Wöchentliche Marktberichte

Feb 19, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Presidents’ Day

USD

EUR USD (1,1295)

Gestern wurde in den USA der Presidents’ Day gefeiert. Ursprünglich einmal anlässlich des Geburtstages von George Washington eingeführt, wird er seit Mitte der 1970er Jahre zu Ehren aller US-Präsidenten begangen. Aber selten stand ein Präsident während der vergangenen Jahrzehnte an diesem Feiertag so stark im Rampenlicht wie Donald Trump. Vor allem wegen seines Handelskonflikts mit China – und womöglich demnächst auch noch mit Europa.
Allerdings bleibt die Euro-Liquidität an einen solchen Feiertag überschaubar und die Kursausschläge sind nicht besonders aussagekräftig. Immerhin gab es zumindest zeitweise ein wenig Euro-Stärke zu sehen, die mehrheitlich auf die gestiegene Risikofreude der Marktteilnehmer zurückgeführt wurde. Nicht zuletzt, weil man vielerorts große Hoffnungen darauf setzt, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China schon bald gelöst sein könnte. Tatsächlich könnte, so Händler, die Gemeinschaftswährung etwas mehr Momentum nach oben entwickelt haben, wenn da nicht das US-Handelsministerium zum vergangenen Wochenende gewesen wäre, das seinen Bericht über die Bedrohung der nationalen Sicherheit durch Kraftfahrzeug-Importe aus der EU an Donald Trump übergeben hatte. Nun hat der US-Präsident 90 Tage Zeit, darüber zu befinden, ob er anlässlich der Erkenntnisse und Empfehlungen dieses Berichts Strafzölle auf von der EU in die USA exportierte Kraftfahrzeuge in einer Höhe von bis zu 25 Prozent erheben wird. Zölle, die allein die deutsche Autoindustrie nach Angaben des ifo-Instituts 7,7 Prozent ihrer Exporte kosten würde. Natürlich würde die EU im Falle eines Falles Vergeltung üben. Und zwar ebenfalls in Form von Strafzöllen auf bestimmte US-Güter.
Nun wird hier und da die Ansicht vertreten, dass die USA nicht an zwei Fronten gleichzeitig einen Handelskrieg führen würden. Tatsächlich begann die heiße Phase der Strafzölle auf China-Importe erst, nachdem das neue NAFTA-Abkommen Ende September vergangenen Jahres in trockenen Tüchern war. Mit anderen Worten: Die EU würde demnach erst ernsthaft mit Strafzöllen bedroht werden, wenn der Handelsstreit zwischen China und den USA beigelegt ist. Optimisten sehen Anzeichen dafür, dass dieses schon bald der Fall sein dürfte. Fragt sich nur, unter welchen Bedingungen. Donald Trump braucht, so befürchten Skeptiker, mehr denn je ein Erfolgserlebnis und hat bereits die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr im Visier. Ein Kommentator brachte es auf den Punkt: Auch Wall Street würde einem Deal mit China applaudieren. Selbst wenn dieser womöglich nebulös formuliert wäre und China letztlich nur wenige ernsthafte Zugeständnisse abverlangen würde. Hauptsache, ein Deal.
Aber deswegen an einem Tag ohne Publizierung ökonomischer Daten Euro kaufen? Wo doch möglicherweise der nächste Handelskonflikt – auch wenn EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker derzeit nicht davon ausgeht – zwischen der EU und den USA droht. Aber vielleicht haben sich die Akteure mit dem jüngsten Monatsbericht der Deutschen Bundesbank auseinandergesetzt, der zumindest insofern nicht negativ klang, als die deutsche Wachstumsschwäche zwar im ersten Halbjahr 2019 anhalten, sich aber wohl kaum in einen Abschwung verwandeln dürfte. Wir gehen jedoch davon aus, dass der Euro gegenüber dem Dollar deswegen zeitweise die Oberhand gewann, weil die Unterseite der derzeitigen Konsolidierung zwischen 1,1215/20 und 1,1585/90 – auch heute noch – gut unterstützt scheint. Der erste ernstzunehmende Widerstand liegt auf der anderen Seite erst bei 1,1405.

USD

USD CHF (1,0055)

Auch wenn der Dollar gestern wegen des US-Feiertages kaum Bewegung zeigte, blieb zum Tagesschluss ein kleines Minus gegenüber dem Franken übrig. Dennoch bleibt das Potenzial an der Oberseite im Rahmen des schwachen derzeitigen Aufwärtstrends (nun bei 1,0140) erhalten, und zwar unter der Prämisse, dass 0,9990/95 nicht mehr unterschritten wird.

GBP

EUR GBP (0,8755)

Während die Brexit-Positionen in der Auseinandersetzung zwischen der britischen Regierung und der EU festgefahren scheinen, gab es immerhin in einem Teil des britischen Unterhauses etwas Bewegung. Die Rede ist von sieben pro-europäischen Labour-Abgeordneten, die gestern ihrer Partei geschlossen den Rücken kehrten und so ihrem Unmut gegenüber Partei-Chef Jeremy Corbyn äußerten. Eigentlich kannte man derartige Schritte bislang eher von Mitgliedern und Ministern der Konservativen Partei, aber die sieben Abtrünnigen, die sich in der Öffentlichkeit bisher keiner großen Bekanntheit erfreuten, wollen ihren Sitz im Unterhaus behalten und formierten sich umgehend als „The Independent Group“. Auch wenn kaum jemand davon ausgeht, dass besagte Rücktritte den Kurs des britischen Pfundes beeinflussen werden, konnte sich Sterling gestern marginal befestigen. Der Euro bleibt aber in seiner korrektiven Aufwärtsbewegung zwischen 0,8700 und 0,8895/00. 

CHF

EUR CHF (1,1355)

Die gestern immer wieder zitierte Risikofreude, die zum Wochenende, aber auch gestern früh in Fernost an den Aktienmärkten zu beobachten war, hat sich kaum im Kurs des Franken niedergeschlagen. Zwar hat sich der Euro ein wenig befestigt und bleibt auf Distanz zu seinen wichtigen Nachfrageniveau bei 1,1325/30. Diese Schlüsselunterstützung darf nach wie vor nicht verletzt werden, um die Chancen für einen Test der Oberseite der derzeitigen Konsolidierungszone zwischen 1,1255 und 1,1425/30 aufrechtzuerhalten.

CZK

EUR CZK (25,71)

Der Euro konnte sich gegenüber der Krone gestern erholen, aber die Prognosen einiger Banken räumen nach den am Freitag überraschend positiv ausgefallenen Wachstumszahlen für das vierte Quartal in Tschechien der Krone weiteres Potenzial für eine deutlichere Erholung ein. Um sich gegenüber der Gemeinschaftswährung allerdings in Form eines Trends durchsetzen zu können, müsste der Euro an der Unterseite 25,61 unterschreiten. Ansonsten bleibt die Gemeinschaftswährung derzeit in technischem Niemandsland, das an der Oberseite bis 25,82 reicht.


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