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Wöchentliche Marktberichte

Nov 09, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Notenbank mit bullishem Statement

USD

EUR USD (1,1345)

Die gestrige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) hat keine größeren Überraschungen mit sich gebracht. Denn wie erwartet beließ das FOMC die Zielzone für die Fed Funds zwischen 2,0 und 2,25 Prozent. Dabei geht die Notenbank in ihrem Statement von einer nach wie vor starken Konjunktur, gekennzeichnet durch einen kräftigen Arbeitsmarkt und weiter deutlich wachsenden Ausgaben der privaten Haushalte, aus. Die Risiken bezüglich des konjunkturellen Ausblicks seien ausgewogen, war zu lesen. Und auch die Kerninflation befinde sich demnach auf Jahresbasis nahe dem angestrebten Ziel von 2 Prozent, während die langfristigen Inflationserwartungen per Saldo wenig verändert seien. Überflüssig zu sagen, dass weitere Zinsschritte zu erwarten sind. Anhand der ersten Reaktion des Dollar zeigt sich, dass sich das Statement der Notenbank beim zweiten Durchlesen offenbar für viele Akteure doch wesentlich beeindruckender als mancherorts gedacht anfühlte, obwohl sich darin eigentlich keine neuen hawkishen Elemente finden lassen. Dennoch geriet der Euro in der Folge deutlich unter Druck. Und das, obwohl die implizite Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Dezember gegenüber dem Vortag, also im Anschluss an die Zwischenwahlen, leicht gefallen war (vgl. CME FedWatch Tool). Auch die Wahrscheinlichkeit für mindestens drei Zinserhöhungen bis Oktober kommenden Jahres blieb mit rund 59 Prozent gegenüber dem Vortag wenig verändert.
Zuvor hatte es aber auch keine besonders guten Nachrichten für den Euro gegeben. Denn spätestens als die EU-Kommission gestern ihre neuen Wachstumsvorhersagen publizierte, dürfte vielen Marktteilnehmern wieder bewusst geworden sein, dass es immer noch ein ungelöstes Haushaltsproblem in Italien gibt. Während die italienische Regierung von einem wesentlich höheren Wachstum ausgeht, rechnet die EU-Kommission nur noch mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von +1,1 Prozent für Italien in diesem Jahr (nach zuvor +1,3 Prozent). Für 2019 wird ein Plus von 1,2 Prozent erwartet. Sollte Italien bei seinen bisherigen Haushaltsplänen bleiben – Medienberichten zufolge will Finanzminister Tria an einer geplanten Neuverschuldung von 2,4 Prozent des BIP und an seinen optimistischen Wachstumsprognosen festhalten –, droht die Neuverschuldung im kommenden Jahr bei 2,9 Prozent zu liegen. Und im Jahr 2020 würde das Defizit sogar 3,1 Prozent des BIP betragen und damit die von der EU festgelegten Grenze von 3 Prozent übersteigen. Kein Wunder, dass EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici deutliche Worte fand. Zumal Italien der EU bis zum 13. November einen überarbeiteten Haushaltsentwurf vorlegen muss.
Trotz der drohenden Meinungsdifferenzen zwischen der EU und Italien hatten sowohl die Kurse italienischer Staatsanleihen und auch der Euro gestern zunächst nur in überschaubarem Maße nachgegeben. Nach der Sitzung der US-Notenbank ging es für den Euro dann allerdings deutlicher zur Sache. Dieser droht nun, seine bisherigen Jahrestiefs vom 15. August bzw. 31. Oktober bei 1,13, wie von uns vor gut einer Woche bereits vorhergesagt, zu durchbrechen. Ohnehin reicht das Potenzial der Gemeinschaftswährung bis 1,1240 – die Obergrenze des Abwärtstrends liegt nun bei 1,1475/80.

USD

USD CHF (1,0060)

Seit gestern hat der Dollar gegenüber dem Franken wieder etwas zugelegt, was auch der Sitzung der US-Notenbank geschuldet war. Damit ist die Korrekturphase des Greenback erwartungsgemäß relativ schnell beendet und der frühere Aufwärtstrend wieder aufgenommen worden. Dieser hat nun Potenzial bis auf zunächst 1,0160, solange 0,9935 an der Unterseite nicht verletzt wird.

GBP

EUR GBP (0,8690)

Fasst man die Schlagzeilen zu den Brexit-Verhandlungen des gestrigen Handelstages zusammen, ist festzustellen, dass aus Großbritannien grundsätzlich optimistischere Töne als aus der EU zu vernehmen sind. Und so machten gestern immer wieder neue Meldungen zu den Brexit-Verhandlungen die Runde. So berichtete etwa die britische Zeitung The Sun, Theresa May wolle EU-Vertreter um mehr Zeit bitten, damit sie mit Mitgliedern des Kabinetts eine tragfähige Brexit-Vereinbarung treffen könne. Andererseits wolle die Premierministerin die Hoffnung, noch in diesem Monat einen Deal mit der EU abschließen zu können, am Leben erhalten, war zu lesen. Am gestrigen Nachmittag wurde schließlich – angeblich von einem Korrespondenten der Times – der Entwurf eines kompletten Zeitplans in London in Umlauf gebracht. Danach würde sich das britische Kabinett am kommenden Montag wieder zusammensetzen, und am Dienstag würde Brexit-Minister Dominic Raab gar mit einem fertigen Brexit-Abkommen in der Tasche schließlich EU-Chef Unterhändler Michel Barnier aufsuchen. Und für Mittwoch wäre demnach eine Rede von Theresa May vor dem britischen Unterhaus geplant. Wahrscheinliches Datum für einen Brexit-Gipfel mit der EU: der 23. bis 25. November. Unterdessen konnte der Euro auch gestern dem kurzfristigen Abwärtstrend in Richtung 0,8650 keine Dynamik verleihen. Deswegen droht der Trend zu verhungern, wobei oberhalb von 0,8786 wieder die alte Stabilität zurückerobert wäre.

CHF

EUR CHF (1,1435)

Die Schweizer Arbeitslosenquote ist im Oktober mit 2,4 Prozent wie erwartet ausgefallen. Die saisonbereinigte Zahl von 2,5 Prozent entsprach ebenfalls den mittleren Prognosen der Ökonomen und bleibt damit auf dem niedrigsten Niveau seit dem Jahr 2008. Unterdessen hat sich der Euro gegenüber dem Franken gestern etwas mehr als an den beiden Vortagen bewegt, produzierte aber gerade einmal eine Handelsspanne von 50 Stellen, so dass sich innerhalb der Konsolidierung zwischen 1,1310 und 1,1495/00 nicht einmal ein kleiner direktionaler Impuls einstellen wollte.

PLN

EUR PLN (4,2780)

Ohne dass es gestern interessante neue ökonomische Erkenntnisse gegeben hätte, hat der Euro gegenüber dem Zloty eine recht deutliche Eigendynamik entfaltet. Vermutlich auch, weil derzeit noch einige Long-Positionen abgebaut werden müssen. Deswegen rechnen wir mit weiterer Euro-Schwäche in Richtung 4,2650, der Untergrenze einer ehemaligen, mehrwöchigen Konsolidierungszone, möglicherweise auch bis 4,2440. In diesem Zusammenhang dürfen Korrekturen den 4,3060er Widerstand nicht mehr überschreiten.


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