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Wöchentliche Marktberichte

Okt 15, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Devisenhändler reagieren gelassen

USD

EUR USD (1,1550)

Die volle Aufmerksamkeit der Finanzmarktteilenehmer galt seit Mitte vergangener Woche fast ausschließlich den Korrekturen, die sich an den internationalen Aktienbörsen entfalteten. Begleitet wurden die stellenweise sorgenvoll beobachteten Kursrückgänge von beängstigenden Kommentaren einiger Crash-Propheten, die sich in den vergangenen 48 Stunden auf einschlägigen Börsen-TV-Sendern oder Online-Kanälen die Klinke in die Hand gaben. Dass es sich dabei überwiegend um „Experten“ handelte, die seit vielen Jahren immer dann in den Vordergrund treten, wenn die Märkte einige Prozentpunkte ihrer Rekord-Hausse abgeben, ging im allgemeinen Aufruhr wohl unter. Genauso wie die Tatsache, dass Skeptiker seit Jahren fast routinemäßig immer wieder versuchen, einen Aktienmarkt-Crash herbeizureden und dafür die immer gleichen Argumente heranziehen. Wie auch immer, die jüngste Börsenschwäche hat dazu geführt, dass diese Permanent-Pessimisten wieder ins Blickfeld des Marktes gerückt sind. Donnerstagabend bzw. Freitagmorgen wollten einige von ihnen abermals einen unheilvollen Wochenschluss heraufbeschwören. Abgesehen vom stoischen Aneinanderreihen der Probleme, die bereits seit Monaten bekannt sind (US-Handelsstreit, Italiens Schulden, Schwellenländerkrise etc.), fanden insbesondere die Crashes der Jahre 1929 oder 1987 in ihren Analysen Erwähnung.
Ein Wochenendausverkauf oder gar ein „Schwarzer Freitag“ blieb den Aktienmärkten jedoch zum Glück erspart. Von allen Marktteilnehmern scheinen sich Devisenhändler derzeit noch am wenigsten von der allgemeinen Unruhe anstecken zu lassen. In unsicheren Zeiten werden normalerweise gerne Währungen wie US-Dollar, Schweizer Franken und Japansicher Yen gekauft. Doch diese Valuten zeigten in den vergangenen Tagen, insbesondere gegenüber dem Euro, keine besonders ausgeprägten und erst recht keine starken Tendenzen. Stattdessen achten Investoren eher auf die Weltwirtschaftsentwicklung. Hierzu kamen am Freitag Statements vom IWF, dessen Chefin Christine Lagarde zwar über „Abwärtsrisiken“ und „Plateaubildung“ sprach, insgesamt aber eine relativ gemäßigte Einschätzung abgab. Der Hinweis, dass der gegenwärtige Verlauf des Wachstums „stark und positiv“ sei, wirkte spürbar beschwichtigend.
Am Freitag unterbrach der Euro seine dreitägige Erholung. Die Gemeinschaftswährung bleibt demnach in ihrem kurzfristigen Abwärtstrend gefangen, der nach wie vor zwischen 1,1325 und 1,1665 verläuft.

USD

USD CHF (0,9900)

Eine überraschende Stimmungseintrübung der US-Verbraucher (Uni-Michigan-Index Oktober) und stärker als erwartet gestiegene Einfuhrpreise, wie sie am vergangenen Freitag veröffentlicht wurden, sind nicht gerade das, was sich US-Dollar-Bullen vor einem Wochenende wünschen. Trotzdem gelang es dem Greenback, sich gegen den Franken zu behaupten. Problematisch wären kleinere Kurskorrekturen bis zur 0,9800er Marke aber ohnehin nicht gewesen. Dies bleibt nach wie vor der Fall. Oberhalb von 0,9935 würde zudem der übergeordnete Aufwärtstrend in Richtung 1,0060 fortgesetzt werden.

GBP

EUR GBP (0,8810)

Als am Freitag Finanzminister Philip Hammond auf Bloomberg TV interviewt wurde, hatte er interessante Neuigkeiten: Die britische Regierung plane nach dem EU-Austritt eine Konjunkturspritze, verkündete er. Hierfür solle eine "Fiskalrücklage" geschaffen werden, mit der beispielsweise Investitionsanreize für Unternehmen gesetzt oder Steuern gesenkt werden könnten. Die Mittel könnten sogar dafür genutzt werden, die Staatsverschuldung zügiger als bislang vorgesehen abzubauen. Doch obgleich diese Vorschläge positiven Anklang fanden und es insgesamt danach aussieht, als ob ein Ergebnis der Brexit-Verhandlungen mit der EU in Reichweite liegt, tauchten immer wieder die Stimmung eintrübende Schlagzeilen auf. Seit dem Wochenende ist öfter von „Regierungskrise“ die Rede. Einige Kabinettsmitglieder verweigern Theresa May ihr Votum und drohen mit Rücktritt, falls Großbritannien eine zeitlich unbefristete Mitgliedschaft in der europäischen Zollunion eingehen sollte. Sterling geriet daraufhin zum Wochenschluss wieder leicht unter Druck. Der Euro zog in die Nähe der oberen Begrenzung seines kurzfristigen Abwärtstrends, der nach wie vor zwischen 0,8845 und 0,8700 verläuft.

EUR

EUR CHF (1,1440)

Schweizer Aktien haben eine schwache Börsenwoche hinter sich. Je nach Index betrugen die Verluste zwischen 4 und 6 Prozent. Die Argumente sind die gleichen wie anderswo auch: der US-Zinsanstieg, der globale Handelskonflikt, die Schuldensituation einiger europäischen Südstaaten, die Schwellenländerkrise (Türkei), die hohen Bewertungsniveaus bei Technologieaktien und drohendes Unheil von der Quartalsberichtssession. Interessanterweise sind dies einerseits fast alles Gründe, die bereits bekannt waren, als die Aktienkurse noch im Steigen begriffen waren. Andererseits sind es auch Gründe, die zum Kauf von typischen Safe-Haven-Währungen wie dem Franken anregen könnten. Gestiegen ist aber während der Aktienkorrekturphase der Euro. Bevor die insgesamt robuste Gemeinschaftswährung jedoch mit einem Aufwärtstrend überzeugen kann, gilt es die 1,1545er Hürde zu bezwingen. Nach unten darf hingegen die 1,1390er Unterstützung nicht mehr verletzt werden.

PLN

EUR PLN (4,2960)

Die Nachricht, dass die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) Polens Bonität auf A- (von zuvor BBB+) angehoben hat, erreichte die Märkte erst nach US-Handelsschluss. Die S&P-Analyse besagt, dass Polen seit 2015 ein starkes, balanciertes Wachstum vorzuweisen habe und sich der Haushalt des Landes besser als bislang erwartet entwickle. Wir sind gespannt, ob diese Nachricht das Zeug dazu hat, den Euro aus seiner bestehenden Konsolidierungszone, die zwischen 4,2650 und 4,3400/20 verläuft, zu katapultieren. Auf jeden Fall ist ein kurzfristiger Ausbruch nach unten das wahrscheinlichere Szenario.


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