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Wöchentliche Marktberichte

Jan 08, 2019 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gegenwind für den Dollar 

USD

EUR USD (1,1440)

Etliche Marktteilnehmer dürften den exzellenten US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag – und sei es auch nur durch Gewöhnung – längst in seiner Bedeutung relativiert haben. Möglicherweise auch, weil eine andere wichtige Zahl, die Inflationskomponente mit +3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit der stärkste Anstieg bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen seit 2009, in der Wahrnehmung der Händler zunächst etwas in den Hintergrund geraten war. Vielmehr beherrscht seit dem Wochenende die vielfach als taubenhaft aufgefasste Rede des Fed-Präsidenten Jerome Powell nicht nur die Berichte der Kommentatoren, sondern auch die Stimmung der Aktienhändler. Das Versprechen Powells, letztlich auf die Risikobedenken der Finanzmarktakteure zu hören, fühlte sich an wie die Commitments seiner Amtsvorgänger, Janet Yellen und Ben Bernanke – nicht umsonst sprachen Kommentatoren vom sogenannten Powell-Put. Anders ausgedrückt: Die US-Notenbank dürfte künftig bei ihrem Zinserhöhungszyklus, aber auch bei ihrem Vorhaben, ihre Bilanz zu reduzieren, vorsichtiger als bisher vorgehen. Auch wenn der deutlich ausgefallene Anstieg der Stundenlöhne im Dezember als Vorbote einer möglicherweise schneller als erwartet steigenden Inflation interpretiert werden könnte, zeigt die jüngste Entwicklung an den Geldmärkten, dass in diesem Jahr höchstwahrscheinlich nicht mit einer einzigen Leitzinserhöhung in den USA gerechnet werden kann, für das Jahr 2020 wird sogar eine, wenn auch kleine Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung von den Akteuren eingepreist.
Und so ist es kein Wunder, dass die Händler gestern nicht viel auf den Dollar geben wollten, zumal sich weder im US-Haushaltsstreit noch bei den Verhandlungen zwischen den USA und China in ihrem Handelskonflikt (trotz des gestern aufkommenden Optimismus) sichtbare Zeichen der Entspannung oder gar Fortschritte zeigten. Immerhin gab es bei den gestern publizierten ökonomischen Daten auf der anderen Seite die Einzelhandelsumsätze für die Eurozone zu begutachten, die im November mit +0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat positiv überraschten. Dennoch: Es handelt sich um Daten, die allenfalls zu einer leichten Verbesserung der Wachstumszahlen in der Eurozone im vierten Quartal des vergangenen Jahres beitragen, aber kaum die derzeitigen hiesigen Wachstumssorgen beseitigen können. Dass sich der Euro gestern per Saldo leicht befestigen konnte, war wahrscheinlich nicht dessen innerer Stärke zuzurechnen, sondern das Resultat einer Dollarschwäche. Dennoch bleibt der Euro weiterhin in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,1260 und 1,1515/20 gefangen.

USD

USD CHF (0,9805)

Die gestrige Dollarschwäche wird auch an dessen Verhältnis zum Franken sichtbar. Zu den ohnehin ungünstigen Vorzeichen für den Greenback gesellte sich auch noch die Veröffentlichung des ISM-Einkaufsmanagerindex der Dienstleister, der im Dezember mit 57,6 hinter der Konsenserwartung der Ökonomen zurückblieb. Immerhin stimmt ein Teilbereich des Index zuversichtlich: Die Zahl der Neuaufträge ist gegenüber dem Vormonat gestiegen. Unterdessen bleibt das derzeitige Trend-Risiko für den Dollar an der Unterseite mit nunmehr 0,9755 (0,9720) vergleichsweise überschaubar, während der Stabilitätspunkt auf 0,9925 gefallen ist.

GBP

EUR GBP (0,8965)

Sie arbeitet unablässig und ausdauernd daran, die Kritiker ihres Brexit-Abkommens vor der wichtigen Abstimmung in der kommenden Woche auf ihre Seite zu bringen. Nach dem gestern zunächst Gerüchte die Runde machten, die britische Premierministerin Theresa May würde womöglich die doch so wichtige Abstimmung über das Abkommen erneut verschieben, machten Regierungsvertreter noch einmal deutlich, dass weiterer Aufschub keinesfalls geplant sei und das Votum im Unterhaus (Medienberichten zufolge am 15. Januar) in der kommenden Woche in jedem Fall stattfinden werde. Endgültig wird über dieses Datum jedoch erst am morgigen Mittwoch entschieden. An diesem Tag beginnt auch noch eine viertägige Parlamentsdebatte, bevor es dann endgültig zur Abstimmung kommen soll. Die Einschätzung der Marktteilnehmer, was den Erfolg Theresa Mays bei dieser Abstimmung angeht, blieb allerdings auch gestern ausgesprochen skeptisch. Ein Kommentator brachte es auf den Punkt, als er meinte, man sei kein Stückchen weiter als im Dezember, als die Premierministerin besagte Abstimmung aus Gründen drohender Erfolglosigkeit schon einmal verschoben hatte. Auch scheint es auf EU-Seite bezüglich einer etwaigen Zusicherung einer Befristung bei der Notfalllösung für die irische Grenzfrage, dem sogenannten Backstop, wenig Bewegung zu geben. Das Brexit-Abkommen werde nicht neu verhandelt, äußerte der Sprecher der EU-Kommission in Brüssel, Margaritis Schinas. Unter dem Strich gab Sterling gestern etwas nach und schob den Euro zeitweise leicht in die obere Hälfte seiner Konsolidierungszone zwischen 0,8830 und 0,9090.

CHF

EUR CHF (1,1230)

Dass der Euro gestern über nicht allzu viel Aufwärtsdynamik verfügte, zeigte sich auch im Verhältnis zum Franken – die Handelsbandbreite des gestrigen Tages betrug nicht einmal 40 Stellen. Damit bleibt die Seitwärtsentwicklung der Gemeinschaftswährung zwischen 1,1215 und 1,1355 erhalten, innerhalb derer ein Test der Obergrenze angezeigt wäre, falls der Euro 1,1280 überwinden sollte.

PLN

EUR PLN (4,2960)

Ohne neue wichtige ökonomische Daten blieb der Zloty gestern wenig bewegt, weswegen der Euro weiterhin innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2770 und 4,3080 rangiert.


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