Jetzt starten!

Wöchentliche Marktberichte

Sep 03, 2018 | Devisenmarktanalyse

Globale Themen

Euro-Gewinne werden teilweise realisiert

USD

EUR USD (1,1605)

Als erfolgreich lässt sich die vergangene Woche in Bezug auf den Handelsstreit zwischen den USA und deren Handelspartnern sicherlich nicht beschreiben. Der Streit beschränkt sich schon lange nicht mehr allein auf China oder die Europäische Union. Nun informierte US-Präsident Donald Trump am Freitag den Kongress über seine Absicht, das nordamerikanische Freihandels-Abkommen (NAFTA), das mit Mexiko und Kanada geschlossen wurde, künftig durch einen neuen Vertrag ersetzen zu wollen. Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland übte sich – ob des Abbruchs der vorangegangenen Verhandlungen – in Gelassenheit und setzte auf eine Fortsetzung der Gespräche zur Wochenmitte. Insofern gleichen sich die Bilder. Denn Trump scheint bei seinen Handelspartnern immer wieder die gleiche Taktik anzuwenden: Androhung von Strafzöllen oder Aufkündigung von Vereinbarungen, gepaart mit Gesprächsabbrüchen. Die Kontrahenten setzen hingegen auf Kompromiss- und Gesprächsbereitschaft. Finanzmarktakteure beschäftigt der US-Handelsstreit nach wie vor. Insbesondere weil vor dem Wochenende Befürchtungen aufkamen, es könne bereits nächste Woche eine Eskalationswelle in Form neuer US-Strafzölle drohen. Höchstwahrscheinlich war dies auch der Grund, warum es Händler vor dem langen Wochenende vorzogen, sich von einem Teil ihrer Euro-Long-Positionen zu trennen. Besonders dürften diejenigen zu Glattstellungen geneigt gewesen sein, die auf diesem Wege Gewinnmitnahmen realisieren konnten; also alle, die zu Beginn der vergangenen beiden Wochen den Euro mutig in der Nähe seines Jahrestiefstkurses eingesammelt hatten. Der NAFTA-Verhandlungsmisserfolg sowie Trumps erneute Strafzoll-Drohungen gegen China und die EU kamen bei Euro-Händlern nicht gut an. Dies sind derzeit aber nicht die einzigen Probleme, die den Euro belasten. Der freizügige Umgang, den Italiens neue Regierung mit den Staatsfinanzen pflegt – speziell mit dem enormen Schuldenberg – irritiert Marktteilnehmer ebenfalls. Die Quittung dafür gab es prompt am Freitagabend: Die US-Ratingagentur Fitch senkte ihren Ausblick von „stabil“ auf „negativ“.
Der Euro fiel zum Wochenschluss fast bis zur Untergrenze seines kurzfristigen Aufwärtstrends, die nach wie vor bei 1,1565 liegt. Um neue Impulse zu setzen, bedarf es jedoch eines Überspringens der 1,1755er Hürde.

USD

USD CHF (0,9695)

Nicht nur gegenüber dem Euro, auch im Vergleich zum US-Dollar macht der Schweizer Franken gegenwertig eine gute Figur. Im Gegensatz zur Gemeinschaftswährung fiel der Greenback aber nicht auf sein Jahrestief. Von diesem Punkt (0,9185) ist der USD noch meilenweit entfernt. Trotzdem hat sein Abwärtstrend am Freitag bereits das untere Ende (0,9650) touchiert. Ein weiteres Abrutschen bis 0,9615 ist jederzeit möglich. Abhilfe könnte nur eine schnelle Gegenbewegung jenseits des Stabilitätspunkts schaffen, der nach wie vor bei 0,9760 liegt.

GBP

EUR GBP (0,8970)

Die Warnung, Anfang der vergangenen Woche von EU-Offiziellen ausgesprochen wurde, war eindeutig: Wenn nicht schleunigst eine Einigung erfolge, steuere Großbritannien geradewegs auf einen ungeregelten Austritt aus der Europäischen Union zu. Diesem negativen Ausblick folgte bis zum Freitag ein fast schon hoffnungsvoller Ton – und zwar verwunderlicherweise aus dem gleichen Lager. Demnach hält man eine Einigung bei den Brexit-Verhandlungen bis Mitte Oktober für möglich. Der britische Brexit-Minister Dominic Raab wies nach einem Treffen mit EU-Chefunterhändler Michel Barnier auf das EU-Gipfeltreffen am 18. Oktober hin. Bis dahin könne ein Abkommen ausgehandelt werden. Barnier zeigte sich zwar nicht besonders zuversichtlich, dass die Zeit bis Mitte Oktober reichen würde, brachte aber die Möglichkeit ins Spiel, notfalls einen Sondergipfel im November anberaumen zu wollen, um mehr Flexibilität zu gewinnen. Pfund-Händlern scheint diese Entwicklung zu behagen, denn der Euro ist in der zweiten Wochenhälfte aus seiner starken Position gedrängt worden. Seinen kurzfristigen Aufwärtstrend hat die Gemeinschaftswährung am Freitag aufgeben und gegen eine neue Seitwärtsbewegung eintauschen müssen. Letztere verläuft nun zwischen 0,9100 und 0,8880.

EUR

EUR CHF (1,1255)

Gegen den Schweizer Franken war der Euro vergangene Woche praktisch durchweg chancenlos. Schlussendlich fiel er am Freitag auf ein neues Jahrestief. Der Grund ist eindeutig: Die Währung der Eidgenossen hat den Ruf, ein sicherer Hafen in Krisenzeiten zu sein. Vor dem Hintergrund der derzeitigen Schwellenländerprobleme (Türkei und Argentinien) sowie dem schwelenden Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und deren Handelspartnern ergibt das Handeln der Investoren Sinn. Andererseits ist der feste Franken der Schweizer Exportindustrie ein Dorn im Auge. Eine Beschleunigung der Abwärtsbewegung würde Unternehmen und Aktienmarkt erneut belasten. Mit solch einer Entwicklung wäre unterhalb der 1,1230er zu rechnen, die in einem Abwärtstrend bis 1,1170 und darunter 1,1110 münden könnte. Mit einer Beruhigung der Lage ist indes nicht vor Überwinden der 1,1350er Hürde zu rechnen.

PLN

EUR PLN (4,3000)

Der Zloty hat sich am Freitag zwar zeitweise schnell und deutlich zum Euro bewegt, am Ende aber das Nachsehen gehabt. An den vormittags veröffentlichten Fundamentaldaten, wie beispielsweise dem BIP, das für das zweite Quartal mit 5,1 Prozent die erste Schätzung bestätigte, dürfte die Schwankungsfreude allerdings nicht gelegen haben. Hingegen spurtete der Euro von seinem Tagestief zum Tageshoch, als nachmittags das Finanzministerium bekanntgab, dass Polen bereits 68 Prozent seines Finanzierungsbedarfs für das laufende Jahr gedeckt habe. Wir gehen weiterhin von einer verbreiterten Seitwärtsbewegung aus, deren Grenzen mit 4,2790 und 4,3380 recht weit auseinanderliegen.


Erhalten Sie wöchentliche Devisenmarktberichte

Jeden Montag bietet unser Newsletter Trends und Marktinformationen sowie welche wichtigen Ereignisse die Märkte beeinflussen könnten.