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Wöchentliche Marktberichte

Sep 07, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Schweizer Wachstum überrascht positiv

USD

EUR USD (1,1625)

Euro-Händler verlebten gestern einen der ruhigsten Handelstage seit Wochen. Möglicherweise, weil sich einige Valuten der Schwellenländer, insbesondere der südafrikanische Rand und die türkische Lira, zumindest nicht weiter abschwächten. Auch die italienischen Anleiherenditen haben sich noch einmal deutlich zurückgebildet. Der seit Juli erkennbare Anstieg hat sich damit um mehr als die Hälfte reduziert. Und so konnte man sich eigentlich endlich und in Ruhe diversen Fundamentaldaten und Prognosen widmen.
Für Deutschland gab es etwa neue Vorhersagen von drei Wirtschaftsforschungsinstituten, die alle ein stabiles Wachstum bis 2020 prognostizierten. Insbesondere das ifo-Institut wartete nach den etwas schwächeren Juni-Prognosen nun wieder mit leicht verbesserten Wachstumsraten von 1,9 Prozent für das laufende und das kommende Jahr auf. Unterdessen gab es aus den USA erste Zahlen zum Arbeitsmarkt des Monats August. Dabei fiel vor allem der deutlich schwächer als erwartete Zuwachs bei den neu geschaffenen Stellen (Ex-Agrarbereich) der Arbeitsmarktagentur ADP auf. Denn die 163 Tsd. neu geschaffenen Stellen bedeuteten die größte negative Abweichung von den mittleren Erwartungen der Ökonomen (200 Tsd.) seit Mai 2016 und den schlechtesten Wert seit einem Jahr. Indes: Die Händler hat dies kaum gekümmert, da die große Mehrheit ohnehin davon ausgeht, dass der Arbeitsmarkt in den USA ausgesprochen robust ist. Dass es in den USA zunehmend schwieriger wird, gute Arbeitskräfte zu bekommen und zu halten, zeigt auch der gestern publizierte ISM-Einkaufsmanagerindex außerhalb der Industrie, der mit 58,5 im August deutlich höher als erwartet angestiegen war. Die Beschäftigung-Komponente dieses Index hatte sich gegenüber dem Vormonat noch einmal deutlich verbessert.
Ansonsten gab es noch Reden von Mitgliedern des Offenmarktausschusses der US-Notenbank, wobei diejenige von Raphael Bostic ein wenig überraschte. Denn der Chef der Fed von Atlanta ist zwar als Zinsfalke bekannt, hatte sich aber noch vor einiger Zeit dafür ausgesprochen, die Zinsen in diesem Jahr nur noch einmal zu erhöhen. Dies hat sich nun geändert, da Bostic die ökonomischen Risiken als ausgewogen betrachtet und die Konjunktur für so robust hält, dass man von weiteren Zinserhöhungen ausgehen müsse. Auch gab es einige taubenhafte Statements (Kashkari, Bullard), aber die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung in diesem Monat liegt immer noch bei fast 100 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool). Ansonsten bleibt der Korrekturmodus des Euro erhalten und reicht bis 1,1480/85. Mit Überschreiten von 1,1680/85 wäre dieser Zustand allerdings beendet, weil danach der übergeordnete Aufwärtstrend fortgesetzt werden kann.

USD

USD CHF (0,9650)

Die Korrektur des US-Dollar ist beendet, so dass der übergeordnete Abwärtstrend Fahrt in Richtung 0,9540 aufnehmen kann. Insgesamt ist das Umfeld für den Greenback relativ ungünstig und würde sich nur nach Überschreiten von 0,9760 etwas verbessern.

GBP

EUR GBP (0,8990)

Den Händlerstimmen und Marktkommentare zufolge müsste gestern ein überaus erfolgreicher Tag für Sterling gewesen sein. Im Verhältnis zum Euro blieb der Kursanstieg allerdings überschaubar. Der Optimismus verdankt sich ohne Zweifel den Meldungen vom Mittwoch, dass sich Großbritannien und die EU bei ihren Brexit-Verhandlungen erheblich nähergekommen seien. Dem widerspricht auch nicht unbedingt die später lancierte Meldung, die Haltung der deutschen Regierung hinsichtlich des Brexit habe sich gar nicht geändert. Allerdings gibt es neben der positiven Sichtweise der Sterling-Händler durchaus auch Beobachter, die den vorgestern als mögliches Szenario präsentierten zweistufigen Brexit kritisch sehen. Dass zunächst eine Trennungsvereinbarung sicherstellen soll, dass der Brexit in geordneten Bahnen verläuft, und die eigentlichen Verhandlungen über ein Handelsabkommen erst später stattfinden sollen, wurde von einem Kommentator sogar als "Blind Brexit" bezeichnet. Zwar sehen einige britische Offizielle dies als den einzigen Weg an, einen geordneten Ausstieg aus der EU zu bewerkstelligen. Aber Großbritannien würde in diesem Fall die Europäische Gemeinschaft ohne irgendeine Vereinbarung darüber verlassen, wie die künftigen Handelsbeziehungen konkret aussehen könnten. Am Ende des Tages blieb der Euro ohnehin innerhalb seiner Seitwärtsbewegung zwischen 0,8890 und 0,9100 gefangen.

EUR

EUR CHF (1,1220)

Auf den ersten Blick waren es die Schweizer Wachstumszahlen, die dem Franken gestern auf die Sprünge geholfen haben dürften. Denn das Bruttoinlandsprodukt war mit einem Plus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal deutlich stärker als erwartet ausgefallen. Und auch die Revisionen vorheriger Daten fielen ausgesprochen positiv auf. Allerdings dürfte sich der neuerliche Anstieg des Franken auch seinem Status als typische Fluchtwährung verdanken, zumal sich gestern auch der Yen, der ebenfalls im Krisenfall gesucht ist, gegenüber Dollar und Euro deutlich befestigte. Am Ende des Tages bekam der Abwärtstrend des Euro einen deutlichen Schub, der sich nun noch einmal in Richtung 1,1170 und 1,1110 verstärken kann. Unterdessen bleibt 1,1320 das Niveau, das für eine Stabilisierung überwunden werden muss.

PLN

EUR PLN (4,3230)

Der Euro hat gestern gegenüber dem Zloty die Obergrenze seiner Seitwärtsbewegung noch einmal getestet, konnte diese jedoch nicht nachhaltig überwinden. Allerdings blieb auch der spätere Rücksetzer der Gemeinschaftswährung überschaubar. Somit bleibt die breite Konsolidierung zwischen 4,2645 und 4,3380 erhalten.


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