Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Okt 10, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Neue Hoffnung bei Brexit-Verhandlungen

USD

EUR USD (1,1500)

Auch gestern stand Italien im Brennpunkt des Händlerinteresses. So war es dieses Mal vor allen Dingen der italienische Finanzminister, der für einige Aufregung sorgte. Denn der eigentlich vor einiger Zeit noch als moderat geltende Giovanni Tria hatte gestern in einer Rede vor dem italienischen Parlament noch einmal bestätigt, dass die Neuverschuldung für das Jahr 2019 bei 2,4 Prozent, für 2020 bei 2,1 und für 2021 bei 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen werde. War es nicht Tria gewesen, der noch vor einiger Zeit ein Defizit von 2,4 Prozent für 2019 nicht akzeptieren wollte? Dieser Sinneswandel ist umso bemerkenswerter, da der IWF gestern nicht nur die globalen Wachstumsprognosen zurücknahm, sondern auch die Projektion für Italien von 1,1 auf 1,0 Prozent für 2019 nach unten korrigierte. Zur Erinnerung: Die jüngste Prognose der italienischen Regierung liegt immer noch bei 1,5 Prozent. Kein Wunder also, dass sich die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen auch gestern erneut nach oben schraubte und das höchste Niveau seit Anfang 2014 markierte. Dies gilt auch für den Renditeabstand, den sogenannten Spread gegenüber deutschen Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit, der mit einem Wert von zeitweise 316 noch einmal sieben Basispunkte höher als die Spitze des Vortages notierte. Fast ein wenig seltsam mutete schließlich ein weiteres Statement Trias an, die Regierung werde das Nötige tun, "wie es Draghi gemacht hat", sollte Italien mit einer finanziellen Krise konfrontiert sein – eine Anspielung auf die berühmte „whatever it takes“-Rede des EZB-Präsidenten vor einigen Jahren.
Aber auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen zog gestern weiter nach oben und erreichte mit 3,261 den höchsten Stand seit Anfang Mai 2011. Indes: Der Euro kam gegenüber dem Dollar noch mit einem vergleichsweisen blauen Auge davon. Dennoch ist die wichtige Unterstützung bei 1,1450/55 gestern gefallen, weswegen nun ein neuer Abwärtstrend der Gemeinschaftswährung begonnen wurde. Dieser reicht zwar bis 1,1275/80, ist derzeit aber alles andere als überzeugend. Denn bereits mit Überwinden von 1,1575 wäre eine erste Stabilisierung erreicht.

USD

USD CHF (0,9930)

Abgesehen von den zeitweise gestiegenen Renditen der US-Staatsanleihen ereignete sich wenig Kursbewegendes für den Greenback. Auch eine Rede des Chefs der regionalen Fed von Dallas, Robert Kaplan, der sich für drei weitere Leitzinserhöhung bis Mitte 2019 aussprach, verhallte ungehört. Auch wenn Kaplan derzeit im Offenmarktausschuss der US-Notenbank nicht stimmberechtigt ist, ist sein Statement bemerkenswert, handelt es sich doch auch bei Kaplan eigentlich um eine Zinstaube. Per Saldo konnte der Greenback gestern seinen gewonnenen Boden im Aufwärtstrend jedoch nicht verteidigen. Das Szenario bleibt unterdessen wenig verändert, wonach wir unterhalb von 0,9890 mit Korrekturen in Richtung 0,9800 rechnen.

GBP

EUR GBP (0,8740)

Die britisch-europäischen Verhandlungen zum Brexit scheinen sich in ihrer entscheidenden Phase vor dem EU-Gipfel am 17. Oktober zu befinden. Zumal gestern auch noch eine Meldung (Dow Jones) die Runde machte, wonach die Eckpunkte eines Brexit-Abkommens zwischen der EU und Großbritannien möglicherweise bereits am kommenden Montag festgezurrt werden könnten. Zuvor hatte sich gestern auch noch die Chefin der nordirischen DUP (Democratic Unionist Party) im britischen Unterhaus, Arlene Foster, auf den Weg nach Brüssel aufgemacht, um EU-Chefunterhändler Michel Barnier ihre Sichtweise zur irischen Grenzproblematik darzulegen. Dabei machte sie noch einmal klar, dass sie von ihrem früheren Standpunkt nicht abweichen werde, dass jedwede Form eines Brexit-Abkommens nicht dazu führen dürfe, dass Nordirland anders als das Vereinigte Königreich behandelt werde. Positiv indes: Foster legte Wert darauf, dass sich die irische Grenzfrage nicht auf eine Wahl mit zwei Optionen ("binary choice") beschränken dürfe. Denn es gehe nicht um die Frage, ob die Grenze zwischen Irland und Nordirland auf dem Festland oder im Meer verliefe, sondern um eine für alle Beteiligten tragbare Lösung. Ein Statement, das durchaus nach Kompromissbereitschaft klingt. Deswegen blieben Sterling-Händler auch gestern optimistisch gestimmt und sorgten dafür, dass der Euro seinen Abwärtstrend (in Richtung 0,8690/95) fortsetzte. Der Stabilisierungspunkt liegt unterdessen an der Oberseite bei 0,8845 bereits recht weit entfernt.

EUR

EUR CHF (1,1395)

Trotz der ungelösten Budget-Probleme Italiens ist es gestern nicht zu weiterer größerer Franken-Nachfrage gekommen. Dies zeigt sich im Verhältnis zum Euro, der gestern nicht einmal eine Handelsspanne von 50 Stellen produzieren konnte. Deswegen bleibt die Gemeinschaftswährung im Rahmen ihrer größer angelegten, leicht steigenden Seitwärtsbewegung zwischen 1,1295 und 1,1470 ohne erkennbaren richtungsweisenden Impuls.

PLN

EUR PLN (4,3030)

Wegen fehlender ökonomischer Neuigkeiten hat sich der Euro gegenüber dem Zloty gestern nicht nennenswert entwickelt. Immerhin konnte die polnische Valuta ein wenig zulegen, ohne dass dabei allerdings irgendeine richtungsweisende Linie zu erkennen gewesen wäre. Und so bleibt die Konsolidierungszone zwischen 4,2650 und 4,3400/20 auch heute gültig.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.