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Wöchentliche Marktberichte

Nov 05, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

US-Jobmarkt spiegelt gesundes Wachstum

USD

EUR USD (1,1390)

Der US-Jobmotor brummt munter weiter. Entsprechende Zahlen, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurden, reflektieren eine sehr robuste, nahezu perfekte Arbeitsmarktentwicklung. Im vergangenen Monat wurden 250.000 neue Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote liegt mit 3,7 Prozent nach wie vor auf dem niedrigsten Niveau der letzten 50 Jahre. Und was diesmal besonders hervorstach: Die neu entstandenen Jobs waren annähernd gleichmäßig auf ganz verschiedene Bereiche der Wirtschaft verteilt. Gerade Letzteres kann als Zeichen soliden, ganzheitlichen Wachstums gewertet werden. Den einzigen potenziellen „Störfaktor“ sahen einige Kommentatoren in gestiegenen durchschnittlichen Stundenlöhnen, die im Jahresvergleich gegenüber dem Vormonat ein nominales Lohnwachstum von 3,1 Prozent aufwiesen. Dieser Anstieg fiel Händlern nicht nur aufgrund des Sprungs über die 3-Prozent-Marke ins Auge. Es war auch der stärkste Zuwachs in neuneinhalb Jahren. Deswegen sahen einige hierin auch sofort potenzielle Inflationsgefahren, was sich umgehend in den Renditen von US-Staatsanleihen niederschlug und die Zinsstrukturkurve deutlich nach oben hievte. Dabei überrascht, wie sensibel der Markt auf den Lohnanstieg reagierte. Denn ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass der durchschnittliche Stundenlohn gegenüber dem Vormonat lediglich um 5 Cents zugelegt hat. Der Anstieg auf 27,30 USD pro Stunde betrug somit nur 0,2 Prozent und bewegt sich damit in einer Größenordnung, die im Vorfeld allgemein erwartet wurde. Betrachtet man zudem den 2017er Vergleichswert, fällt auf, dass dieser relativ niedrig war. Ein anderer Punkt, der sich nicht in den Zahlen finden lässt, ist, dass US-Lohnsteigerungen von einer hohen Produktivität gesäumt werden. Mit dieser Substanz im Rücken sind Lohnerhöhungen also durchaus berechtigt und dürften somit kaum eine Inflationsgefahr darstellen.
Die im vorangegangenen Bericht befürchteten „frühen Gewinnmitnahmen“ haben sich am Freitag tatsächlich entfaltet und den Euro wieder unter die 1,14er Marke gedrückt. Dem Abwärtstrend kann die Gemeinschaftswährung erst jenseits von 1,1505 entfliehen. Bis dahin bleibt das Risiko eines Rutschs auf 1,1255/65 (leicht adjustiert) bestehen.

USD

USD CHF (1,0040)

Der vergangene Freitag bedeutete für USD/CHF-Händler ein Wechselbad der Gefühle. Am Vormittag rückte der Greenback zunächst seiner, für den laufenden Aufwärtstrend wichtigen Untergrenze (0,9950) gefährlich nahe zu Leibe. Nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts spurtete der Dollar hingegen auf ein neues Tageshoch und sorgte somit erneut für eine breite Handelsspanne, die in ihrem Umfang der des Vortages glich. Damit kann der USD auch diese Woche seinen Aufwärtstrend zwischen 0,9955 und 1,0120 weiterführen – wenn auch unter hoher Volatilität.

GBP

EUR GBP (0,8755)

Während sich die Industriestimmung (IHS Markit) in der Eurozone am Freitag stärker als erwartet eingetrübt hatte, klang alles danach, als ob sich die Stimmung in Sachen Brexit deutlich aufhellen würde. Britische Banken müssten nicht mehr befürchten, dass ihnen der Zugang zum europäischen Binnenmarkt versagt bliebe, war in der „Times“ zu lesen. Zudem würden die Anforderungen, die Finanzdienstleistern auferlegt werden sollen, als moderat bewertet. Diese hoffnungsvollen Aussichten machte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Nachmittag per Twitter zunichte. Die Zeitungsberichte seien "irreführend", schrieb er. Das britische Brexit-Ministerium dementierte die Darstellungen ebenfalls. Am Wochenende sorgte indes eine weitere Nachricht für Furore: Der britische „Express“ berief sich auf ein Kabinettsmitglied, das erklärt haben soll, Theresa May könne ihr Kabinett am Dienstag möglicherweise mit einem Ultimatum dazu drängen, endlich einen Brexit-Deal abzuschließen. Das Ultimatum solle dazu dienen, eine dramatische Last-Minute-Entschlussfassung – ein mögliches Verhandlungsdrama am Heiligen Abend wurde dazu ins Spiel gebracht – zu verhindern. Der Euro hat sich nach deutlichen Verlusten der vorangegangenen Tage am Freitag kaum bewegt und verharrt in der unteren Hälfte seiner neuen Konsolidierungszone (0,8720 bis 0,8940).

EUR

EUR CHF (1,1435)

Der Schweizer Einzelhandel (Detailhandel) hat im September gelitten. Wie das Bundesamt für Statistik am vergangenen Freitag mitteilte, gingen die Umsätze deutlich zurück: Im Vergleich zum Vorjahr schrumpften sie nominal um 2,3 Prozent. Verkaufs- und feiertagsbereinigt betrug der Rückgang real sogar 2,7 Prozent, was dem stärksten Einbruch seit Dezember 2016 entsprach. Franken-Händler reagierten nicht sonderlich sensibel auf die Daten. Die Handelsspanne lag am Freitag nur geringfügig über der Vortagesrange und auch der Schlusskurs hielt sich auf ähnlichem Niveau wie am Donnerstag. Der Euro scheint sich, nachdem er vergangene Woche seinen jüngsten Abwärtstrend verlassen konnte, in der Mitte einer neuen Konsolidierung einzupendeln, die zwischen 1,1310 und 1,1510 verläuft. Die Oberkante stellt gleichzeitig den Auslöser dar, um eine neue Euro-Aufwärtsbewegung bis auf 1,1590 einzuleiten.

PLN

EUR PLN (4,3070)

Wie andere wichtige osteuropäische Währungen hat auch der Zloty an den letzten beiden Tagen der vergangenen Handelswoche spürbar zulegen können. Schwellenländer-Aktien erfuhren auf Basis des breit gefächerten MSCI Emerging Market Stocks Index einen vergleichbaren Aufschwung. Der Index wies mit einem Plus von 6,4 Prozent das beste Wochenergebnis seit dem Frühjahr 2016 aus. Auf Tagesbasis war der Freitag mit +2,9 Prozent der stärkste Handelstag seit mehr als zweieinhalb Jahren. Zu vermuten, dass die jüngste Euro-Schwäche mit entsprechenden Kapitalverschiebungen in die jeweiligen EM-Währungen einhergehen könnte, ist somit naheliegend. Der kurzfristige Euro-Aufwärtstrend in Richtung 4,3720 ist zwar noch nicht beschädigt worden. Ein Verletzen der 4,30er Marke dürfte aber einen Rückgang auf die ehemalige Konsolidierungsuntergrenze bei 4,2650 in Gang setzen.

CZK

EUR CZK (25,80)

Nationalbank-Präsident Jiri Rusnok ließ nach der jüngsten Zinserhöhung wenig Zweifel aufkommen, dass der Leitzins für den Rest des Jahres auf dem aktuellen Niveau verharren dürfte. Akteure befürchten jedoch, dass es im kommenden Jahr zu weiteren Zinserhöhungen kommen könnte. Ratsmitglied Tomáš Holub brachte am Freitag diesbezüglich ein „Alternativszenario“ ins Spiel, bei dem die Zinsen nicht wie im Notenbank-Basisszenario bei etwa 2 Prozent landen, sondern auf 3 Prozent hochgeschraubt werden, allerdings nur, falls die Krone sich stärker als erwartet abschwächen sollte. Letzteres erachtet Holub jedoch als wenig wahrscheinlich. Der Aufwärtstrend des Euro hängt am seidenen Faden: Sobald 25,76 unterschritten wird, sind Ambitionen auf die Eroberung der 26,02er Marke hinfällig.


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