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Wöchentliche Marktberichte

Mrz 05, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Relativ schwach

USD

EUR USD (1,1325)

Normalerweise würde ein Handelstag wie der gestrige nicht besonders auffallen. Aber wenn die Tagesrange fast so groß ist wie diejenige der ganzen davorliegenden Woche, ist dies schon bemerkenswert. Zumal der Euro zum ersten Mal seit dem 13. Februar wieder einmal einen größeren Tagesverlust produzierte. Ein Verlust, der in seiner absoluten Größenordnung nicht ins Gewicht fällt, aber eben in der relativen Sichtweise der vergangenen beiden Wochen nervöse Gemüter aufgeschreckt haben dürfte. Auch hat es den Anschein, als sei zumindest ein Teil der kurzfristig orientierten Akteure zum Wochenbeginn mit bullishen Euro-Engagements auf dem falschen Fuß erwischt worden. Dafür spricht auch, dass die politischen und ökonomischen Begleitszenarien nicht so recht zu dieser Kursentwicklung passen wollen.
Zum einen, weil – zumindest Medienberichten zufolge – die USA und China angeblich kurz vor Abschluss eines Abkommens zur Lösung des Handelsstreits stehen. Zumindest vermittelten dies Medienberichte, die sich auf nicht näher genannte Quellen beider Seiten beriefen. Natürlich, so hieß es, würden Hürden bleiben und sich die USA, aber auch China möglicherweise zu Hause stärkeren Widerständen ausgesetzt sehen sowie dem Vorwurf, dass die Vertragsbedingungen für die Gegenseite zu günstig aussähen. Immerhin: Trotz aller Vorbehalte sind die Gespräche offensichtlich so weit fortgeschritten, dass am 27. März zumindest eine formale Übereinkunft zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im Rahmen eines Gipfels erreicht werden könnte. Es waren besagte Medienberichte, mit denen die Händler gestern zu Beginn der Sitzung in Fernost konfrontiert wurden. Und tatsächlich reagierte der Dollar, wie er normalerweise bei solchen Meldungen reagiert: Er gab zu Handelsbeginn leicht nach.
Eigentlich hätte der Greenback noch mehr unter Druck geraten können, denn die Kommentatoren wurden nicht müde, auf Verbalinterventionen des US-Präsidenten zu verweisen, der bei einer Veranstaltung am Wochenende wieder einmal gegen einen viel zu starken Dollar gewettert hatte. Nicht nur das. Donald Trump kritisierte gleich noch einmal Fed-Chef Jerome Powell als einen „Gentleman“, welcher steigende Zinsen, quantitative Straffung und einen sehr starken Dollar mögen würde. Natürlich haben solche Worte nur kurzfristigen Effekt auf das Handelsgeschehen, und deswegen reichte es nur für eine kurzzeitige Reaktion beim Wechselkurs. Anschließend ging es mit dem Dollar stetig bergauf, der Euro geriet unter Druck.
Dies ist nur insofern nachvollziehbar, als von der am Donnerstag stattfindenden EZB-Sitzung eher eine taubenhaften Note erwartet wird. Aber zum schleppenden Wachstum der Eurozone ist bereits das Meiste gesagt. Und insgeheim erhoffen sich Händler und Kommentatoren Hinweise auf ein Nachfolgeinstrument für die gezielten langfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) TLTRO2. Ob EZB-Präsident Mario Draghi da als Zinstaube noch für größere Überraschungen sorgen kann? Mit anderen Worten: Es fällt schwer, auf einen noch schwächeren Euro zu setzen, der immer noch in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1215 und 1,1585 zu finden ist. Sollte allerdings in diesem Zusammenhang die wichtige Unterstützung bei 1,1300/05 fallen, wäre die Untergrenze dieses Feldes gefährdet. Zumal sich wohl die Mehrheit der Händler einen daraus resultierenden Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung nicht so recht vorstellen kann.

USD

USD CHF (0,9990)

Während sich der Greenback gegenüber anderen Valuten, erkennbar an seiner Entwicklung gegenüber einem breitgestreuten Währungskorb (Dollar-Index), gestern in festerer Verfassung präsentierte, gilt dies nicht für sein Verhältnis zum Franken. Per Saldo bleibt der Dollar wenig bewegt etwa in der Mitte seiner derzeitigen Konsolidierung zwischen 0,9905 und 1,0095.

GBP

EUR GBP (0,8605)

Das britische Pfund hat nicht zuletzt deswegen gestern zeitweise etwas Boden gewonnen, weil es offenbar zunehmend Anzeichen gibt, dass einige Brexiteers im britischen Unterhaus einen Kompromiss mit der britischen Premierministerin suchen. Damit würden sich die Chancen für Theresa May etwas erhöhen, dass das Parlament ihr Brexit-Abkommen mit der EU in der kommenden Woche tatsächlich absegnen könnte. Allerdings sehen viele Marktbeobachter die Chancen, dass der Brexit-Deal tatsächlich das Unterhaus passieren wird, immer noch unter 50 Prozent. Am Ende des Tages hatte Sterling seinen Zuwachs gegenüber dem Euro allerdings nicht verteidigen können, womit sich letztlich auch das Abwärtsmomentum des Euro etwas verringerte. Unterdessen reicht das Potenzial des derzeitigen Aufwärtstrends nur noch bis 0,8485; allerdings nur, solange auf der anderen Seite 0,8685 nicht überschritten wird.

CHF

EUR CHF (1,1320)

Die Euroschwäche hat sich gestern auch gegenüber dem Franken durchgesetzt, ohne dass es dafür einen besonderen Anlass gegeben hätte. Dabei ist sogar die wichtige Unterstützung bei 1,1325 nach zuvor sechs (!) vergeblichen Versuchen innerhalb eines Zeitrahmens von drei Wochen endlich gefallen. Allerdings ohne weitere Konsequenzen, denn nach wie vor bleibt die übergeordnete Konsolidierungszone zwischen 1,1255 und 1,1425/30 gültig.

PLN

EUR PLN (4,3000)

Die gestrige leichte Befestigung des Zloty hat nicht ausgereicht, um den Abwärtsimpuls des Euro unterhalb von 4,2935 in Richtung 4,2635 (gegebenenfalls auch tiefer) fortzusetzen. Gut möglich, dass die geldpolitische Sitzung der polnischen Zentralbank am morgigen Mittwoch bereits ihre Schatten vorauswirft und für eine abwartende Haltung bei den Marktteilnehmern sorgt. Der Abwärtsimpuls des Euro bleibt intakt, solange 4,3265 nicht mehr überwunden wird.

CZK

EUR CZK (25,62)

Kaum agiler präsentierte sich gestern die tschechische Krone und markierte gegenüber dem Euro gerade einmal eine Bandbreite von vier Stellen. Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren ist der derzeitige kleine Abwärtstrend des Euro fast zum Erliegen gekommen. Dessen Potenzial (25,52) würde jedoch erst nach Überschreiten von 25,70 in Frage gestellt.


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