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Wöchentliche Marktberichte

Dez 03, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

„Feuerpause“ im US-Handelskrieg 

USD

EUR USD (1,1360)

Vor dem G20-Gipfel waren sich die Finanzmarkbeobachter einig, dass nicht mehr als ein oberflächliches Treffen stattfinden werde, bei dem sich nur diejenigen intensiv miteinander unterhalten würden, die ohnehin schon im engen bilateralen Austausch mit befreundeten, politisch gleichgesinnten Staaten stehen. Auch fanden sich wenige Akteure, die bereit waren, darauf zu wetten, dass es eine aussagekräftige Abschlusserklärung geben werde. Die USA, China und die Türkei äußerten umgehend Bedenken gegenüber dem ersten Entwurf der Abschlussvereinbarung. Am Ende wurden jedoch alle eines Besseren belehrt. Dies lag nicht nur an der Kompromissbereitschaft der Staats- und Regierungschefs, die sich in der gemeinsamen Abschlusserklärung widerspiegelte, sondern vor allem am Geschehen, das dem offiziellen Gipfel folgte. US-Präsident Donald Trump traf sich nämlich mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zum gemeinsamen Abendessen. Dieses wiederum brachte ein unverhofftes Ergebnis hervor: eine Vereinbarung, die dem laufenden Handelskrieg beider Staaten eine 90-tägige Verhandlungspause bescherte.
Das Zugeständnis der USA, Zölle auf chinesische Einfuhren vorerst nicht weiter zu erhöhen oder gar zu ausweiten, ließ die Chinesen einlenken. Sie wollen nun, im Gegenzug, verstärkt US-Güter importieren, womit sie dem massiven Handelsungleichgewicht entgegenwirken. Halten sich beide Parteien an ihre Zusagen, sollten sich die Gemüter der Beteiligten bald schon wieder beruhigt haben. Viel wichtiger aber ist, dass durch diesen Dialog eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten vermieden wurde. Die Finanzmärkte werden dies sicherlich zu goutieren wissen. Für den Euro hat sich heute früh zunächst noch nicht viel geändert. So hält sein kurzfristiger Abwärtstrend nach wie vor an. Daran wird sich nichts ändern, solange die 1,1430er Hürde Bestand hat.

USD

EUR PLN (4,2870)

Am Freitag brachten Polens Verbraucherpreise Ökonomen zum Staunen: Zum einen lag der Konsumentenpreisindex im November mit +1,2 Prozent weit unter dem Vormonatsniveau von +1,8 Prozent und markierten damit den niedrigsten Wert seit 2016. Zum anderen rutschte die Teuerung auch unter das Inflationszielband der Polnischen Nationalbank, das zwischen 1,5 und 3,5 Prozent gefasst ist. Als Folge kamen Anleiherenditen unter Druck und fielen auf Niveaus zurück, wie sie zur Jahresmitte vorherrschten. Devisenhändler reagierten indes weit gelassener. Der Euro machte jedenfalls keinerlei Anstalten, seine Konsolidierung, die zwischen 4,2750 und 4,3460 verläuft, zu verlassen. Kurzfristig deckelt die 4,30er Hürde die Gemeinschaftswährung.

GBP

EUR GBP (0,8890)

Auf Premierministerin Theresa May lastet riesiger Druck. Sie muss für das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen eine Mehrheit im Parlament zustande bringen. Allerdings scheint dieser Druck – zwischenzeitlicher Erfolge zum Trotz – immer belastender für May zu werden. Dazu tragen auch zahlreiche Rücktritte bei, die sie seit Beginn der Verhandlungen hinnehmen musste. Am Wochenende trat der britische Staatssekretär Sam Gyimah zurück. Es ist mittlerweile das neunte Regierungsmitglied, das aus Protest sein Amt niederlegt. Sein Rücktrittsschreiben krönte er mit einer Twitter-Nachricht: Bei der Parlamentsabstimmung am 11. Dezember werde er nicht für den von May ausgehandelten Deal stimmen. Vor diesem Hintergrund wird es für May immer schwieriger und für Großbritannien zudem immer fraglicher, ob tatsächlich eine Mehrheit für besagtes Abkommen zustande kommen wird. Eine gewisse Unschlüssigkeit ist auch bei Sterling-Händlern zu spüren. Der Euro zeigt sich zum Pfund zwar volatil, kommt jedoch nicht aus seiner Konsolidierungszone, die weiterhin zwischen 0,8730 von 0,9025 verläuft, heraus.

CHF

EUR CHF (1,1335)

Diese Woche will sich die Schweiz endlich zum Rahmenabkommen mit der EU äußern. Das ist auch gut so, denn zwischen Brüssel und Bern sind noch zahlreiche Differenzen beizulegen. Zudem scheinen die mit dem Abkommen verbundenen Kosten allmählich zutage zu treten, was bislang häufig zu Widerstand auf Schweizer Seite führte – allen voran seitens der Gewerkschaften. Auf der anderen Seite würde ein Scheitern der Verhandlungen zum Rahmenabkommen Schweizer Unternehmen den Marktzugang zur EU erschweren oder gar vollends verhindern. Daher wird in Brüssel das Statement der Eidgenossenschaft mit Spannung erwartet. Warten müssen derzeit auch Euro-Händler, deren Geduld merklich auf die Probe gestellt wird. Am Freitag sah beispielsweise zunächst vieles danach aus, als würde der Euro zurück in seine frühere Konsolidierungszone finden. Am Nachmittag fiel er aber wieder auf die 1,13er Marke zurück. Wir warten nach wie vor auf ein Überschreiten der 1,1405er Hürde, bevor wir die bullishe Flagge hissen. Bis dahin bleibt an der Unterseite 1,1250 die wichtigste Unterstützung.

PLN

EUR PLN (4,2870)

Am Freitag brachten Polens Verbraucherpreise Ökonomen zum Staunen: Zum einen lag der Konsumentenpreisindex im November mit +1,2 Prozent weit unter dem Vormonatsniveau von +1,8 Prozent und markierten damit den niedrigsten Wert seit 2016. Zum anderen rutschte die Teuerung auch unter das Inflationszielband der Polnischen Nationalbank, das zwischen 1,5 und 3,5 Prozent gefasst ist. Als Folge kamen Anleiherenditen unter Druck und fielen auf Niveaus zurück, wie sie zur Jahresmitte vorherrschten. Devisenhändler reagierten indes weit gelassener. Der Euro machte jedenfalls keinerlei Anstalten, seine Konsolidierung, die zwischen 4,2750 und 4,3460 verläuft, zu verlassen. Kurzfristig deckelt die 4,30er Hürde die Gemeinschaftswährung.


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