu wollen, gekoppelt mit einem vermutlich abnehmendem externen Risiko lässt Marktteilnehmer auf eine Zinserhöhung spekulieren. Ob die Ängste, über die am oberen Korridor der Zentralbank befindlichen Preise größer sind als die momentan anhaltenden Rezessionsängste wird sich bei der heutigen geldpolitischen Entscheidung zeigen.

Die Gemeinschaftswährung bleibt aufgrund der Zinserwartungen weiter unter Druck und könnte sich erst bei dem Überwinden von 25,740 (200-1D Moving Average) festigen. Der derzeitige Abwärtstrend mit anfänglichem Potenzial bis 25,520 muss zurzeit allerdings nach wie vor die Unterstützung von 25,590 unterlaufen.

PLN

EUR PLN (4,2835)
Die gestrige Schwäche der Gemeinschaftswährung lässt den EURPLN zum dritten Tag in Folge abwerten.
Trotz zuletzt positiver polnischer Industriezahlen und einer leichten Verringerung der Arbeitslosenquote auf 3,4% (ggü. 3.5% im Vormonat) ließ die anhaltend geringe Inflation (gegenüber anderen osteuropäischen Wirtschaften) gemischte Meinungen zu.

Mit der Veröffentlichung des gestrigen Verbraucherpreisindizes, welcher auf Jahresbasis 2,2% anstieg und die erwarteten 1,75% übertraf, konnte das Währungspaar 4,2850 (21-1D Moving Average) durchbrechen und Potenzial Richtung 4,2750 (Tief 19. April) entfalten.


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