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Wöchentliche Marktberichte

Nov 26, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Gute Konjunkturstimmung ist dahin

USD

EUR USD (1,1345)

Davon abgesehen, dass sich Finanzmarktteilnehmer vor dem vergangenen Wochenende vor allem über den Ausgang des gestrigen Brüsseler EU-Sondergipfels Gedanken machten, verfolgte der Handel gebannt die Baisse des Rohölpreises. Beide Sorten, Brent und WTI, stürzten abermals in die Tiefe und schlossen die nunmehr siebte aufeinanderfolgende Woche im Minus. Seit dem Jahreshoch Anfang Oktober hat Rohöl somit gut ein Drittel seines Wertes verloren. Die Rasanz, mit der die Preise am Weltmarkt purzeln, treibt Ökonomen und Investoren immer mehr Sorgenfalten auf die Stirn. Denn schließlich könnte der Kursverfall auch Zeichen schwindender Zuversicht bezüglich der globalen konjunkturellen Entwicklung sein. Jedoch waren von Marktteilnehmern auch gegenläufige Argumente zu hören. Nicht der schwache Ölpreis sei eine Warnung für eine nahende Wachstumsdelle. Eine in einigen Volkswirtschaften bereits zu beobachtende Wachstumsstagnation sei indes für den Absturz des Rohölpreises verantwortlich. Vertreter dieser These wurden am Freitag durch die vom Forschungsinstitut IHS Markit gemessenen Stimmungseintrübungen bei Konjunkturindikatoren der USA und Eurozone bestätigt. Die hierzu veröffentlichten Einkaufsmanager-Indizes waren nicht nur allesamt rückläufig, sie blieben auch unter den durchschnittlichen Markterwartungen. Während sich die USA mit 54,4 Punkten immerhin noch deutlich im expansiven Bereich halten konnte, rutschte das Stimmungsbarometer des Euroraums mit 52,4 Zählern auf ein Vier-Jahres-Tief. Dieser Wert kommt der 50-Prozent-Wachstumsschwelle schon bedrohlich nahe. Man kann die Zahlen drehen und wenden, wie man möchte – eines steht auf jeden Fall fest: Die gute Stimmung, wie sie noch im Sommer vorherrschte, ist dahin.
Am Ende des Tages landete der Euro etwa dort, wo er begonnen hatte, und verweilt stabil in seiner Seitwärts-Entwicklung, solange das wichtige Nachfrageniveau bei 1,1310 nicht unterlaufen wird. Darunter entstünde allerdings ein neuer Abwärtstrend mit Risiko bis zunächst 1,1140.

USD

USD CHF (0,9970)

Akteure setzen nach wie vor darauf, dass US-Präsident Donald Trump und der chinesische Ministerpräsident Xi Jinping den laufenden Handelsstreit noch in diesem Jahr beilegen werden. Ob sie das Kriegsbeil tatsächlich begraben werden, wird sich wohl Ende des Monats in Buenos Aires entscheiden, wenn beide auf dem G20-Gipfel aufeinandertreffen werden. Wie auch immer die Gespräche ausgehen werden, der US-Dollar bleibt vorerst im Korrekturmodus, innerhalb dessen die 0,9895 Marke nicht unterlaufen werden darf, um den übergeordneten Aufwärtstrend nicht zu gefährden.

GBP

EUR GBP (0,8850)

In Sachen Brexit gab es am Wochenende gleich mehrere Entscheidungen, die die Gemüter der Beteiligten erleichterten. Das dürfte vor allem auf Großbritanniens Premierministerin Theresa May und EU-Ratschef Donald Tusk zutreffen, als am Samstag der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte, er würde seine Vorbehalte gegenüber dem Brexit-Vertrag fallen lassen. Denn aufgrund Spaniens Vetodrohung wegen des Gibraltar-Streits stand der gestrige Sondergipfel in Brüssel zunächst auf der Kippe. Nachdem das Gibraltar-Thema vom Tisch war, gingen alle Beteiligten davon aus, dass der Gipfel in Brüssel innerhalb der für ihn angesetzten zwei Stunden auch wirklich beendet werden könnte. Tatsächlich machten es die EU-Vertreter kurz und erteilten dem ausgehandelten Vertragspaket zum britischen EU-Austritt ihrerseits die Freigabe. Damit wäre die Trennung von Großbritannien seitens der EU beschlossene Sache. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des britischen Parlaments, um die Scheidung auch rechtskräftig zu besiegeln und im März nächsten Jahres wirksam werden zu lassen. Dies wird die letzte und möglicherweise schwerste Hürde sein, die May noch nehmen muss, weswegen sie vorsorglich am Sonntag einen landesweiten Appell per „Brief an die Nation“ verfasste. Ob der Weckruf die Menschen erreicht, wird sich im Dezember bei der Parlamentsabstimmung zeigen. Wobei es fast ein wenig seltsam klingt, dass ein Partner, der die Trennung ausdrücklich gewünscht hat, erst noch von deren realem Vollzug überzeugt werden muss. Sterling-Händler wissen, dass der Ball nun beim britischen Parlament liegt und damit auch die Entscheidung über die Stärke des Pfundes. Der Euro bewegt sich zu Sterling unterdessen weiter in einer volatilen Seitwärtsspanne, die grob zwischen 0,8730 und 0,9025 verläuft.

EUR

EUR CHF (1,1315)

Dafür, dass viele Schweizer Medienberichten zufolge gar nicht wissen, woher der "Black Friday" stammt oder dass er mit der Tradition der US-Erntedankfestfeier zusammenhängt, waren die Einzelhandelsumsätze nach Aussagen von Branchenkennern mehr als zufriedenstellend. Ein umsatzschwacher Tag für Devisen- und Wertpapierhändler sowie ein leerer Schweizer Fundamentaldatenkalender ließen allerdings auch entsprechenden Freiraum, um sich anderen Dingen – beispielsweise der Schnäppchenjagd – zu widmen. Der Euro rutschte am Freitag geringfügig unter seine bekannte Konsolidierungszone, die zwischen 1,1310 und 1,1500 verläuft, und verharrt seitdem auf der unteren Begrenzung. Ein weiteres Nachgeben könnte bis 1,1280 oder 1,1255 führen. Auf der Oberseite liegt das Augenmerk auf der 1,1405er Marke. Ein Überschreiten würden wir als bullishes Signal werten.

PLN

EUR PLN (4,2920)

Nachdem der Handel am Freitag ausgiebig über das Notenbankprotokoll der November-Sitzung grübelte, müssen sich Marktteilnehmer nun bis zur nächsten Sitzung am 4. und 5. Dezember gedulden, um neuen Input von der Nationalbank zu erhalten. Solange dürfte der Euro gegen den Zloty wohl auch noch weiter ohne Trendimpuls innerhalb seiner großen Konsolidierung zwischen 4,2750 und 4,3460 pendeln.


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