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Wöchentliche Marktberichte

Sep 05, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Handelskonflikt wieder Thema Nummer 1 

USD

EUR USD (1,1590)

Mit einem Male ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder in den Mittelpunkt gerückt. Tatsächlich endet am Donnerstag die öffentliche Anhörungsfrist für die nächste Runde geplanter US-Strafzölle auf chinesische Importe im Volumen von 200 Milliarden USD. Und weil die USA in dieser Angelegenheit letztlich als Hauptgewinner gesehen werden, entschieden sich die Akteure gestern verstärkt für den US-Dollar. Dabei ist der Euro ein weiteres Mal zwar nicht dramatisch, aber zweitweise dennoch deutlich unter die Räder gekommen. Die Abschwächung der Gemeinschaftswährung vollzog sich allerdings schrittweise, wodurch möglicherweise der eine oder andere Akteur sogar in Sicherheit gewogen wurde. Interessanterweise war die Kursentwicklung nicht von dem typischen Argument aufkeimender Risikoaversion gekennzeichnet. Denn die Währungen Japans und der Schweiz (vgl. unten) waren trotz der teils dramatischen Entwicklungen an den Emerging Markets kaum stärker nachgefragt.
Unterstützt wurde die Dollarentwicklung aber auch durch den wesentlich besser als erwartet ausgefallenen ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie, der mit 61,3 den höchsten Stand seit dem Jahr 2004 markierte. Dieser Superwert hat natürlich auch das Prognosemodell der Fed von Atlanta, GDPNow, beeinflusst. Dieses vielbeachtete Modell geht nämlich nunmehr von einem Wachstum von 4,7 Prozent für das dritte Quartal 2018 aus. Und was die Zinserwartungen in den USA betrifft, liegt die implizite Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt von 25 Basispunkten im September bei fast 100 Prozent und diejenige für zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr laut CME FedWatch Tool bei fast 75 Prozent.
Mit der gestrigen Entwicklung des Euro wird der bisherige Aufwärtstrend durch eine abwärts gerichtete Korrektur unterbrochen, die eventuell bis 1,1400 reichen kann. Um die Korrektur zu beenden und den Aufwärtstrend wieder aufzunehmen, muss nun 1,1655/60 überwunden werden.

GBP

EUR GBP (0,9020)

Theresa Mays Chequers-Plan, benannt nach dem Landsitz, an dem der Brexit-Übergangsplan der Premierministerin einst entstanden ist, stößt dem Vernehmen weder in großen Teilen der britischen Bevölkerung noch bei EU-Chefunterhändler Michel Barnier auf Gegenliebe. Gut möglich, dass Mark Carney aufgrund der ungelösten Brexit-Probleme jetzt doch länger im Amt bleiben möchte. Zumindest brachte der Chef der Bank of England gestern bei der Anhörung des Finanzausschusses im Unterhaus wie auch schon zuvor in einem Gespräch mit dem Schatzkanzler seine Bereitschaft zum Ausdruck, die Bank nicht nur bis Mitte 2019, sondern auch über die Übergangsphase des Brexit hinaus zu begleiten. Carney, der einen Brexit ohne „Deal“ nach wie vor für ein Extremszenario hält, bemängelte, dass sich die Wirtschaft immer noch so verhalte, als ob eine Übereinkunft mit der EU eine ausgemachte Sache sei. Überdies hätten weniger als 20 Prozent der britischen Unternehmen bislang Notfallpläne für einen sogenannten „No-deal-Brexit“ aufgestellt. In diesem Fall sieht Carney den Kurs des britischen Pfundes fallen, aber der BoE-Chef wollte sich bezüglich einer Größenordnung nicht festlegen. Sterling konnte sich zwar temporär etwas befestigen, musste aber zum Handelsschluss einen Großteil dieser Kursgewinne gegenüber dem Euro wieder abgeben. Die Gemeinschaftswährung bewegt sich daher weiterhin im Rahmen ihrer Konsolidierung zwischen 0,8885/90 und 0,9100.

EUR

EUR CHF (1,1290)

Die Rendite italienischer Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit hat sich gegenüber dem Hoch der Vorwoche gestern deutlich um mehr als 20 Basispunkte zurückgebildet. Grund dafür war in der Nacht zum Dienstag die erneute Bekräftigung des stellvertretenden Premierministers Matteo Salvini, er wolle sich an die Budgetregeln der EU halten. Auch wenn keineswegs gesichert ist, ob sich Salvini damit gegen seinen Kollegen Luigi di Maio (Fünf-Sterne-Partei) durchsetzen kann, mag dies wohl ein Grund dafür gewesen sein, dass sich der Franken zum Euro gestern nicht weiter befestigt hat. Außerdem stand der Konsumentenpreisindex für August zur Veröffentlichung an, der gegenüber dem Vormonat wie erwartet unverändert ausfiel. Das gilt auch für die Kernrate, die sich im Jahresvergleich um 0,5 Prozent befestigte. Am Ende konnte der Euro somit etwas zulegen, verharrt aber in seinem steilen Abwärtstrend, solange der Punkt für eine kurzfristige Stabilisierung bei 1,1315/20 nicht überwunden wird. An der Unterseite bleibt die Unterstützung bei 1,1230 nach wie vor Auslöser für ein stärkeres Abwärtsmomentum in Richtung 1,1170 und tiefer.

PLN

EUR PLN (4,3050)

Die fortgesetzte Emerging-Markets-Krise hat gestern auch den Zloty erneut in Mitleidenschaft gezogen. Allerdings in einem überschaubaren Rahmen. Wir gehen deswegen weiterhin von einer Seitwärtsbewegung des Euro zwischen 4,2645 und 4,3380 aus.


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