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Wöchentliche Marktberichte

Jan 18, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Fair bewertet

USD

EUR USD (1,1390)

Die Marke von 1,1380 scheint für die Euro-Händler fast etwas Magnetisches an sich zu haben. Denn es handelt sich nicht nur um ein von uns seit Tagen erwähntes wichtiges Niveau, in dessen Nähe die Gemeinschaftswährung nun seit über 48 Stunden handelt. Ohne dass es zu einem nennenswerten Durchbrechen oder aber zu einem massiven Aufbäumen des Kurses gekommen wäre. Ist in Sachen Euro- und Dollar-Einschätzung etwa alles gesagt?
Ein Händler brachte es gestern gewissermaßen auf den Punkt, als er äußerte, er finde eigentlich keinen Grund, warum man Euro kaufen müsse. Abgesehen von den Brexit-Diskussionen, die ja auch die Gemeinschaftswährung betreffen könnten, hat der Euro seit gut einer Woche in der Spitze 1,7 Prozent angeblich deshalb an Wert verloren, weil die deutsche Wirtschaft nach Ansicht von Kommentatoren nur um 1,5 Prozent im vergangenen Jahr gewachsen sei – es handelte sich immerhin um das niedrigste Wachstum seit fünf Jahren. Und dass das Zutrauen der Devisenakteure gestern in den Euro nicht gerade gesteigert werden konnte, lag womöglich an der Einschätzung eines weiteren EZB-Ratsmitglieds, das die Wirtschaft der Eurozone immer noch im projizierten Rahmen der Zentralbank sieht. Die Rede ist von Sabine Lautenschläger. Sie stimmte letztlich in den Kanon ihrer Kollegen vom Vortag ein und sprach sich dafür aus, sich bei der Festlegung eines Datums für eine erste Leitzinserhöhung, die bislang für nach dem Sommer dieses Jahres angesetzt war, bis zur Erstellung der nächsten ökonomischen Projektionen im März Zeit zu lassen. Unterdessen geht bereits eine Mehrheit der in einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen davon aus, dass die EZB angesichts der eingetrübten Wachstumsaussichten (auch für Frankreich und Italien) ihre erste Leitzinserhöhung wohl auf das vierte Quartal dieses Jahres verschieben wird.
Dass sich der Euro derzeit nur so wenig bewegt, mag auch darin begründet sein, dass dieser auf einem Niveau von 1,1380 nach Berechnung unseres verhaltensorientierten Modells für mittelfristige Engagements als fair bewertet gilt. Mit anderen Worten: Es dürfte derzeit keine allzu großen mittelfristigen Schieflagen geben, die einen stärkeren Trend auslösen können. Immerhin hat der Euro das besagte Kursniveau gestern um zehn Punkte unterschritten und damit nach unseren Bedingungen pro forma „geknackt“. Insofern wurde der ohnehin zuvor schwache Aufwärtstrend erwartungsgemäß als Fehlentwicklung klassifiziert, weswegen sich nun die Unterseite – wenn auch ohne überzeugendes Momentum – bis auf 1,1215 geöffnet hat. Und dieses Risiko bleibt bestehen, solange 1,1495/00 nicht überwunden wird.

GBP

EUR GBP (0,8780)

Es war am 9. Januar, also vor der historischen Abstimmungsniederlage zum Brexit-Deal Theresa Mays und dem später abgelehnten Misstrauensvotum, als wir über die Umfrage einer Investmentbank schrieben. Deren Teilnehmer sahen für den Fall einer positiven Überraschung einen Pfund-Anstieg in einer Größenordnung von 5 Prozent gegenüber dem US-Dollar. Und sollte das Austrittsabkommen mit der EU im britischen Unterhaus nicht die erforderliche Mehrheit bekommen, würde das Pfund dagegen immerhin 2 Prozent an Wert verlieren, so die damalige Vorhersage. Mittlerweile hat sich das Pfund tatsächlich befestigt, besonders gegenüber dem Euro, der seither 2,5 Prozent an Wert verloren hat – Spiegel eines fast schon überbordenden Optimismus der Händler. Denn der Brexit-Deal wurde bekanntlich abgeschmettert, und stattdessen gibt es mehrere Optionen, die nun in Treffen der Regierung mit Abgeordneten der Opposition ausgelotet werden sollen. Allerdings sprechen Kommentatoren bereits jetzt von einem Entscheidungs-Stillstand. Und es gibt nicht wenige Abgeordnete im Unterhaus, die im Zuge eines zweiten Referendums die Verantwortung des zerstrittenen Parlaments am liebsten an das Volk in Form eines zweiten Referendums zurückgeben möchten. Zunächst aber muss Theresa May am kommenden Montag ihren Plan B zum Brexit vorlegen, über den, so die derzeitige Planung, am 29. Januar abgestimmt werden soll.
Obwohl der Euro nunmehr sogar die Unterseite seiner Konsolidierungszone gegenüber Sterling durchbrochen hat, tun wir uns schwer, von einem gewachsenen Abwärtstrend zu sprechen. Dennoch reicht der Spielraum für die Verlängerung des derzeitigen Impulses bis 0,8650/55. In diesem Zusammenhang darf 0,8945 nicht mehr überwunden werden.

CHF

EUR CHF (1,1320)

Immerhin ist beim Franken etwas Bewegung in den Seitwärtsmarkt der vergangenen Handelstage gekommen. Zwar ist die Obergrenze der derzeitigen Konsolidierungszone zwischen 1,1210 und 1,1350 mit einem zusätzlichen Widerstand bei 1,1360 versehen, aber nach Überwinden der zweiten Marke würde immerhin ein kleiner Aufwärtstrend für den Euro eingeleitet, sofern später 1,1280 nicht mehr unterlaufen wird.

PLN

EUR CHF (1,1320)

Immerhin ist beim Franken etwas Bewegung in den Seitwärtsmarkt der vergangenen Handelstage gekommen. Zwar ist die Obergrenze der derzeitigen Konsolidierungszone zwischen 1,1210 und 1,1350 mit einem zusätzlichen Widerstand bei 1,1360 versehen, aber nach Überwinden der zweiten Marke würde immerhin ein kleiner Aufwärtstrend für den Euro eingeleitet, sofern später 1,1280 nicht mehr unterlaufen wird.

CZK

EUR CZK (25,53)

Obgleich sich der Euro gegenüber der Krone in einem Abwärtstrend befindet, spielte sich gestern das Handelsgeschehen bereits den fünften Tag hintereinander in sehr engen Bahnen ab. Überhaupt zeigt ein Blick auf das Kursgeschehen, dass der Euro seit dem 7. Januar offenbar aufgrund starker Nachfrage die Marke von 25,52 nicht unterlaufen kann. Dennoch: Das Potenzial für den Euro reicht immer noch bis 25,35, während der Stabilitätspunkt mit 25,67 nun etwas niedriger als am Vortag ausgewiesen ist.


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