Wöchentliche Marktberichte

Feb 04, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Starke US-Daten helfen Dollar nicht

USD

EUR USD (1,1445)

Eine recht denkwürdige Woche liegt hinter uns, wenn man alle wichtigen Ereignisse zusammennimmt. Und am Ende bleibt der seltsame Eindruck, als ob die Devisenhändler genauso schlau sind wie zuvor. Dazu hat in erster Linie der US-Arbeitsmarktbericht beigetragen, der per Saldo auf der positiven Seite überrascht hat. So hat das Jobwachstum im Januar die Erwartungen mit 304.000 neu geschaffenen Stellen im Nicht-Agrarbereich bei weitem übertroffen. Daran änderte auch nichts die recht kräftige Revision der beiden Vormonate, die in der Summe ein Minus von 70.000 Stellen ausmachte. Dass die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 4 Prozent gestiegen ist und damit marginal über den Erwartungen der Ökonomen lag, wird allenthalben der teilweisen Schließung der US-Bundesbehörden zugeschrieben. Unterdessen legten die durchschnittlichen US-Stundenlöhne nur mit 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat zu – die Konsensprognose der Ökonomen lag bei +0,3 Prozent. Aber auch andere Daten wie etwa der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, der im Vormonat noch deutlich gefallen war, strafte mit 56,6 Punkten die meisten der zu pessimistisch eingestellten Ökonomen Lügen.
Und so kamen in einer ersten Reaktion bei vielen Händler die Befürchtung auf, die US-Notenbank könnte womöglich ihren Kurs der Zinserhöhungen entgegen der Beteuerung ihres Chefs Jerome Powell am Ende doch noch fortsetzen. Tatsächlich könnte die Fed in Argumentationsnöte geraten, hat sie doch gerade erst eine bemerkenswerte Wende um 180° vollzogen, so dass die Märkte zuletzt noch nicht einmal mehr an eine einzige Zinserhöhung in diesem Jahr glauben wollten. Immerhin haben sich die Stimmen derjenigen gemehrt, die die zuletzt taubenhafte Haltung der US-Notenbank eher als das Resultat politischen Drucks als einer ökonomischen Notwendigkeit betrachten. Um aber alle Zweifel auszuräumen, meldete sich der Chef der Fed von St. Louis umgehend zu Wort. Der seit Jahren als Zinstaube bekannte James Bullard räumte zwar ein, dass der US-Arbeitsmarkt stark sei, aber es gebe genügend Zeit abzuwarten. Ob sich der Dollar deswegen nicht etwas stärker präsentierte?
Auf der anderen Seite waren die Nachrichten aus der Eurozone keineswegs dazu geeignet, den Euro nachhaltig zu unterstützen. So hat etwa die Inflationsrate der Eurozone in einer ersten Schätzung im Januar auf 1,4 Prozent (ggü. Vorjahr) nachgegeben, während die Kernrate mit 1,1 Prozent zwar leicht höher als erwartet, aber dennoch weit entfernt vom Inflationsziel der EZB von 2 Prozent lag. Unterdessen ist anhand der revidierten Einkaufsmanager-Indices (Markit) noch einmal deutlich geworden, dass die Industrie in der Eurozone im Januar (50,5) nahezu stagnierte, für Deutschland ergab sich vor allen Dingen infolge eines Minus bei den Neuaufträgen ein Indexrückgang auf 49,7 Punkte. Kommentatoren wundern sich unterdessen, wie lange die EZB die Wachstumsschwäche in der Eurozone noch als „vorübergehendes“ Phänomen bezeichnen kann. Vor allen Dingen, weil sich selbst Bundesbankpräsident Jens Weidmann, eigentlich ein ausgewiesener Zinsfalke, am vergangenen Donnerstag ausgesprochen vorsichtig zeigte. Die Risiken der Ökonomie in der Eurozone seien nach unten gerichtet und die Unsicherheit hoch, bekannte Weidmann. Auch räumte er ein, dass die Inflation in der Eurozone im laufenden Jahr deutlich niedriger als von der EZB noch im Dezember vorhergesagt ausfallen könne. Dennoch präsentiert sich der Euro zum Beginn der neuen Woche im Rahmen seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1215 und 1,1585/90 immer noch überraschend stabil, und dies bleibt so, solange 1,1370/75 nicht verletzt wird.

USD

USD CHF (0,9965)

Ein wirklich guter US-Arbeitsmarktbericht und gute US-Einkaufsmanagerindices (Markit und ISM) für das verarbeitende Gewerbe, gepaart mit unbefriedigenden Schweizer Daten, hätten dem Dollar etwas mehr Auftrieb geben müssen. Vor allem, weil er sich in einem Aufwärtstrend bewegt. Dieser Trend ist zwar noch intakt, hat allerdings merklich an Momentum verloren. Somit scheint es, als ob der Greenback zwischen 0,9900/05 (Trenduntergrenze) und 0,9995/00 derzeit eingesperrt, aber dennoch robust ist. Eine bullishere Perspektive ergibt sich demnach erst nach Überschreiten dieses Widerstands, wobei das Potenzial dann bis 1,0105 reichen würde.

GBP

EUR GBP (0,8755)

Zum Wochenschluss hatte sich Sterling noch einmal abgeschwächt, angeblich auch, weil der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe niedriger als erwartet ausgefallen war. Hauptgrund dürfte jedoch die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich des Fortgangs im Brexit-Prozess gewesen sein. Und so wundert es auch nicht, dass insbesondere Sterling-Optionen mit einer Laufzeit von zwei Wochen besonders stark nachgefragt waren, fällt doch in diesen Zeitraum höchstwahrscheinlich die Abstimmung über einen von Theresa May überarbeiteten Brexit-Deal, die für den 13. Februar anberaumt ist, sowie möglicherweise weitere Abstimmungen am 14. des Monats. Somit bleibt die Korrekturphase des Euro im Abwärtstrend mit Obergrenze bei 0,8820/25 bestehen – eine Wiederaufnahme des Trends mit erhöhtem Momentum wäre allerdings erst unterhalb von 0,8685 angezeigt.

CHF

EUR CHF (1,1405)

Zum Wochenschluss hat sich der Franken wieder etwas abgeschwächt, gab es doch auch einige enttäuschend ausgefallene ökonomische Daten wie den Einkaufsmanagerindex der Industrie, der im Januar mit 54,3 deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb oder auch die im Dezember gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Schweizer Einzelhandelsumsätze (-0,3 Prozent). Damit hat der Euro weiterhin das Potenzial, im Rahmen seines Aufwärtstrends 1,1470 zu testen. Zumindest solange 1,1320/25 an der Unterseite unverletzt bleibt.

CZK

EUR CZK (25,70)

Obwohl der Einkaufsmanagerindex Tschechiens mit 49,0 schwächer als vom Konsens der Ökonomen erwartet ausfiel und damit im Januar auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren abglitt, ist die Krone per Saldo nicht unter Druck geraten. Allerdings unterschritt der Euro zwischendurch seine Unterstützung bei 25,70 und verlor daher etwas an Stabilität. Dennoch bleibt die Gemeinschaftswährung noch in ihrer korrektiven Aufwärtsbewegung mit Potenzial bis 25,86. Unterhalb von 25,63 wäre die Korrekturphase des Euro allerdings beendet.


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