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Wöchentliche Marktberichte

Okt 18, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Falkenhaftes Fed-Protokoll

USD

EUR USD (1,1485)

Eigentlich sollte es niemanden wundern, dass der Euro gestern abermals einen vergleichsweise ruhigen Handelstag verbrachte, im Rahmen dessen er allerdings etwas an Boden verlor. Jedoch sollte man angesichts der überschaubaren Tagesrange nicht allzu viel in das Marktgeschehen hineinlesen. Zumal es auch vom EU-Gipfel während der europäischen Handelszeit keine bahnbrechenden Hinweise gab. Aber die Händler bemängelten ein wenig, dass der Euro nicht mehr den über Monate gültigen Gesetzmäßigkeiten folgen würde, wonach in Zeiten der Risikofreude mit einer stärkeren und bei Risikoaversion eher mit einer nachgebenden Gemeinschaftswährung zu rechnen gewesen sei. Tatsächlich straft einen die Entwicklung der Aktienmärkte in der vergangenen, aber auch in dieser Woche diesbezüglich etwas Lügen. Denn als deren Kurse in der vergangenen Woche deutlich unter Druck gerieten, war es ausgerechnet der Euro, der besonders gesucht war. Und als sich dann die Aktienmärkte wieder deutlich erholten, war es wiederum der Euro, der als Zeichen dieser Risikofreude nicht zulegen wollte. Dennoch: Dieser zeitliche Ausschnitt ist zu kurz, als dass er statistisch von Bedeutung wäre und damit die längerfristig wahrgenommenen Regeln tatsächlich widerlegen würde.
Apropos Risiken: Zwar brachte die Fondsmanager-Umfrage von BofA Merrill Lynch, auf die wir gestern bereits verwiesen, gerade hinsichtlich der wahrgenommenen Extremrisiken keine umwerfend neuen Erkenntnisse. Aber in der Umfrage vom 5. bis 11. Oktober wurden von den befragten Vermögensverwaltern zwei Gefahrenquellen besonders hervorgehoben. Zum einen die Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Und zum anderen, dass Notenbanken die geldpolitischen Zügel zu straff anziehen könnten. Dabei dürfte wohl in erster Linie die US-Notenbank gemeint gewesen sein, die in den Augen mancher Akteure bei ihren schrittweisen Zinserhöhungen demnächst einen Schritt zu viel machen und so das US-Wachstum abwürgen könnte.
Und so erhofften sich gestern doch noch einige Akteure neue Hinweise auf die kommenden Schritte der Fed. Die Rede ist von der Veröffentlichung des Protokolls der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) am 26./27. September. Dieser insgesamt hawkishen Aufzeichnung zufolge äußerten einige FOMC-Mitglieder, weitere Zinserhöhungen, zeitweise auch über den neutralen Zinssatz hinaus, seien angemessen, um ein Überschießen der Inflation über das Ziel von 2 Prozent zu vermeiden. Am Ende des Tages schloss der Euro innerhalb seines Abwärtstrends zwischen 1,1665 und 1,1330/35 mit einem Minus ab.

USD

EUR CHF (1,1440)

Nicht ohne Grund haben wir dem Euro gegenüber dem Franken während der vergangenen Tage keinen neuen Aufwärtstrend bescheinigen wollen. Zwar zeigt sich die Gemeinschaftswährung seit einer Woche in robuster Verfassung, gewinnt aber seit dem 11. Oktober nicht weiter an Terrain. An dieser Stabilität dürfte sich auch nichts ändern, solange sich das Währungspaar oberhalb von 1,1415 bewegt. An der Oberseite muss allerdings 1,1530/35 überwunden werden, um einen nachhaltigen Trend zu ermöglichen.

GBP

EUR GBP (0,8770)

Auch gestern wechselten sich wie bereits auch am Vortag positive und negative Statements zum laufenden EU-Gipfel und den damit verbundenen Diskussionen über ein etwaiges Brexit-Abkommen ab. Auch wenn EU-Chefunterhändler Michel Barnier zuletzt die nicht ganz neue Idee aufbrachte, die Brexit-Übergangsphase über das Jahr 2020 hinaus zu verlängern, um den Verhandlungen für einen Deal mehr Zeit zu geben, waren die Erwartungen, dass beim gestrigen Abendessen im Rahmen des EU-Gipfels irgendwelche "improvisierten“ Verhandlungen stattfinden würden, zumindest nach Aussagen eines hohen EU-Diplomaten ausgesprochen gering. Und am Ende kamen beim Gipfel dann auch nicht mehr als ein paar Absichtserklärungen heraus.
Aber es gab auch noch die britischen Inflationsdaten zu begutachten. Wenn jemand auch nur im Entferntesten gehofft hatte, die Bank of England könne in diesem Jahr noch einmal die Zinsen erhöhen, wurde er spätestens gestern auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt. Denn der Konsumentenpreisindex fiel im September mit einem Plus von 2,4 Prozent bzw. 1,9 Prozent in der Kernrate gegenüber dem Vorjahr sowohl niedriger als erwartet, aber auch schwächer als im August aus. Dies ist insofern bemerkenswert, als tags zuvor die besser als erwartet ausgefallenen Stundenlöhne (Durchschnittslöhne der drei Monate bis August) noch Erwartungen aufkeimen ließen, dass sich dies in den Konsumentenpreisen niederschlagen könnte. Diese Enttäuschung wirkte sich auch negativ auf das britische Pfund aus, das deswegen etwas nachgab. Und so verblieb der Euro auch gestern in seinem Abwärtstrend, der nun zwischen 0,8815/20 und 0,8665 verläuft.

EUR

EUR CHF (1,1440)

Nicht ohne Grund haben wir dem Euro gegenüber dem Franken während der vergangenen Tage keinen neuen Aufwärtstrend bescheinigen wollen. Zwar zeigt sich die Gemeinschaftswährung seit einer Woche in robuster Verfassung, gewinnt aber seit dem 11. Oktober nicht weiter an Terrain. An dieser Stabilität dürfte sich auch nichts ändern, solange sich das Währungspaar oberhalb von 1,1415 bewegt. An der Oberseite muss allerdings 1,1530/35 überwunden werden, um einen nachhaltigen Trend zu ermöglichen.

PLN

EUR PLN (4,2830)

Obgleich es gestern für Polen einige ökonomische Daten gab (Produzentenpreisindex, Industrieproduktion), bewegte sich der Zloty gegenüber dem Euro fast nicht von der Stelle. Dieser bleibt damit auch innerhalb seiner Konsolidierungszone zwischen 4,2650 und 4,3400/20.


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