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Wöchentliche Marktberichte

Apr 09, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

EUR zeigt sich stark

USD

EUR USD (1,1262)

Trotz der Anspannung über den Mittwoch, welcher Markt interessierten nicht nur die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, sondern auch den Brexit-Gipfel und die Veröffentlichung der Protokolle des letzten Offenmarktausschusses liefert, bot auch der gestrige Tag einen ereignisreichen Start in die Woche. Hervorzuheben sind dabei der von dem Forschungsinstitut Sentix veröffentlichte Sentimentindex zur europäischen Wirtschaft und die Handelsbilanz Deutschlands.

Bricht man den Index in seine Einzelteile, wird ein gemischtes Bild sichtbar. Die Komponente des Indexes, welche zukünftige Erwartungen der Investoren abbildet, stieg von -10.4 auf -4.3 und verzeichnet somit ein weiterhin negatives, jedoch verbessertes Bild über die zukünftige Wirtschaft Europas. Die Einschätzung der aktuellen Lage sieht dabei weitaus schlechter aus und erreicht nach einem achtmonatigen Fall Ihr Tief. Hinzu kommen die um 1,6% gefallenen deutschen Importe, welche die Handelsbilanz nach oben treiben. Diese Ereignisse scheinen Folge des globalen Handelsrückgangs und somit von kurzfristiger Natur zu sein, vielleicht war dies auch der Grund, wieso sich der Euro unbeeindruckt gab und den zweiten positiven Tag in Folge verzeichnete.

Momentan befindet sich das Paar knapp über 1,1250 mit einem potenziellen Bewegungsspielraum zwischen 1,3000 (200-4h Moving Average) und 1,230 (50-4h Moving Average) wobei die JOLTS Stellenangebote in den USA leichte Impulse für Preisbewegungen geben könnten. Die Volatilität sollte am heutigen Tag eher gering bleiben und sich im Laufe des nächsten Tages aufgrund der relevanten Zentralbankereignisse signifikant erhöhen.

USD

CHF USD (1,0007)

Das Paar wird momentan sehr präzise von Marktteilnehmern aufgrund des schmalen Bewegungsspielraumes betrachtet, welcher einen Ausbruch in beide Richtungen von der weiteren Datenlage abhängig macht. Nach einer starken Aufwertung am 20. März des Jahres hält sich das Paar zwischen 1,075 und 0,9995. Ein Durchbruch würde auf der unteren Seite von 0,9885 Unterstützung finden. Ein positives Ergebnis bezüglich des Brexits würde die Safe- haven Währungen relativ schwächen, wobei die Frage ist, welche Währung dabei stärker fallen würde.

GBP

EUR GBP (0,8611)

Vier Tage vor der Brexit-Deadline geht es für Premierministerin Theresa May nochmals zu Gesprächen nach Paris und Berlin. Nach fruchtlosen Kompromissversuchen mit dem Oppositionsführer Jeremy Corbyn, bleibt May nichts anderes übrig, als Ihr Glück auf der anderen Seite zu versuchen. Am Wochenende versuchte die Premierministerin ihre Gesprächsversuche mit Jeremy Corbyn zu rechtfertigen, eine Maßnahme, welche nochmals darauf hindeutet wie gespalten die politische Lage ist und wie unterschiedlich die Meinungen zu den verschiedenen Brexit Optionen wirklich sind. Dies blieb jedoch nicht das einzige Ereignis am Wochenende, einige Minister äußerten sich über eine lange Verlängerung, per Videonachricht kritisch und rieten May dagegen ab. Heute wird die Premierministerin von dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris empfangen, welcher sich unzählige male als Feind einer langen Verlängerung und eines allgemeinen Entgegenkommens Großbritanniens sah. Der Druck bleibt weiterhin hoch, da ein Fehler jeglicher Einigung ein No-Deal Szenario hervorrufen würde und Großbritannien so die Union am Freitag verlassen müsste.

Ein Vorstoß des Paares zur Parität (1.0000) würde dabei infrage kommen. Die Wahrscheinlichkeit dessen legen führende Banken (laut Reuters-Umfrage) bei 45%-25% fest, wobei die wahrscheinlichste Option weiterhin eine Verlängerung bleibt. Unsicher bleibt, ob diese bis zum 30. Juni, wie von May gewünscht oder doch länger ausfallen wird.

CHF

EUR CHF (1,1250)

Heute steht die Arbeitslosenquote für die Schweiz an der Tagesordnung, welche keine Veränderung erwarten lässt (2,4%). Aufgrund fehlender relevanter Daten bleibt die Bewertung der Schweizer Wirtschaft, welche jährlich von dem internationalen Währungsfonds (IMF) herausgegeben wird, weiterhin Gesprächsthema Nummer eins. Dabei sieht man den Spielraum der Nationalbank geringer als in den Jahren zuvor, weitere Senkungen des Zinssatzes, welcher sich momentan im negativen Bereich bewegt, scheinen jedoch weiterhin als effektiv zu gelten um Inflations- beziehungsweise Deflationserscheinungen zu bekämpfen. Die Wachstumsprognose für 2019 beläuft sich laut dem Bericht auf 1,1%, ein starker Rückgang zum letzten Jahr (2,5%), welcher der momentanen globalen Lage zu verschulden ist.

Das Paar zeigte sich gestern stark und führt den siebentägigen Trend nach oben fort. Weitere Bewegungen nach oben werden durch 1,126 (21-1d Moving Average) verhindert und könnten bei einem Überschreiten dieses Niveaus ein Fortschreiten zu 1,13 ermöglichen (200-4h Moving Average).

HUF

EUR HUF (321,20)

Unbeeindruckt von der besser als erwarteten Handelsbilanz zeigte sich der Forint schwach. Prognosen für die ungarische Inflation gehen weiterhin von einer Erhöhung von 3.5% im März aus. Somit entfernt sich die Inflation immer weiter von dem 2-4% Ziel der ungarischen Nationalbank.

Unterdessen hat sich der Euro gestern weiter erholen können und befindet sich momentan knapp unter 321,62 (200-1d Moving Average).

CZK

EUR CZK (25,62)

Die Woche fing für das Paar genauso an, wie die letzte beendet wurde. Mit positiven Wirtschaftsdaten für die tschechische Ökonomie. Die gestern veröffentlichte Arbeitslosenquote fiel im März auf 3% und stellt somit den geringsten Wert seit 1997 dar. Die Industrieproduktion stieg leicht zum Vorjahr (1.5%) an, getrieben durch die erhöhte Bauproduktion (5.8%). Analysten prognostizierten bei der neuesten Reuters Umfrage einen zweiprozentigen Anstieg der Krone in den nächsten zwölf Monaten. Eine nachfragegetriebene Inflation bleibt weiterhin ein Problem der  Zentralbank, welche sich aufgrund der Brexit- und Handelsunsicherheiten limitiert in Ihrer Entscheidungsfindung sieht.

Der starke gestrige Tag der Gemeinschaftswährung ließ die tschechische Krone unbeeindruckt und so vermerkt das Paar den achten negativen Tag in Folge. Somit befinden wir uns präzise auf der unteren Seite des Aufwärtskanals (25,61), welcher bei einem morgigen positiven Nachrichtenfluss halten und somit eine potenzielle Bewegung nach oben ermöglichen würde.


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