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Wöchentliche Marktberichte

Dez 18, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gut gemeinte Ratschläge

USD

EUR USD (1,1350)

Die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC), die am morgigen Mittwoch enden wird, wirft bereits ihre Schatten voraus. Während die meisten Devisenakteure davon ausgehen, dass der Leitzins um 25 Basispunkte erhöht wird, erwartet man auf der anderen Seite vielerorts eine taubenhaftere Wortwahl der Fed, was Zinsschritte im Jahr 2019 angeht. Apropos Zinsschritte: Wie stark sich die Stimmung unter den Marktteilnehmern geändert hat, zeigt auch die implizite Wahrscheinlichkeit (CME FedWatch Tool) für einen weiteren Zinsschritt von 25 Basispunkten (außer dem vom Dezember) bis Ende 2019. Jene liegt nämlich nur noch bei rund 42 Prozent (gegenüber 73 Prozent vor einem Monat!) und für zwei weitere Zinsschritte im Jahr 2019 errechnen sich nur noch rund 11 Prozent – vor einem Monat betrug diese Wahrscheinlichkeit noch knapp 38 Prozent.
Bereits vorsorglich hatte sich wieder einmal US-Präsident Donald Trump zu Wort gemeldet, der seine Offensive gegen Fed-Chef Jerome Powell erneuerte. Er sei erstaunt, so Trump, dass die US-Notenbank es überhaupt in Betracht ziehe, die Zinsen in diesem Monat noch einmal zu erhöhen. Und dies, obgleich der Dollar sehr stark sei und es praktisch keine Inflation in den USA gebe. Aber nicht nur von US-Präsident Donald Trump erhält die Fed derzeit Gegenwind. So gehen auch andere Kommentatoren mit der Fed ins Gericht. Sie sei besser beraten gewesen, wenn sie mit dem Amtsantritt ihres Chefs Jerome Powell im Februar zunächst entschlossen und kräftig ihre Bilanz abgebaut und erst später die Zinsen angehoben hätte, lautet die Kritik. Zumindest wäre ein Bilanzabbau per se angesichts des Steuerprogramms der Trump-Administration sowie der regulatorischen Reformen nicht so stark ins Gewicht gefallen. Stellt sich nur die Frage, warum man solch kritische Kommentare nicht bereits vor einigen Monaten zu hören bekommen hat.
In dieses Stimmungsbild passt es auch, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) seine globale Wachstumsvorhersage für 2018 und 2019 jeweils von 3,9 auf 3,7 Prozent gesenkt hat. Und für die USA sieht der IWF für 2018 zwar ein unverändertes Wachstum von 2,9 Prozent vor, während die Vorhersage für 2019 von 2,7 auf 2,5 Prozent zurückgenommen wurde. Einen entgegengesetzten Trend zeigt das viel beachtete Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, das noch am vergangenen Freitag für das vierte Quartal ein deutlich erhöhtes saisonbereinigtes Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal von 3,0 Prozent (nach zuvor 2,4 Prozent) berechnet hatte.
Unterdessen hat sich der Euro im Zuge einer neuerlichen leichten Dollarschwäche wieder etwas erholt, behält aber seinen Abwärtstrend mit Potenzial bis 1,1235, bzw. 1,1180 bei. Und zwar solange 1,1405 nicht überwunden wird.

USD

USD CHF (0,9935)

Auch am Verhältnis zum Schweizer Franken wird erkennbar, dass der Dollar gestern eine leichte Tendenz zur Schwäche zeitigte. Dabei scheinen sich die Devisenakteure zumindest positionstechnisch nicht auf dem falschen Fuß erwischen lassen zu wollen, weil etwa die US-Notenbank bei ihrer am Mittwoch endenden Sitzung zwar den Leitzins noch einmal erhöhen, aber eine möglicherweise taubenhaftere Wortwahl bezüglich künftiger Zinsschritte wählen wird. Damit steht der Greenback so ziemlich in der Mitte zwischen einer möglichen Stabilisierung bei 1,0010 und dem immer noch vorhandenen Abwärtspotenzial bis 0,9850.

GBP

EUR GBP (0,8990)

Die britischen Verbraucher sind auch im November wegen der Brexit-Unsicherheit zurückhaltend geblieben. Dies vermitteln zumindest die gestern publizierten Daten der Kreditkartengesellschaft Visa, wonach die Ausgaben der privaten Verbraucher um 0,2 Prozent im Jahresvergleich zurückgegangen sind. Unterdessen scheinen die Zeichen in Sachen Brexit auch in Hinblick auf die bevorstehende Sitzungspause des britischen Parlaments ab dem 20. Dezember (bis 7. Januar) auf Beruhigung zu stehen. So verkündete Premierministerin Theresa May gestern vor dem Unterhaus, dass eine Abstimmung über das Brexit-Abkommen („meaningful vote“) in der dritten Januarwoche (also ab dem 14. Januar) stattfinden werde. Dabei zeigte sich die Premierministerin im Gegensatz zu EU-Vertretern ausgesprochen optimistisch, fast schon, als ob alle Hindernisse bezüglich der Notfallklausel („Backstop“) zur Lösung der irischen Grenzproblematik bereits aus dem Weg geräumt seien. EU-Vertreter schlossen indes weitere Treffen mit dem Vereinigten Königreich wegen des Brexit aus, wobei man allerdings annehmen darf, dass andere Wege der Kommunikation aufrechterhalten werden. Darüber hinaus erteilte der Regierungssprecher Theresa Mays, James Slack, etwaigen Spekulationen über ein zweites Referendum eine Absage. Unterdessen zeigte sich Sterling gestern gegenüber dem Euro wenig bewegt. Somit bleibt die Gemeinschaftswährung in ihrem Aufwärtstrend zwischen 0,8950 und 0,9150.

CHF

EUR CHF (1,1265)

Wenig Bewegung gab es gestern im Franken gegenüber dem Euro, der eine Bandbreite von nicht einmal 50 Stellen produzierte. Per Saldo hat sich der Euro allerdings von seinem Stabilitätspunkt bei nunmehr 1,1310 etwas entfernt. Immerhin würde ein Überschreiten dieses Niveaus ein Erholungspotenzial bis 1,1360 eröffnen.

PLN

EUR PLN (4,2850)

Wie die Polnische Zentralbank gestern mitteilte, ist die Kerninflation Polens im November um 0,7 Prozent (gegenüber Vorjahr) wie von den meisten Ökonomen erwartet gestiegen. Gleichzeitig konnte sich auch der Zloty ein wenig befestigen und hat den Euro zeitweise wieder in die Nähe der Untergrenze seiner Konsolidierungszone gedrückt, die zwischen 4,2730/50 und 4,3460 verläuft. Nach wie vor bleibt der Widerstand bei 4,3050 an der Oberseite das Maß der Dinge.


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