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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 08, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schnell gehandelt

CZK

EUR CZK (25,60)

Einer weiteren Reuters-Umfrage zufolge soll die Krone in den kommenden zwölf Monaten gegenüber dem Euro um 2 Prozent an Wert gewinnen. Nicht zuletzt wegen der zu erwartenden Leitzinserhöhungen in Tschechien. Allerdings sieht es auch gerade in Hinblick auf die ökonomischen Aussichten in der Eurozone – die Europäische Zentralbank hat gestern die Vorhersagen für Wachstum und Inflation in diesem Jahr deutlich zurückgenommen – nicht danach aus, als ob die vielerorts erwarteten beiden Zinsschritte für dieses Jahr tatsächlich auch durchgeführt werden. Indes: Der Euro bewegte sich gestern kaum gegenüber der Krone und hält sich in seinem leichten Abwärtstrend mit Potenzial bis 25,52. Dieses Szenario bleibt erhalten, solange 25,69 nicht überschritten wird.

USD

EUR USD (1,1200)

Nun hat es die Europäische Zentralbank tatsächlich geschafft, den ohnehin hohen Referenzpunkt für die gestrige Notenbanksitzung noch ein wenig zu toppen. Zwar wurden die Leitzinsen auf ihrem Rekordtief belassen, der Hauptrefinanzierungssatz bei 0 Prozent und der Einlagenzinssatz für Banken bei -0,4 Prozent. Aber offenbar haben doch eine Reihe von Finanzmarktakteuren nicht daran geglaubt, dass sich die EZB bereits in ihrer gestrigen Sitzung dazu durchringen würde, unveränderte Leitzinsen bis mindestens Ende 2019, also eine Änderung der so genannten Forward Guidance, zu versprechen und gleichzeitig eine dritte Serie langfristiger Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO3) für die Banken anzukündigen. Außerdem bestätigte die EZB erneut, sie werde die Höhe der im Rahmen ihres quantitativen Lockerungsprogramms einst erworbenen Anleihen durch entsprechende Wiederanlage fälliger Papiere konstant halten. Und zwar deutlich über den Zeitpunkt hinaus, nachdem die erste Leitzinserhöhung stattgefunden haben wird. Letztlich ist damit auch der Zeitpunkt, zu dem eine etwaige quantitative Straffung frühestens einsetzen könnte, in die Zukunft verschoben worden.
Auch wenn das Gros der Volkswirte das Timing der EZB unterschätzt haben sollte, haben die Marktteilnehmer eigentlich ohnehin längst eine Zinspause bis mindestens 2020 eingepreist. Auch mit der Neuauflage der TLTROs wurde weithin gerechnet, aber mit einer Ankündigung der EZB eher erst im April oder Juni und nicht bereits gestern. Auch hätten die gesenkten Wachstumsprognosen der EZB – für dieses Jahr sieht die Zentralbank nur noch ein Wachstum von 1,1 Prozent (nach 1,7 % im Dezember) vor – für die Eurozone nicht wirklich überraschen dürfen, nachdem gestern bereits über so genannte „informierte Quellen“ diese deutliche Abwärts-Revision durchgesickert war. Auch die Inflationsprognosen wurden, wie sich am Mittwoch bereits angedeutet hatte, tatsächlich bis ins Jahr 2021 reduziert. So wurden die Inflationsprognosen für 2019 von 1,6 auf 1,2 Prozent, für 2020 von 1,7 auf 1,5 Prozent und für das Jahr 2021 von 1,8 auf 1,6 Prozent herabgesetzt. Damit wird deutlich, dass der EZB-Rat nicht, wie noch vor einigen Tagen von Bundesbankpräsident Weidmann nahegelegt, durch die jüngsten wenig überzeugenden Inflationsdaten „hindurchsehen“ kann. Umso erstaunlicher mag es für viele Beobachter gewesen sein, dass der EZB-Rat die jüngsten Entscheidungen einstimmig beschlossen hatte – „ein sehr, sehr positives Signal für den Zusammenhalt des EZB-Rats und unserer Beratungen“, so EZB-Chef Mario Draghi.
Damit hatte der ohnehin bereits angeschlagene Euro gestern einen entscheidenden Schub in Richtung der unteren Begrenzung seiner Konsolidierung zwischen 1,1215 und 1,1585 hinnehmen müssen und diese sogar unterschritten. Sollte im Falle weiterer Kursrückgänge auch noch die Unterstützung bei 1,1170 fallen, würde der Euro erneut in einen mindestens kurzfristigen Abwärtstrend überführt, dessen anfängliches Potenzial bis 1,0995/00 reicht. Dies unter der Voraussetzung, dass an der Oberseite 1,1335/40 nicht mehr überwunden wird.

GBP

EUR GBP (0,8550)

Immerhin hat die britische Regierung den 12. März, also den kommenden Dienstag, als Termin für die zweite Abstimmung, die so genannte “meaningful vote“, im Unterhaus über das Brexit-Abkommen Großbritanniens mit Brüssel bestätigt. Falls der Deal erneut abgelehnt wird – und dafür spricht derzeit recht viel –, will Premierministerin Theresa May noch in derselben Woche abstimmen lassen, ob Großbritannien ohne Abkommen aus der EU ausscheiden oder der Brexit verschoben werden soll. Aber selbst bei einer Verschiebung des Brexit wäre vollkommen unklar, wie das eigentliche Kern-Problem, der sogenannte Backstop, die Notfalllösung, um eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland zu vermeiden, zwischen Großbritannien und der EU gelöst werden soll. Zumal die jüngste Gesprächsrunde zwischen EU-Chefunterhändler Michel Barnier und den britischen Vertretern Stephen Barclay (Brexit-Minister) sowie Generalstaatsanwalt Geoffrey Cox zuletzt ergebnislos geblieben waren. Dass das britische Pfund gestern gegenüber dem Euro zulegen konnte, ist jedoch nicht einer neuerlichen inneren Stärke von Sterling zuzuschreiben, sondern dürfte in erster Linie auf den überraschenden Ausgang der EZB-Ratssitzung zurückzuführen sein. Ohnehin befindet sich der Euro gegenüber Sterling im Abwärtstrend mit Potenzial bis 0,8525 und 0,8445. In diesem Zusammenhang darf nun 0,8645/50 nicht mehr überwunden werden.

CHF

EUR CHF (1,1315)

Auch gegenüber dem Franken musste der Euro infolge der als taubenhaft wahrgenommenen EZB-Sitzung Einbußen hinnehmen. Diese hielten sich jedoch im Rahmen, da nicht damit zu rechnen ist, dass die Schweizerische Nationalbank vor der EZB – diese hatte gestern angekündigt, die Leitzinsen mindestens bis Ende 2019 unverändert zu belassen – mit Zinserhöhungen aufwarten dürfte. Somit hat sich auch an der derzeitigen Konsolidierungszone zwischen 1,1255 und 1,1425/30 nichts geändert.

PLN

EUR PLN (4,3100)

Möglicherweise mit einem Tag Verspätung hat sich die Sitzung der Polnischen Nationalbank vom vergangenen Mittwoch auf den Zloty ausgewirkt. Die gesenkten Inflationsvorhersagen der Zentralbank, aber auch die Bestätigung von Zentralbankchef Adam Glapiński, dass sich die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen in diesem und im kommenden Jahr nicht erhöht habe, hätten ohnehin nicht für weitere Zloty-Nachfrage sorgen dürfen. In der Folge hat sich nun der Euro im Rahmen seines Abwärtsimpulses etwas erholen können. Allerdings bleibt die leichte Tendenz der Gemeinschaftswährung zur Schwäche erhalten, solange 4,3250 nicht überwunden wird. An der Unterseite verhindert derzeit eine Unterstützung bei 4,2930, dass sich weiterer Abgabedruck in Richtung 4,2635 entfalten kann.


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