Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Feb 12, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Die schlecht erklärbare Dollarstärke

USD

EUR USD (1,1280)

Auch gestern markierte der Euro gegenüber dem US-Dollar (nun zum sechsten Mal hintereinander) ein niedrigeres Tagestief. Und genauso wie am vergangenen Freitag war nicht der schwache Euro die treibende Kraft, sondern ein fester US-Dollar, der gegenüber einem Korb an verschiedenen Valuten (gemessen am Dollar-Index) nicht nur den achten Tag hintereinander ohne Minus beschloss, sondern auch noch den höchsten Kurs in diesem Jahr markierte. Und die Tatsache, dass sich der Dollar-Index weniger als ein Prozent entfernt von den Höchstständen des Vorjahres befindet, lässt auf eine Fehleinschätzung vieler vornehmlich längerfristig orientierter Strategen schließen, die für dieses Jahr eigentlich eine deutliche Dollar Abwertung erwartet hatten. Ein Ausblick, der wegen der Entscheidung der US-Notenbank von Ende Januar, sich mit weiteren Zinserhöhungen gedulden zu wollen, allein aus diesem Blickwinkel eigentlich gerechtfertigt gewesen wäre.    

Aber es gibt viele Akteure, die die US-Wirtschaft nach wie vor positiv beurteilen – ganz im Gegensatz zu den globalen Aussichten. Und es gibt auch Kommentatoren, die in der abwartenden Haltung der US-Notenbank einen gewaltigen Nachteil sehen. Nicht nur weil die Rezessionsängste bezüglich der USA überzogen scheinen. Vielmehr sieht man mancherorts für den Fall, dass der dortige Arbeitsmarkt weiter boomen und dabei die Lohnkosten und damit auch die Inflation zwangsläufig steigen müssten, die Notenbank durch ihre derzeit abwartende Haltung einer derartigen Entwicklung hinterherlaufen. Aber so weit sind die Händler noch nicht, denn diese sehen als Hauptursache für den steigenden Dollar eine gestiegene Risikoaversion und die Suche nach einem sicheren Hafen wegen des ungelösten US-chinesischen Handelsstreits. Auch wenn im weiteren Verlauf der Woche mit einem Treffen zwischen dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin mit dem stellvertretenden Premierminister Chinas, Liu He, geplant ist, lässt sich zwar bei vielen Beobachtern ein gewisser Optimismus feststellen, aber genauso hoch sind insgeheim die Zweifel, ob es bei den Handelsgesprächen zu einem greifbaren Resultat kommen wird. Zur Erinnerung: Die Frist für diese Gespräche endet am 1. März. Doch bereits in der vergangenen Woche wurde deutlich, dass sich die Staatspräsidenten der USA und Chinas, Donald Trump und Xi Jinping, letztlich erst nach diesem Datum treffen werden. Und so hat sich der Euro gestern ein weiteres Stück dem derzeit gut unterstützten unteren Ende seiner Konsolidierung zwischen 1,1215/20 und 1,1585/90 genähert. Auf der anderen Seite ist vor dem Stabilitätspunkt für den Euro bei 1,1425 vergleichsweise geringer Widerstand zu finden.

USD

USD CHF (1,0040)

Die anhaltende leichte Dollarstärke machte sich gestern auch im Verhältnis zum Franken bemerkbar. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass hierfür die Veröffentlichung der Schweizer Konsumentenpreise verantwortlich war, die mit -0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat nicht nur etwas niedriger als erwartet, sondern auf Jahressicht mit +0,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Februar vergangenen Jahres zurückfielen. Positiv indes für die Schweizerische Nationalbank: Immerhin ist die Kerninflation mit einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr höher als von den Ökonomen im Mittel erwartet (+0,3 Prozent) ausgefallen. Am Ende des Tages blieb der Greenback jedoch in seinem Aufwärtstrend mit Potenzial bis auf 1,0115. Dabei darf nun 0,9960 nicht mehr unterlaufen werden.

GBP

EUR GBP (0,8765)

Einer ersten Schätzung zufolge ist das britische Wachstum im vierten Quartal 2018 nur noch um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal bzw. um 1,3 Prozent im Jahresvergleich gewachsen und blieb damit hinter den ohnehin durchwachsenen Erwartungen der Ökonomen zurück. Besonders fiel dabei die abnehmende Investitionstätigkeit der Unternehmen negativ ins Gewicht. Eigentlich müßig zu erwähnen, dass auch andere ökonomische Daten gestern enttäuschten, die aber letztlich durch die Wachstumszahlen des vierten Quartals repräsentiert werden. Dabei fällt vor allen Dingen der Monat Dezember ins Gewicht, in dem das britische Bruttoinlandsprodukt wider Erwarten sogar um 0,4 Prozent schrumpfte.

Was den Brexit-Prozess angeht, werden sich nicht nur die Pfund-Händler bezüglich eines Ergebnisses gedulden müssen. Denn Regierungssprecher James Slack machte gestern deutlich, dass es zum Brexit in dieser Woche keine Abstimmung geben werde. Dennoch hielten sich die Kursverluste des britischen Pfunds gegenüber dem Euro gestern in Grenzen – dieser bewegt sich immer noch in seiner korrektiven Aufwärtsentwicklung zwischen 0,8695 und 0,8890

CHF

EUR CHF (1,1330)

Der Mini-Flash-Crash im Schweizerfranken zu Wochenbeginn hat auch gestern noch die Gemüter erhitzt. Allerdings ist die Bezeichnung Flash-Crash überzogen, zumal die außergewöhnliche Entwicklung im Franken, der kurzzeitige Einbruch und die darauf folgende, genauso schnelle Erholung der Kurse, in erster Linie auf die ohnehin extrem dünne Liquiditätssituation im frühen Handel in Neuseeland in Kombination mit einem Feiertag in Japan zurückzuführen war. Dabei sieht es so aus, dass die Ursache für den Mini-Crash dem Vernehmen nach auf die Fehleingabe bei einer Transaktion zurückzuführen sei.

Im normalen Tagesgeschäft war von all diesen Ereignissen gestern nichts mehr zu merken, obwohl einige Akteure offenbar versuchten, den Euro noch einmal nach oben zu treiben. Allerdings ohne die Gemeinschaftswährung tatsächlich zu stabilisieren. Dies wäre nach wie vor erst nach Überschreiten von 1,1370 der Fall. Unterdessen bleibt der Euro angeschlagen in seiner Seitwärtsbewegung zwischen 1,1255 und 1,1425/30 gefangen.

CZK

EUR CZK (25,86)

Ohne dass gestern neue ökonomische Daten publiziert wurden, hat sich die Krone weiter abgeschwächt, so dass der Euro sein korrektives Aufwärtspotenzial (25,86) ausschöpfen konnte und nun auch das Zeug dazu hat, 25,95 zu testen. Sollte in diesem Zuge 25,86 endgültig überschritten werden, würde die derzeit noch korrektive Aufwärtsbewegung in einen neuen Trend münden. Dabei dürfen Rücksetzer allerdings 25,69 nicht mehr unterlaufen.

PLN

EUR PLN (4,3210)

Ebenfalls ohne neue ökonomische Einflussfaktoren hat sich der Zloty gegenüber dem Euro weiter abgeschwächt und den ersten Potenzialpunkt (4,3170) problemlos überschritten. Der derzeitige Aufwärtsimpuls kann sich somit weiter in Richtung 4,3430 fortsetzen. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nun 4,2950 nicht mehr verletzt werden.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.