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Wöchentliche Marktberichte

Jan 29, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ruhe vor dem Sturm?

USD

EUR USD (1,1435)

Die neue Devisenhandelswoche hat vergleichsweise ruhig begonnen. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen, denn an den kommenden Tagen stehen wichtige Ereignisse an. Zum einen die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), die am Mittwoch enden wird, zum anderen die Handelsgespräche zwischen den USA und China am 30. und 31. Januar. Und was ökonomische Daten angeht, wird für Donnerstag die erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt der Eurozone erwartet, bevor am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht zur Veröffentlichung ansteht. Von den US-chinesischen Handelsgesprächen in dieser Woche erwarten die Finanzmarktakteure jedoch keine Wunder. Denn US-Handelsminister Wilbur Ross erklärte in der vergangenen Woche, dass die beiden Parteien noch Meilen entfernt von einem Abkommen seien. Auch wenn Ross später relativierend zum Ausdruck brachte, er erwarte einen Deal, wirkte dies auf viele Kommentatoren nicht gerade überzeugend.
Im Mittelpunkt steht jedoch die Sitzung der US-Notenbank, die im Gegensatz zu den früheren Jahren von jetzt an immer von einer Pressekonferenz begleitet sein wird, auch wenn, wie bei der Januar-Zusammenkunft, keine ökonomischen Projektionen anstehen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass sich der Offenmarktausschuss – Fed-Chef Jerome Powell hatte noch bei der vergangenen Sitzung betont, die Entscheidungen der Notenbank seien „datenabhängig“ – nicht auf alle zur Verfügung stehenden ökonomischen Daten seit dem 27. Dezember stützen kann. Denn der am Freitag temporär aufgehobene Government Shutdown hatte dafür gesorgt, dass wichtige Wirtschaftsdaten nicht erhoben werden konnten. Dazu gehören unter anderem etwa die Einzelhandelsumsätze, Hausdaten, Zahlen zu den internationalen Kapitalflüssen des Wirtschaftsministeriums und die Veröffentlichung des US-Bruttoinlandsprodukts des vierten Quartals 2018, dessen erste Schätzung ursprünglich für den 30. Januar vorgesehen war.
Dessen ungeachtet gehen jedoch Händler davon aus, dass sich der FOMC mit der Bilanz der Notenbank auseinandersetzen wird, zumal bereits am Freitag im Wall Street Journal ein Artikel (wir schrieben darüber) die Runde machte, die Fed erwäge offenbar, die fortlaufende Reduzierung ihres Anleiheportfolios früher als erwartet zu beenden. Ein Strategiewechsel, der nach Ansicht einiger Kommentatoren von den Devisenmärkten noch nicht ausreichend wahrgenommen wird. Mit der Folge, dass sich der Dollar aufgrund der verbesserten Liquiditätssituation infolge der nicht weiter verfolgten Politik der Abschmelzung der Fed-Anleihebestände noch deutlicher abschwächen könnte. Tatsächlich hat der Euro auch gestern von dieser Einschätzung etwas profitieren können und überschritt mit Ach und Krach sein Stabilitätsniveau bei 1,1430. Gleichzeitig hat sich eine neue Konsolidierungszone zwischen 1,1215 und 1,1585/90 etabliert, innerhalb derer wir eine positive Nuancierung für den Euro oberhalb von 1,1460 sehen würden. Darüber hinaus erwarten wir erste gute Nachfrage bei 1,1345

CH

USD CHF (0,9920)

Auch gegenüber dem Franken schwächte sich der US-Dollar gestern geringfügig ab, blieb aber sogleich an seiner ersten Unterstützung bei 0,9905/10 hängen. Wie gehabt sind darunter weitere korrektive Abwärtsbewegungen möglich. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt auf jeden Fall intakt, solange 0,9850/55 (modifiziert) nicht unterlaufen wird, und würde überdies oberhalb von 0,9955 wieder mehr Momentum entfalten.

GBP

EUR GBP (0,8695)

Eigentlich war es erstaunlich, dass Sterling nicht bereits am vergangenen Freitag einen deutlicheren Rückschlag im Rahmen seines Aufwärtstrends gegenüber dem Euro hinnehmen musste. Dies wurde nun gestern ein wenig nachgeholt. Zumal heute im britischen Parlament über eine Reihe von Änderungsanträgen zum Brexit-Prozess abgestimmt werden soll. Allerdings ist noch unklar, welche der insgesamt etwa 20 Anträge vom Sprecher des Unterhauses, John Bercow, zur Abstimmung zugelassen werden. Dabei scheint es für viele Händler ausgemachte Sache zu sein, dass das britische Pfund zum Steigen verurteilt ist. Selbst wenn nach all den Abstimmungen im Verlauf des heutigen Handelstages genauso wenig Klarheit in Sachen Brexit herrschen sollte wie zuvor. Denn alles, was nicht wie ein No-Deal-Brexit aussehe, würde demnach irgendwie als positiv gewertet. Sei es, dass Theresa May mit ihrem Brexit-Abkommen tatsächlich doch noch durchkommen sollte (unwahrscheinlich) oder die Verlängerung von Artikel 50, die Verschiebung des Austrittsdatums aus der EU, beschlossen wird – die Pfund-Optimisten gehen in diesem Fall anscheinend von einer weiteren Befestigung der britischen Währung gegenüber dem Dollar von noch einmal 3 bis 10 Prozent aus. Obgleich die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit ohne Abkommen vielerorts bestenfalls bei 10 Prozent (mit fallender Tendenz) gesehen wird, hat sich Sterling im Vorfeld allerdings noch nicht weiter befestigt – im Gegenteil. Daran änderte auch ein Zeitungsbericht nichts, wonach Theresa May angeblich inoffiziell eine No-Deal-Option für Großbritannien ausgeschlossen haben soll.
Zum Ende der europäischen Handelssitzung hatte sich die Gemeinschaftswährung gestern jedenfalls gegenüber dem britischen Pfund weiterhin (korrektiv) befestigen können. Allerdings bleibt der Abwärtstrend (0,8860) bislang unangetastet und das hohe Momentum, das den Euro in der Folge in Richtung 0,8535 drücken kann, ebenfalls erhalten, solange an der Oberseite 0,8720 nicht verletzt wird.

CHF

USD CHF (0,9920)

Auch gegenüber dem Franken schwächte sich der US-Dollar gestern geringfügig ab, blieb aber sogleich an seiner ersten Unterstützung bei 0,9905/10 hängen. Wie gehabt sind darunter weitere korrektive Abwärtsbewegungen möglich. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt auf jeden Fall intakt, solange 0,9850/55 (modifiziert) nicht unterlaufen wird, und würde überdies oberhalb von 0,9955 wieder mehr Momentum entfalten.

CZK

EUR CZK (25,75)

Auch ohne neue ökonomische Daten hat sich der Euro im Rahmen seines Korrekturmodus gegenüber der Krone gestern weiter befestigt und ist auf dem Weg in Richtung 25,86. Diese Aufwärtskorrekturen bleiben robust, solange nunmehr 25,66 gehalten werden kann – unterhalb von 25,59 wäre die Korrekturphase beendet, und der frühere Abwärtstrend des Euro würde wieder aufgenommen werden.

PLN

EUR PLN (4,2920)

Weiterhin fast bewegungslos präsentiert sich der Zloty gegenüber dem Euro. Dieser blieb auch gestern innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2770 und 4,3080.


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