Wöchentliche Marktberichte

Feb 07, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ruhiger Markt = geringes Risiko? 

USD

EUR USD (1,1365)

Dass sich die Gemeinschaftswährung seit Wochenbeginn gerade einmal um rund 100 Stellen bewegt hat, scheint manche Händler zu irritieren. Vor allem, weil der Kurs ohne nennenswerte Erholungen immer weiter abbröckelt. Natürlich könnte man anführen, dass die Feiertagswoche in China anlässlich des Neujahrsfestes für diese relative Ruhe verantwortlich sei. Blickt man indes auf das gleiche Fest im vergangenen Jahr, gestaltete sich das Handelsgeschehen seinerzeit bedeutend volatiler. Auch gab es damals keine Gespräche wegen eines US-chinesischen Handelskonflikts. Gespräche, die in diesem Jahr eben wegen jener Feiertage unterbrochen wurden. Zwar wird sich US-Finanzminister Steven Mnuchin in der kommenden Woche auf den Weg nach Peking machen, um die Handelsgespräche weiter voranzubringen. Allerdings machte Mnuchin deutlich, dass es noch eine Menge Arbeit gebe, was letztlich nichts anderes bedeutet, als dass es bei den US-chinesischen Verhandlungen in der vergangenen Woche keine allzu großen Fortschritte gegeben haben dürfte.
Die derzeitige Ruhe im Handel dürfte aber auch darin begründet sein, dass sich die US-Notenbank hinsichtlich weiterer Zinsschritte in Geduld üben wird, eine Haltung, die bislang sowohl von Tauben als auch Falken im Offenmarktausschuss kommuniziert wurde. Andererseits fehlt dem Markt eine gewisse Orientierung, da gewisse Wirtschaftsdaten aus den USA wegen des Government Shutdown erst nach und nach publiziert werden. So ist etwa das US-Handelsbilanzdefizit im November auf 49,3 Milliarden USD geschrumpft und fiel damit wesentlich besser als vom Markt erwartet aus. Nicht zuletzt, weil sich das Warenbilanzdefizit zwischen den USA und China um mehr als 12 Prozent gegenüber dem Vormonat verringert hatte.
Etwas aktueller waren indes die Zahlen zum Auftragseingang der deutschen Industrie. Statt des erwarteten leichten Plus ist hier ein Minus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zu verzeichnen, was aber keine wesentlichen Auswirkungen auf das Kursgeschehen hatte. Und so wundert es auch nicht, dass mancherorts von Analysten bereits Empfehlungen ausgegeben wurden, wie man mit diesem extrem ruhigen Handelsverlauf am besten umgehen solle. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass ein in der Vergangenheit ruhiger Markt – auch wenn dies die niedrigen impliziten Volatilitäten derzeit vermitteln – nicht in Zukunft gleichermaßen einschläfernd bleiben muss.
Zwar bewegt sich der Euro nach wie vor in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1215 und 1,1585/90 und hat zuletzt sein Stabilitätsniveau (1,1370/75) marginal unterlaufen. Allerdings sieht die daraus resultierende Schwächetendenz für den Euro zurzeit nicht gerade bedrohlich aus. Im Gegenteil: Erfahrene Händler wissen, dass gerade nach mehreren Tagen anhaltender gradueller Abwärtsbewegungen (bzw. Aufwärtsbewegungen) plötzlich eine heftige Reaktion – oftmals in der Größenordnung von einem Prozent an einem einzigen Tag – in die andere Richtung erfolgen kann.

USD

USD CHF (1,0025)

Trotz des geringen Aufwärtsmomentums, dürfte der Dollar nach wie vor das Zeug dazu haben, sein Potenzial an der Oberseite bis 1,0115 weiter auszuschöpfen. Das Ganze allerdings unter der Voraussetzung, dass 0,9965 nicht mehr verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8780)

Dass EU-Ratspräsident Donald Tusk gestern vor einem „besonderen Platz in der Hölle“ für Brexiteers ohne Plan warnte, wurde naturgemäß von der Fraktionsführerin der Konservativen im Unterhaus, Andrea Leadsom, entsprechend wütend kommentiert. Allerdings mag das Statement Tusks auch Ausdruck einer gewissen Frustration gewesen sein, denn der einstige Verfechter für einen Verbleib Großbritanniens in der EU scheint seine Bemühungen aufgegeben zu haben. Unterdessen gehen EU-Vertreter und sogar einige britische Minister davon aus, dass der Brexit vom 29. März möglicherweise um zwei bis drei Monate verschoben werden muss. Allerdings ist derzeit schwer vorstellbar, wie die politische Hängepartie zwischen Großbritannien und der EU vor allem in Sachen Backstop, der Notfalllösung für das irisch/nordirische Grenzproblem, beendet werden kann.
Immerhin tagt heute das Geldpolitische Komitee der Bank of England (MPC). Allerdings sind wegen des Brexit-Prozesses und der damit verbundenen Unsicherheiten keine neuen geldpolitischen Beschlüsse zu erwarten. Daneben stehen auch der vierteljährliche Inflationsbericht sowie die Wachstumsprognosen, deren Risiken wahrscheinlich abwärtsgerichtet sein dürften, zur Veröffentlichung an. Allerdings verlebte Sterling gestern gegenüber dem Euro ebenfalls einen relativ ruhigen Handelstag und verbleibt weiterhin in seiner korrektiven Aufwärtsentwicklung zwischen 0,8695 und 0,8890.

CHF

EUR CHF (1,1390)

Ohne neue ökonomische Einflussfaktoren und wichtige politische Neuigkeiten erreichte der Euro gegenüber dem Franken gestern nicht einmal eine Handelsspanne von 30 Stellen. Dennoch hat der Euro noch unverändert Potenzial, sich im Rahmen seines Aufwärtstrends in Richtung 1,1485 zu entwickeln – nach wie vor müssen Rückschläge auf 1,1340 begrenzt bleiben.

CZK

EUR CZK (25,79)

Obgleich die meisten Akteure von der heute stattfindenden Sitzung der tschechischen Zentralbank (CNB) keine Zinserhöhung erwarten, zeigt eine Reuters-Umfrage unter 39 Analysten, dass erwartet wird, die Krone werde sich im Verlauf des Jahres um 2 Prozent gegenüber dem Euro befestigen – die Konsensprognose liegt bei 25,165 – nicht zuletzt, weil vielerorts für dieses Jahr noch zwei weitere Zinserhöhungen der Zentralbank erwartet werden. Dennoch ging es gestern zunächst in die andere Richtung, so dass der Euro auf gutem Weg ist, seine korrektive Aufwärtsbewegung in Richtung 25,86 fortzusetzen. Lediglich ein stärkerer Rücksetzer als 25,67 würde ein Ende der Korrekturphase bedeuten.


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