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Wöchentliche Marktberichte

Apr 08, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die Woche der Entscheidungen

USD

EUR USD (1,1226)

Die Preisbewegungen vor dem Wochenende wurden durch die NonFarm payrolls (NFP) der USA und der deutschen industriellen Produktion getrieben. Dabei wies das Paar aufgrund beidseitig positiver Zahlen nur eine leichte (negative) Preisänderung auf. Mit den besser als erwarteten Zahlen zur deutschen Industrie stellt sich der Markt die Frage, wie es um die Situation der deutschen Wirtschaft steht. Nach enttäuschenden Werkaufträgen (-8,4%, erwartet waren -5,4%) stimmte die expandierende industrielle Produktion (0,7%) Marktteilnehmer kurzfristig optimistisch. Die Veröffentlichung der Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft (+196k Arbeitsplätze) für die USA bekräftigte den weiterhin starken Glauben an den Arbeitsmarkt.

Der Bekanntgabe der Löhne wurde ebenfalls große Aufmerksamkeit geschenkt. Diese wiesen ein leicht geringeres Wachstum als zuvor auf, was von vielen Marktteilnehmern als Bestätigung der taubenhaften Position der US-amerikanischen Zentralbank interpretiert wurde. Es scheint, als würden sich die hohen Beschäftigungszahlen nun nicht mehr in höheren Löhnen bemerkbar machen, was eine weitere Zinserhebung unwahrscheinlicher macht. Höhepunkt der Woche und absoluter Impulsgeber bleiben die Zinsentscheidung und die darauffolgende Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank, der Brexit-Gipfel und die Veröffentlichung der Protokolle des Offenmarktausschusses am Mittwoch. 

Den Ereignissen wird durch den momentanen Kurs, welcher sich knapp über dem Tiefstand des Jahres (1,1177) befindet, nochmals eine höhere Relevanz zugesprochen, da ein Durchbrechen dieses Niveaus aufgrund fehlender Unterstützung weitere Bewegungen nach unten möglich macht.

GBP

EUR GBP (0,8592)

Die letzte Woche endete mit einer Bitte seitens der Premierministerin, den Austritt Großbritanniens bis zum 30. Juni zu verlängern. Dieses Angebot traf nicht bei allen Mitgliedern der Europäischen Union auf positive Reaktion und trotzdem scheint es, als würde Tusk eine zwölfmonatige Verlängerung anbieten, unter der Bedingung einer Teilnahme Großbritanniens an den Wahlen zum Europäischen Parlament. Die Ängste eines No-Deal Brexit werden auf beiden Seiten größer, was auch die neuerliche Zusammenarbeit Theresa Mays und dem Oppositionsführer Jeremy Corbyn zeigt, welche sich letzte Woche in konstruktiven Gesprächen befanden, jedoch keine Signifikaten Lösungen zur Folge hatten.

Spekuliert wird, dass Donald Tusk Großbritannien eine „flexible Verlängerung“ anbieten möchte, in der eine maximale Austrittsdauer von einem Jahr vorgesehen ist. Dabei würde eine vorzeitige Einigung über die Austrittsbedingungen ein Verlassen der Europäischen Union weiterhin möglich halten. 

Die Gemeinschaftswährung kann sich von dem kurzfristig negativen Trend lösen und vermerkt am Freitag den zweiten positiven Tag in Folge. Preisbewegungen nach oben werden dabei durch 8,642 (50-Day Moving Average) verhindert. Neben den am Mittwoch stattfindenden Ereignissen werden diese Woche auch die Industrieproduktion und das Bruttoinlandsprodukt Großbritanniens veröffentlicht, welche ein Indikator dafür sein werden, wie stark sich die Brexit Unsicherheit in den ökonomischen Daten niedergelassen hat.

CHF

EUR CHF (1,1212)

Das Paar endete die letzte Woche aufgrund relativ positiver deutscher Daten im grünen und befindet sich in einem leichten, kurzfristigen Aufwärtstrend, welcher auf der Unterseite von 1,1995 aufrecht gehalten wird. Preisbewegungen um 1,1181 (22-monatiges Tief) bleiben weiterhin kritisch, wobei der kurzfristige Fall unter dieses Niveau vorletzte Woche als schlechtes Zeichen genommen wurde. Wie auch für die anderen Paare bleibt auch die das Hauptereignis das Spektakel am Mittwoch, wobei weitere Aussagen zur Bestätigung der globalen Unsicherheit von Draghi das Paar wieder an die untere Grenze bewegen könnten.

PLN

EUR PLN (4,290)

Aufgrund weiterer Revision der diesjährigen Wachstumsraten für die polnische Ökonomie (Weltbank) auf 4% zeigt sich der Zloty vor dem Wochenende schwach. Zu betonen bleibt, dass die Wirtschaft weiterhin überdurchschnittlich wächst und von einem starken heimischen Konsum getrieben wird. Dies wird durch das niedrige Zinsniveau verstärkt, welches laut der Zentralbank kurzfristig aufgrund globaler Turbulenzen anhalten wird.

Ein Mangel an relevanten polnischen Daten diese Woche wird den Euro alleinigen Träger jeglicher Preisbewegungen machen. Der leichte Abwärtstrend mit Potenzial bis 4,257 (Tiefpunkt des Jahres) hält an, bleibt jedoch von der Datenlage abhängig.

CZK

EUR CZK (25,64)

Das sich die osteuropäischen Währungen alles andere als einheitlich bewegen zeigt auch die sechstägige Siegesserie der tschechischen Krone. Ein Richtungswechsel könnte durch die signifikanten Ereignisse diese Woche ausgelöst werden, wobei die Arbeitslosenquote (Montag) und der Verbraucherpreisindex (Mittwoch) relevant für das Paar sein werden.

Große Überraschungen in den Daten hätten das Potenzial, das Paar aus dem seit Januar anhaltenden Bereich zwischen 25,6 und 25,85 zu drängen, was auf der Unterseite zu einer Bewegung Richtung 25,52 führen würde.

HUF

EUR HUF (321,00)

Der Forint beendete die Woche trotz starker Zahlen zur ungarischen industriellen Produktion (+ 5,9% im März) negativ (EURHUF +0,54) und bestätigt den weiterhin anhaltenden negativen Trend, welcher seit dem 20. März anhält. Grund dafür bleibt der von Unsicherheit geleitete Richtungswechsel der Zentralbank, welche momentan keine Zinserhöhungen vorsieht.

Das Währungspaar befindet sich momentan knapp über dem psychologischen Niveau von 320,00. Ein Durchbrechen dieses Wertes könnte einen Fall bis 317,2 (50-Day Moving Average) mit sich ziehen, wobei Bewegungen nach oben durch den länger anhaltenden Widerstand von 321 (200-Day Moving Average) verhindert werden.


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