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Wöchentliche Marktberichte

Feb 14, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Brüsseler Bar-Plauderei

EUR

EUR USD (1,1275)

Kaum hatte sie begonnen, war sie auch schon wieder vorbei. Gemeint ist die Euro-Erholung des Vortages, die gestern schon wieder im Keim erstickt wurde. Und wenn man unter den publizierten ökonomischen Daten nach Gründen für den Kursrückgang sucht, wird man auch schnell fündig. So enttäuschte etwa die Industrieproduktion der Eurozone, die im Dezember deutlich hinter den Erwartungen der Ökonomen zurückblieb. Aber eigentlich beinhaltete diese Zahl nichts, was die Akteure nicht schon längst gewusst hätten. Denn dass die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe in der Eurozone im vierten Quartal schwach ausfallen würde, war spätestens nach der Veröffentlichung der ausgesprochen enttäuschenden deutschen Zahlen in der Vorwoche zu erwarten gewesen. Aber weil eben die Konsens-Prognosen der Ökonomen verfehlt wurden, drückten einige Akteure in Sachen Euro auf „Verkaufen“. Im gleichen Zuge mehrten sich die Stimmen derjenigen, die für die Eurozone nichts Gutes kommen sehen. So bezeichnete ein Kommentator Europa sogar als schwaches Glied in der globalen Wirtschaft.
In den USA standen gestern die beiden Großprojekte von Donald Trump im Vordergrund des Interesses. Medienberichten zufolge, die sich auf dem Präsidenten nahestehende Quellen berufen, ist Trump offensichtlich dazu bereit, den von Demokraten und Republikanern ausgehandelten Kompromiss hinsichtlich der Grenzbefestigung zwischen den USA und Mexiko, zu unterschreiben, um einen erneuten Government Shutdown zu vermeiden. Und was die US-chinesischen Verhandlungen zur Beilegung des Handelskonflikt angeht, gibt es insofern Klarheit, als sich Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping frühestens irgendwann nach dem 1. März treffen werden. Zwar würden Anfang März die neuen Strafzölle der USA auf China-Importe in Kraft treten, aber Donald Trump ließ bereits durchblicken, dass diese Frist bei einem vielversprechenden Verlauf der Handelsgespräche in dieser Woche – die Rede war heute Nacht in Fernost von 60 Tagen – verlängert werden könnte.

Immerhin gab es mit der Publizierung der US-Konsumentenpreise für den Monat Januar wichtige Daten zu begutachten. Dabei fiel der Konsumentenpreisindex mit +1,6 Prozent (ggü. Vorjahr) genauso wie dessen Kernrate mit +2,2 Prozent geringfügig höher aus als die Konsensprognose der Ökonomen. Dennoch sind diese Zahlen keineswegs geeignet, innerhalb der US-Notenbank für ein Umdenken zu sorgen. Zumal sich die Mitglieder des Offenmarktausschusses ohnehin vorzugsweise auf die Kernrate des Index der Privaten Konsumausgaben (PCE) stützen. Allerdings stehen hierzu aufgrund der durch den Government Shutdown verzögerten Verarbeitung der entsprechenden Daten keine neueren Zahlen zur Verfügung. Der zuletzt erhältliche PCE-Index stieg im November um 1,9 Prozent (ggü. Vorjahr).

Und so hat sich der Euro abermals der Untergrenze seiner Konsolidierung zwischen 1,1215 und 1,1585/90 genähert, die nach wie vor nicht ganz einfach zu durchdringen ist. Dies gilt indes nicht für die Oberseite, wo erster ernstzunehmender Widerstand erst bei 1,1410 angezeigt ist.

USD

USD CHF (1,0080)

Auch wenn sich der US-Dollar gestern den dritten Tag hintereinander mit einem Kursgewinn vom europäischen Handel verabschiedete, bleiben die Fortschritte und das Aufwärtsmomentum letztlich doch überschaubar; obgleich oberhalb des nächsten Potenzialpunkts bei 1,0120 weitere Stärke in Richtung 1,0200 winken würde. Allerdings müssen in diesem Zusammenhang Rückschläge auf 0,9975/80 begrenzt bleiben.

EUR

EUR CHF (1,1375)

Dass die gestrige Entwicklung an den Devisenmärkten etwas zu Lasten des Euro ging, wird an dessen Verhältnis zum Franken deutlich. So gelang es der Gemeinschaftswährung gestern nicht, die Obergrenze ihrer neuen Seitwärtsbewegung zwischen 1,1255 und 1,1425/30 zu testen, geschweige denn zu überwinden. Solange allerdings 1,1325/30 nicht mehr verletzt wird, stehen die Chancen hierfür nicht schlecht. Allerdings bliebe das daraus resultierende Potenzial immer noch auf 1,1470 begrenzt.

GBP

EUR GBP (0,8765)

Die temporäre Sterling-Erholung vom gestrigen Handelstag ist ausgerechnet auf ein Gespräch zurückzuführen, das in einer Brüsseler Bar stattgefunden haben soll. Einem Medienbericht zufolge will dort ein Journalist zufällig mitbekommen haben, wie der britische Spitzenbeamte Olly Robbins am Nebentisch Brisantes ausgeplaudert haben soll. Danach will die britische Premierministerin Theresa May die Abgeordneten des Unterhauses Ende März nicht vor die Wahl zwischen einem Deal oder einen Brexit ohne Abkommen stellen, sondern zwischen einem Brexit-Abkommen oder einer Verschiebung des Austritts Großbritanniens aus der EU abstimmen lassen. Und mit der Aussicht auf eine Verschiebung des Austrittsdatums, einer Option, die Theresa May offiziell immer wieder abgelehnt hatte, tendieren Pfund-Händler fast schon reflexartig zu einem gewissen Optimismus. Allerdings konnte sich die Pfund-Erholung am Ende des Tages, vielleicht auch wegen eines Dementis von Brexit-Minister Stephen Barclay, nicht nachhaltig durchsetzen, so dass der Euro seine anfänglichen Verluste teilweise wieder wettmachte. Und so blieb die Gemeinschaftswährung einen weiteren Tag in ihrer Aufwärtskorrektur mit Grenzen zwischen 0,8695 und 0,8890 eingesperrt.

CZK

EUR CZK (25,80)

Die Inflation Tschechiens ist mit einem Plus von 2,5 Prozent im Januar gegenüber dem Vorjahr stärker gestiegen, als von den Analysten erwartet worden war. Gleichzeitig lag die Inflationsrate ein halbes Prozent oberhalb der Vorhersage der Tschechischen Nationalbank vom Januar und damit in der oberen Hälfte der von ihr tolerierten Bandbreite um die Zielmarke von 2 Prozent herum (+/- 1 Prozent). Gleichzeitig hat sich die Krone ein gutes Stück erholt, so dass der Euro im Rahmen seiner korrektiven Aufwärtsbewegung etwas zurückgeworfen wurde. Die Korrektur, deren Potenzial bis 25,95 zuletzt durch einen stärkeren Widerstand bei 25,86/87 behindert wurde, ist dadurch allerdings nicht infrage gestellt. Dies wäre erst der Fall, wenn an der Unterseite 25,72 verletzt würde.

PLN

EUR PLN (4,3360)

Nun hat sich der Zloty gestern noch einmal abgeschwächt und somit den Euro den siebten Handelstag hintereinander mit einem Kursgewinn abschließen lassen, so dass der nächste Potenzialpunkt an der Oberseite bei 4,3430 mittlerweile in greifbare Nähe gerückt ist. Der Aufwärtsimpuls bleibt intakt, solange nun 4,3110 nicht mehr unterschritten wird.


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