Wöchentliche Marktberichte

Okt 05, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Ungebrochener Dollar-Optimismus

USD

EUR USD (1,1500)

Im Nachhinein betrachtet war es schon ein wenig überraschend, wie heftig nicht nur der Devisenhandel in der Nacht zum Donnerstag auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell reagierte. Dieser zeigte sich bekanntlich in Sachen US-Wachstum sehr zuversichtlich und letztlich auch, was weitere Zinsschritte angeht, recht falkenhaft. Aber im Vergleich zur Notenbanksitzung, die erst eine Woche zuvor stattgefunden hatte, hätte dies die Akteure eigentlich nicht überraschen dürfen. Vielleicht war es auch ganz einfach die Tatsache, dass Powell innerhalb des Offenmarktausschusses der Notenbank (FOMC) mittlerweile sogar Gefolgsleute unter den früheren Zinstauben (allen voran Lael Brainard und Charles Evans) hinter sich wähnt. Zumindest hinterließ der Fed-Chef den Eindruck, dass es, selbst nach einer vierten Zinserhöhung in diesem Jahr, 2019 nicht zu einer Zinspause kommen wird. Aber auch dies war eigentlich nichts Neues. Dennoch reagierte vor allen Dingen der US-Anleihemarkt derart heftig, dass der Verdacht naheliegt, einige Akteure könnten auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. Zumindest schossen die Renditen der zehnjährigen Bonds auf ein neues Sieben-Jahres-Hoch von rund 3,23 Prozent. Betrachtet man die implizite Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr anhand des CME FedWatch Tools, hat sich diese gegenüber der Vorwoche, also einen Tag nach der vergangenen Sitzung der US-Notenbank, mit rund 83 Prozent kaum verändert. Blickt man dagegen auf die implizite Wahrscheinlichkeit für mindestens drei weitere Zinserhöhungen bis September 2019, hat sich seit einer Woche jedoch eine Menge bewegt. Denn die Wahrscheinlichkeit hierfür ist seither von 44 auf rund 61 Prozent gestiegen.
Wenig Neues gab es unterdessen aus Italien zu vermelden. Immerhin hat die dortige Regierung ihre Wachstumsprognosen für die Jahre 2019 bis 2021 publiziert, und zwar mit einem jeweiligen Bruttoinlandsprodukt von +1,5, +1,6 und +1,4 Prozent. Da sich aber die Händler langsam an die Budget-Probleme Italiens gewöhnt haben, blieben diese Informationen ohne großen Einfluss auf das Kursgeschehen. Interessanterweise hat sich der Euro während der gestrigen Handelssitzung sogar etwas erholt, ohne aber deutlich in seine frühere Seitwärtsspanne zwischen 1,1495 und 1,1815 vorzudringen. Weiterhin gilt jedoch: Ein neuer kurzfristiger Abwärtstrend würde frühestens nach Unterlaufen des Nachfrageniveaus von 1,1450/55 eröffnet werden.

USD

USD CHF (0,9915)

Seit zwei Wochen ist der Dollar nun gegenüber dem Franken ohne größeren Rückschlag nach vorne geprescht und hat beinahe sein nächstes Ziel bei 0,9940 erreicht. Die insgesamt ungebrochen positive Stimmung der Händler gegenüber dem Greenback könnte dabei durchaus noch für weitere Avancen sorgen, aber wir möchten an dieser Stelle keine weiteren Potenzialpunkte ausrufen. Die derzeitige steile Version des kurzfristigen Aufwärtstrends wird auf jeden Fall beibehalten, solange nun Rücksetzer auf 0,9830 (abermals deutlich angehoben) beschränkt bleiben.

GBP

EUR GBP (0,8840)

Noch ist vieles beim Brexit ungeklärt, aber immerhin steht der Fahrplan für die kommenden Treffen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. So wird Theresa May die EU-Staats- und Regierungschefs beim gemeinsamen Gipfel am 17. Oktober treffen, bevor ein endgültiges Abkommen bei einem zusätzlich für den 17. November angesetzten Treffen geschlossen werden soll. Das Hauptrisiko für die Premierministerin bleibt allerdings, dass ihre eigene Partei dem neuen Plan, mancherorts auch als Chequers 2.0 bezeichnet, die Unterstützung verweigern könnte. Die Euroskeptiker halten nämlich auch den jüngsten Brexit-Entwurf, in dem vorgesehen ist, der EU hinsichtlich der Grenzproblematik zwischen Irland und Nordirland möglicherweise entgegenzukommen, nicht für annehmbar, da das Vereinigte Königreich dadurch dauerhaft an die Regeln der EU gebunden wäre. Die geschätzte Zahl der Euroskeptiker innerhalb der Konservativen Partei, die Mays Vorschlag entgegenstehen, liegt zwischen 45 und 80 Abgeordneten. Tatsächlich reicht aber im schlimmsten Fall bereits einen Aufstand von sieben Abgeordneten der Torys aus, um der Premierministerin im Unterhaus eine Niederlage beizubringen. Zumal May von der Opposition, vor allem von Labour, keine Unterstützung erwarten kann. So gesehen ist der Optimismus der Pfund-Händler schon beachtlich, die den Euro seit gestern Nachmittag durch die untere Begrenzung seiner Konsolidierung zwischen 0,8840/45 und 0,9100 zu drücken versuchen. Bislang jedoch ohne nachhaltigen Erfolg – vielleicht auch, weil die Kraft für einen neuen Abwärtstrend derzeit nicht ausreicht.

EUR

EUR CHF (1,1435)

Immerhin wird heute der Konsumentenpreisindex für die Schweiz publiziert – die mittlere Erwartung der Ökonomen liegt für September bei einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ansonsten präsentierte sich der Euro gegenüber dem Franken gestern in recht ordentlicher Verfassung, was man auch als Zeichen für eine leicht gestiegene Risikofreude der Akteure interpretieren kann. Dennoch verblieb die Gemeinschaftswährung auch gestern innerhalb ihrer größer angelegten Seitwärtsbewegung zwischen 1,1275 und letztlich 1,1455 (leicht modifiziert).

PLN

EUR PLN (4,3050)

Lässt man die abgelaufene Handelswoche Revue passieren, wird erkennbar, dass der Euro gegenüber dem Zloty fast das untere Ende seiner breiten Konsolidierungszone bei 4,2600 getestet hatte und sich seither ohne größere Unterbrechung wieder auf dem Weg nach oben befindet. Gut möglich, dass nun die Obergrenze der Seitwärtsbewegung bei 4,3420 zum dritten Mal seit Juli in Angriff genommen wird.



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