Wöchentliche Marktberichte

Apr 10, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Wie steht es um Europa?

USD

EUR USD (1,1260) 

Im Mittelpunkt des heutigen Tages stehen die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank und die Veröffentlichung der Protokolle des letzten Offenmarktausschusses der US-amerikanischen Notenbank. Auch dieses Mal scheint es zu keiner Zinsveränderung zu kommen. Unsicherheit und schwächeres Wachstum plagen die Länder der Europäischen Union und stellen den Grund für die Verschiebung einer Zinserhöhung dar. Glaubt man den neuerlich veröffentlichten Umfragen (Reuters) könnte die europäische Zentralbank sogar bis Ende 2020 warten, um die Zinsen anzuheben. Das letzte Treffen der Notenbank endete mit zwei signifikanten Ereignissen. 

 

Marktteilnehmer sahen sich verblüfft, als die EZB ihre Bilanzexpansion (mittels des Quantitative Easing Programmes) nach weniger als vier Jahren beendete und das neue Finanzierungsprogramm (TLTRO3) ankündigte, welches im September dieses Jahres beginnen wird. Die Frage der Effektivität europäischer Geldpolitik bleibt weiterhin unbeantwortet. Nach der Einführung negativer Zinssätze und des Quantitative Easing Programmes, welches einen Umfang von 2,6 Billionen Euro aufweisen konnte, blieben Kernindikatoren der Inflation weiter an einem Rekordtief. Ein erneutes Starten des Programmes kann laut vielen Marktteilnehmern bei langfristig stagnierender Inflation nicht ausgeschlossen werden.  Auch wenn die beiden Zentralbanken im Fokus des heutigen Tages stehen, stellen Sie nicht die alleinigen Impulsgeber dar. Heute werden die Verbraucherpreisindizes für die USA veröffentlicht, denen seit dem Rückgang der Löhne (März) letzte Woche größere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

 

Nach einem guten Start in die Woche machen sich aufgrund potenzieller Importzölle für die EU Abwertungsängste für die Gemeinschaftswährung breit und sollten mögliche Bewegungsversuche nach oben vorerst gering halten.

USD

CHF USD (0,9992) 

Das Paar befindet sich nun seit knapp vier Tagen über dem 50-1d Moving Average und unterhalb des 200-4h Moving Average. Dieses enge Bewegungsband macht einen Vorstoß in beide Richtungen möglich, wobei ein großer Impulsgeber das Ergebnis der Brexit Verhandlungen sein wird.

CHF

EUR CHF (1,1265) 

Die Gemeinschaftswährung markierte gestern wiederholt einen positiven Tag gegenüber dem Franken und stellt somit das Tief von 1,11620 weit hinter sich.  Während die Trendobergrenze bei 1,1295 liegt, befindet sich das Maß der Dinge an der Unterseite derzeit bei 1,1205.

GBP

EUR GBP (0,8622) 

Die täglichen Brexit Schlagzeilen treiben die momentane Volatilität im Sterling. 

Neuen Umfragen zufolge (Reuters) könnte das Pfund bei einem Soft-Brexit um 3% steigen, wobei ein No-Deal Szenario einen Fall von 5% mit sich führen könnte. Dieser drastische Kontrast macht deutlich, wie wichtig positive Ergebnisse am heutigen Brexit Gipfel wären. Am Dienstag wurde auf Wunsch der Parlamentsabgeordneten Yvette Cooper ein neuer Beschluss vorgeschlagen und vom Parlament genehmigt, in dem ein No-Deal Szenario um alle Umstände ausgeschlossen wird. Dies kam vor den Staatsbesuchen Theresa Mays in Paris und Berlin. 

 

Spekuliert wird über eine von Donald Tusk vorgeschlagene „flexible Verlängerung“ in der keine Austrittsfrist definiert wäre. Großbritannien könnte auf eigenen Wunsch zu einem beliebigen Zeitpunkt austreten, unter der Bedingung, die Wahlen zum europäischen Parlament nicht zu sabotieren und die „Integrität der europäischen Institutionen zu gewährleisten.“

 

Gestern markierte das Paar den fünften positiven Tag in Folge und macht bei 0.8640 halt. Eine leichte Abwärtsbewegung ist aufgrund der erwähnten potenziellen Importzölle und einem positiven Brexit Ergebnis zu erwarten.

PLN

EUR PLN (25,28) 

Alleiniger Impulsgeber bleibt, aufgrund fehlender Daten über die polnische Wirtschaft, die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank und der Brexit Gipfel. Bei dem letzten Treffen der polnischen Zentralbank, wurde eine Zinserhöhung aufgrund globaler Turbulenzen und der Unsicherheit um den Austritt Großbritanniens nach hinten verschoben. Der Abwärtstrend bleibt weiterhin erhalten und somit sieht sich die Gemeinschaftswährung leicht unter Druck.

HUF

EUR HUF (322,35)

Besser als erwartete ungarische Inflationszahlen konnten das Paar nicht dazu bringen den positiven Trend zu beinflussen. Höhere Löhne und der Mangel an Arbeitskräften (in ganz Osteuropa) scheinen sich endlich auch auf die Preise ausgewirkt zu haben. Trotz konstant steigender Preise, sieht sich die ungarische Zentralbank gezwungen, das Zinsniveau vorerst beizubehalten. Halten die globalen Turbulenzen und die somit hervorgerufene Inaktivität der Notenbank an, kann von weiterer Aufwertung des Paares ausgegangen werden.

 

Das Paar befindet sich zum ersten Mal seit dem 16. Januar des Jahres über dem 200-1d Moving Average und sieht sich somit bei 321,58 einem neuen Unterstützungspunkt entgegen.


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