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Wöchentliche Marktberichte

Apr 29, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Zentralbanken im Fokus der Woche

USD

EUR USD (1,1160)
Der positive Nachrichtenfluss aus den USA verschaffte dem Dollar am Freitag Rückenwind und ließ das Paar auf ein zweijähriges Tief 1,1110 (Tiefstand seit Mitte 2017) fallen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für die US-amerikanische Wirtschaft verwies auf ein Wachstum von 3,2% für das erste Quartal und fiel somit weitaus besser aus, als die meisten Prognosen anfangs zu vermuten gaben.  Dass der EURUSD am Freitag trotz dieser für den Dollar starken Daten aufwertete, lag an den im Anschluss an das BIP veröffentlichten Daten zur Inflation (PCE, Persönliche Ausgaben der Konsumenten), welche mit 1,3% enttäuschten und die erwarteten 1,8% bei weitem unterboten.  An den geldpolitischen Ansichten der US-amerikanischen Notenbank (FED) scheinen diese Ereignisse nichts verändert zu haben und so wird es bei dem nächsten Offenmarktausschuss der Zentralbank am Mittwoch voraussichtlich keine Überraschungen bei der Zinsentscheidung geben.  Die FED sieht sich aufgrund der derzeitigen Datenlage in ihrer Entscheidungskraft und Effektivität die Märkte zu bewegen in einer weitaus besseren Situation als die Europäische Zentralbank (EZB). Olli Rehn, Präsident der finnischen Zentralbank und potenzieller Nachfolger Mario Draghi´s, äußerte sich am Freitag zur  Angst einiger Marktteilnehmer über die Ineffektivität der Zentralbank anhaltend geringe Inflationserwartungen zu erhöhen. Potenzielle Impulsgeber für den EURUSD bleiben neben dem Offenmarktausschuss die Einkaufsmanagerindizes Chinas, der Arbeitsmarktbericht (Non-farm payrolls) der USA und die Veröffentlichung europäischer Daten zur Arbeitslosenquote und dem Wirtschaftswachstum. Ebenso bleiben die Handelsgespräche zwischen den USA und China im Fokus und könnten „risk-on“ Sentiment wecken, welches sich positiv auf den Euro auswirken könnte. Die Märkte suchen weiter verzweifelt nach Bestätigungen einer Erholung der globalen Wirtschaft. Die widersprüchliche Datenlage lässt Marktteilnehmer vorsichtig agieren und könnte die Volatilität, welche sich derzeit auf einem historisch geringen Niveau befindet, in Grenzen halten.

Mit dem leichten Anstieg des Paares scheint am Freitag ein Boden bei 1,1110 gefunden zu sein. Potenzielle Bewegungen nach oben werden durch Widerstände bei 1,1174 (Tief 07.April) und 1,1280 (50-4H Moving Average) begrenzt.

CHF

EUR CHF (1,1365)
Der Aufwärtstrend des EURCHF endete letzte Woche bei 1,1470 und markierte so den höchsten Wert des Paares seit Oktober 2018. Der Präsident der Schweizer Zentralbank (SNB) Thomas Jordan äußerte sich am Freitag über das Beibehalten der negativen Zinsen und der Bereitschaft in den Währungsmarkt zu intervenieren. Eine zu starke Aufwertung des Schweizer Franken würde von der SNB verhindert werden und so bleibt die Niedrigzinspolitik fürs Erste aufrechterhalten.
Am Schweizer Wirtschaftskalender stehen für diese Woche der KOF Leitindex (Dienstag), der Managereinkaufsindex (Donnerstag) und die Verbraucherpreisindizes (Freitag) an, wobei zu vermuten ist, dass der EURCHF weiterhin stärker vom globalen Sentiment und den Entwicklungen der US-China Handelsgespräche beeinflusst wird, als von den Daten zur heimischen Wirtschaft.

Der seit April anhaltende Aufwärtstrend des EURCHF bleibt mit letzter Woche angeschlagen. Ein Fall unter 1,1300 (50-1D Moving Average) würde die Möglichkeit eines Abwärtstrends signalisieren und Potenzial Richtung 1,1280 und 1,1250 auslösen.

GBP

EUR GBP (0,8625)
Höhepunkt der Woche stellen die Zinsentscheidung und der Inflationsbericht der Bank of England am Donnerstag dar.
Die besser als erwartete Datenlage zur britischen Wirtschaft konnte eine Aufwertung des Paares im April nicht verhindern, deutet jedoch auf eine wachsende Divergenz zwischen der Eurozone und Großbritannien.
Die zuletzt positiven Daten zum Wirtschaftswachstum (jährliches BIP im März um 2% gestiegen) und den Einzelhandelsumsätzen (um 1,1% im März gestiegen) werden momentan von den Unsicherheiten bezüglich des Brexits überschattet und lassen eine Zinserhöhung unwahrscheinlich klingen. Die heutige Rede des Gouverneurs der Bank of England könnte einen frühzeitigen Einblick in die Entscheidung am Donnerstag geben.

Der leichte Aufwärtstrend des Paares wurde letzte Woche durchbrochen, wobei sich der EURGBP derzeit über 0,8600 befindet und so weitere Bewegungen nach oben nicht auszuschließen sind. Ein Durchbrechen dieses Niveaus könnte Bewegungen Richtung 0,8530 und 0,8470 (Tiefstand 13.Mai) zur Folge haben.

PLN

EUR PLN (4,2965)
Das besser als erwartete Wirtschaftswachstum der USA konnte sich nicht in einer erhöhten Risikofreude der Anleger manifestieren und so verzeichnet der EURPLN am Freitag eine Aufwertung. Der Wirtschaftskalender für Polen bietet am Dienstag die Verbraucherpreisindizes und am Donnerstag die Markit Einkaufsmanagerindizes. Kursbewegungen werden jedoch voraussichtlich von den Veröffentlichungen für die Eurozone getrieben sein.

Zeichen einer Verbesserung der globalen Wirtschaft könnten dem Zloty diese Woche Rückenwind verschaffen und Bewegungen mit Potenzial Richtung 4,2750 entfalten. Enttäuschende Daten würden sich in einer Aufwärtsbewegung des EURPLN manifestieren, wobei 4,3200 als erster relevanter Widerstand zu erkennen ist.

CZK

EUR CZK (25,710)
Im Fokus der Woche steht das Treffen der tschechischen Zentralbank am Donnerstag und die potenzielle Zinsentscheidung. Seit dem Richtungswechsel der US-amerikanischen Zentralbank hin zu einer taubenhaften Position sehen sich die Währungshüter in Osteuropa einem Dilemma entgegen. Die in der Region steigende Inflation würde eine Zinserhöhung rechtfertigen, könnte sich jedoch negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Hinzu kommt die global anhaltende Unsicherheit, welche einen „wait and see“-Ansatz unterstützen würde. Marktteilnehmer planen eine Zinserhöhung bis Ende des Jahres ein, wobei die Wahrscheinlichkeit dessen mit einem geordneten Brexit und einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft erhöht wird.

Der EURCZK befindet sich seit zwei Wochen in einem engen Bewegungsband zwischen 25,630 und 25,780, wobei eine richtungsweisende Bewegung von der globalen Wirtschaftslage abhängig sein wird.


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